1. Startseite
  2. Frankfurt

Brille: Chimbo im Frankfurter Zoo

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Stillbauer

Kommentare

Chimbo ist ein Brillenbär, weil er quasi eine Brille trägt, und ein Andenbär, weil seine Art aus den Anden stammt.
Chimbo ist ein Brillenbär, weil er quasi eine Brille trägt, und ein Andenbär, weil seine Art aus den Anden stammt. © Zoo Frankfurt

Der Neuzugang in der WG der beliebten Andenbären im Zoo bringt eine angenehme Eigenschaft mit – und beendet die Einsamkeit.

Es dürfte nicht nur in der Unterfamilie der Kurzschnauzenbären eine Menge Leute geben, die gern „der umgängliche Brillenbär“ genannt würden – auch so mancher Zeitungsreporter hegt den heimlichen Wunsch, einst im Bekanntenkreis als solcher zu gelten. Chimbo jedoch hat es im Alter von zweieinhalb Jahren geschafft. „Der umgängliche Brillenbär kam bereits am 23. Juni in Frankfurt an“, berichtet der Zoo.

Seither lernte Chimbo die moderne Frankfurter Quarantäneanlage kennen, und jetzt gehört er zur Zwei-Kerle-WG im Ukumari-Land, der Bärenanlage. Mitbewohner Manu, vier Jahre alt, ebenfalls umgänglich, ist somit endlich nicht mehr allein. Seine Mutter Cashu war nach Stuttgart umgezogen, Vater Nobody im Dezember gestorben.

Brillenbär for Future

Ina Hartwig, Frankfurter Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, freut sich über den Zuwachs bei den beliebten Klettermaxen. „Das ist nicht nur für die Besucherinnen und Besucher des Zoos attraktiv, sondern auch wichtig für den Bestand der Art“, sagt sie, „denn Chimbo ist im Rahmen des Zuchtprogramms nach Frankfurt gekommen.“

Das heißt: Die Person, die das internationale Zuchtbuch für die Brillenbären führt, sieht in der Kombination Chimbo–Frankfurt die Chance, den arg gebeutelten Bestand der Tierart zu stützen. Die Kombination Chimbo–Manu eignet sich dafür aus naheliegenden Gründen nicht, aber auf längere Sicht, so Hartwig, hofft der Zoo, dass er wieder eine Brillenbärin zugewiesen bekommt (gern eine umgängliche, da sind wir uns mit Chimbo und Manu sicher einig), und dann könnte es wieder kleine Bärchen im Zoo geben. Manu und seine Schwester Suyana waren sofort die Stars, als sie klein und tapsig waren. Und natürlich damals schon ausgesprochen umgänglich.

Chimbo erfülle ideal die Botschafterfunktion für seine in der Natur bedrohten Artgenossen, lobt Zoodirektorin Christina Geiger: Er helfe, auf die Arbeit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) in den Ursprungsgebieten der Brillenbären hinzuweisen, nämlich in Peru. Dort ist die ZGF seit vielen Jahren aktiv; der Naturschutz-Euro, den das Zoopublikum zusätzlich bezahlt, finanziert diese Arbeit mit.

Neu-Frankfurter Chimbo kam übrigens aus dem Zoo von Thoiry bei Paris. Man sagt, die Bären dort seien très charmant.

Auch interessant

Kommentare