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Besucher der neuen Altstadt in Frankfurt.

Neue Altstadt

Touristen-Highway zwischen Dom und Römer

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Frankfurt verzeichnet nicht zuletzt dank der Neuen Altstadt ein neues Allzeithoch bei Übernachtungen.

Der Tourismusboom in Frankfurt hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Im September zählte die Stadt so viele Übernachtungen wie noch nie in einem Monat. Mit 958 755 Übernachtungen lag die Zahl um 4,8 Prozent höher als 2017, wie die Tourismus und Kongress GmbH Frankfurt (TCF) am Freitag mitteilte. Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg um 3,3 Prozent auf 541 247.

Der Zuwachs im September ist umso erstaunlicher, weil 2017 zur gleichen Zeit die Internationale Automobilausstellung (IAA) war. In diesem September zog lediglich die deutlich kleinere Automechanika als einzige Messe zusätzliche Geschäftsreisende an. Dass die Zahl der Übernachtungsgäste trotzdem stieg, zeigt, dass Frankfurt im Bereich Freizeittourismus immer beliebter wird. Für TCF-Chef hat das vor allem einen Grund: Die neue Frankfurter Altstadt, die im September offiziell eröffnet wurde. 

Gästeführer haben alle Hände voll zu tun 

Für Feda ist die Strecke zwischen Römerberg und Dom schon „der neue Touristenhighway.“ Viele Besucher schließen sich dabei einer Führung an. Die rund 75 Gästeführer der Stadt haben alle Hände voll zu tun. Die Leiterin des Bereichs Gästeführungen bei der TCF, Jessica Jaekel-Badouin, kommt mit den bis zu 50 Anfragen am Tag nicht mehr nach. „Teilweise müssen die Leute bis zu einer Woche warten, bis wir ihnen einen Terminvorschlag machen können.“ Vor allem an den Wochenenden ist rund um den Römer noch mehr los als früher. Am heutigen Samstag sind allein über die TCF 18 Führungen mit jeweils bis zu 20 Leuten in der Altstadt unterwegs. Die Gruppen sind dabei sehr unterschiedlich: Schüler, Vereine, Firmen, Senioren, Freiwillige Feuerwehren. Aber, so betont Jaekel-Badouin, fast alle deutschsprachig. Bei den ausländischen Touristen steht das Thema Altstadt noch nicht im Fokus, was TCF-Chef Feda nicht überrascht: „Das ausländische Interesse kommt ein Jahr zeitversetzt, weil die Altstadt erst 2019 in den Katalogen der Reiseveranstalter auftaucht.“

Ungeachtet dessen ist der Zustrom der ausländischen Gäste zuletzt deutlich stärker gestiegen als der Ansturm deutscher Besucher, was beweist, dass es eben nicht nur die Altstadt ist, die Touristen nach Frankfurt lockt. Volker Tuchan, Geschäftsführer des Landesverbands Hessischer Omnibusunternehmer, hat noch ein anderes Verkaufsargument für Frankfurt: „Die Stadt ist sehr kompakt.“ Insbesondere ältere Besucher, die nicht ganz so gut zu Fuß sind, schätzen die kurzen Wege zwischen Goethehaus, Römerberg, Altstadt und Museumsufer. Tuchan wird es etwas bange, wenn er an die nahe Zukunft denkt und wo die ganzen Touristenbusse anlässlich von Diesel-Fahrverbot und Sperrung des nördlichen Mainufers noch parken sollen.

Insbesondere an Wochenenden wird es immer voller. TCF-Chef Feda verweist darauf, dass die Auslastung der Hotels an Wochenende vor zehn Jahren bei 35 Prozent lag und mittlerweile auf 57 Prozent gestiegen ist. Auch dies ein Indiz für einen stetig wachsenden Anteil an Touristen gegenüber Geschäftsreisenden. Aus einem Land kamen in diesem Jahr aber bislang deutlich mehr Geschäftsreisende: Großbritannien (+13,6 Prozent). Feda vermutet, dass sich viele Arbeitnehmer aus dem Königreich angesichts des Brexit ihre neuen Arbeitsplätze angeschaut haben. Die Zahl der monatlichen Übernachtungen in Frankfurt wird nicht zuletzt dank Altstadt und Brexit weiter steigen. „Im kommenden Jahr knacken wird die Million“, hofft Feda.

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