Frankfurt-Rödelheim

Brentano-Pavillon wird kein Café

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Der Ortsbeirat 7 möchte die Räume im Pavillon des Brentanoparks für den Heimat- und Geschichtsverein erhalten. Eine Gastronomie rechne sich dort nicht, sagt der Verein.

Der Pavillon im Brentanopark ist ein markanter Punkt im Stadtteil. 1931 nach Plänen von Eugen Kaufmann (1892–1984) als Teil des Projekts Neues Frankfurt errichtet, nutzt das Gebäude heutzutage der Heimat- und Geschichtsverein. Vielleicht wäre aber mehr möglich. Im Oktober erst hatte ein Ehepaar im Ortsbeirat 7 angeregt, man könnte dort ein Sommer-Café einrichten.

Der Ortsbeirat will das aber verhindern. Einen entsprechenden CDU-Antrag hat das Gremium in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Der Magistrat soll dem Heimat- und Geschichtsverein, immerhin seit 19 Jahren Mieter, die Nutzung weiterhin ermöglichen und eine kommerzielle Öffnung des Pavillons verhindern – also auch ein Café – solange der Verein dort seinen Sitz hat.

„Wir wollen Planungssicherheit für den Verein“, sagt Antragsteller Alexander Zollmann. Immer wieder seien Begehrlichkeiten aufgekommen, die Räume des ehrenamtlichen Vereins anderweitig zu nutzen. „Das schafft Unsicherheit bei den Mitgliedern, wenn es jedes Mal heißt, da soll ein Café hin“, erklärt Vereinsvorsitzender Armin Kroneisen.

Wo solle der Verein dann seine Sachen unterbringen?, fragt sich Kroneisen. Die Räume seien ohnehin recht beschaulich. Wenn es parallel eine Nutzung als Café gäbe, sagt Kroneisen, bräuchte es dafür extra Möbel, in der Küche könne man sich gerade einmal um sich selbst drehen und die Toiletten müssten ebenfalls umgebaut werden.

Ungünstige Lage

Außerdem glaubt Kroneisen nicht, das sich ein Café rechnen würde, so schön das im Sommer auch wäre. „Der Pavillon würde durch seine Lage einfach nicht so frequentiert.“ Er habe das durchgerechnet, mindestens 3000 Euro müsste der Betreiber draufzahlen. Der Pavillon müsste den Winter ja auch in Stand gehalten werden. Das macht sein Verein, von einem Café-Betreiber wünsche er sich dann aber eine finanzielle Beteiligung.

Dass der Pavillon aber kulturell beispielsweise durch Künstler genutzt werden könne, sei durchaus möglich, sagt wiederum Alexander Zollmann.

Teile der Grünen und Linken tragen den CDU-Antrag nicht mit. „Mich stört diese absolute Zementierung, dass eine Nutzung als Café nicht möglich ist“, sagt Miriam Dahlke, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Und Barbara David-Wehe, Fraktionsvorsitzende der Linken, sagt, die Angst des Vereins sei unbegründet. „Es geht doch nicht um ein riesiges Café dort.“ Sie hätte sich gewünscht, der Verein sei kooperativer gewesen und würde selbst beispielsweise etwas anbieten.

Das aber, sagt Kroneisen, sei personell nicht zu stemmen. „Außerdem haben wir fünfmal im Jahr das Kultur-Café, wozu die Leute herzlich eingeladen sind.“

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