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Drei Stunden brauchte die Feuerwehr, um die Brandstiftung am Oberforsthaus zu bekämpfen..
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Drei Stunden brauchte die Feuerwehr, um die Brandstiftung am Oberforsthaus zu bekämpfen..

Brände

Brandstiftung im Oberforsthaus Frankfurt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Ein Brand im historischem Oberforsthaus sorgt für große Betroffenheit, das Dachgebälk ist wohl nicht mehr zu retten. Seit Jahrzehnten war vergeblich nach Investoren gesucht worden.

Nach dem Feuer im Oberforsthaus ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Ein technischer Defekt oder eine Selbstentzündung seien auszuschließen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Unklar sei noch, ob das Feuer am Donnerstagabend absichtlich oder fahrlässig gelegt wurde.

Die Feuerwehr war gegen 22 Uhr per Notruf alarmiert worden und schnell vor Ort. Der Dachstuhl des denkmalgeschützten Gebäudes stand da aber bereits auf einer Länge von 25 Metern in Flammen. Die Löscharbeiten dauerten bis 1 Uhr nachts. Das Feuer war laut Polizei im Dachgebälk ausgebrochen und könnte ein Indiz für fahrlässige Brandstiftung sein. Auch die Uhrzeit noch vor Einbruch der absoluten Dunkelheit spricht dafür. Möglicherweise haben sich Personen unbefugt in dem seit Jahrzehnten leerstehenden Gebäude aufgehalten.

Unabhängig von der Brandursache herrschte am Tag nach dem Feuer große Betroffenheit. Andrea Hampel, die Leiterin des Denkmalamts, hatte sich den Schaden bereits am Freitagmorgen angesehen: „Es ist natürlich ein Desaster, ganz schlimm.“. Der Dachstuhl des historischen Gebäudes sei wohl nicht mehr zu retten,das Gemäuer selbst lasse aber zumindest auf den ersten Blick keine gravierenden Risse erkennen. Hampel betonte aber auch, dass das Gebäude auch vor dem Feuer schon in einem schlechtem Zustand gewesen sei. Noch deutlicher wurde Thomas Bauer, der Vorsitzende des Denkmalbeirats. Die Sanierung des baufälligen ehemaligen Pferdestalls sei „eine absolute Hängepartie und kein Ruhmesblatt für die Stadt“.

Die Geschichte des Oberforsthauses geht zurück auf das Jahr 1729. Der amtierende Oberförster durfte in seinem Haus Gäste bewirten, noch im 18. Jahrhundert etablierte sich auf dem Gelände ein beliebter Gasthof, in dem auch Goethe verkehrte und der es in seinem Faust als „Jägerhaus“ erwähnte.

Im Zuge der autogerechten Stadt wurde das Areal an der Mörfelder Landstraße im 20. Jahrhundert aber immer mehr vom Verkehr umtost, Gastronomie gibt es auf dem Areal schon seit 1963 nicht mehr. Das eigentliche Oberforsthaus wurde abgerissen, stehen blieb nur noch der denkmalgeschützte Pferdestall, der seit dieser Zeit aber ungenutzt ist. Die Stadt kaufte das Gelände 2012 bei einer Zwangsversteigerung für 700 000 Euro zurück und sucht seitdem einen Investor. Doch das ist nicht einfach, denn das Areal ist für Interessenten aus vielerlei Hinsicht nicht lukrativ, weil es gleichzeitig auf einer Verkehrsinsel und im Landschaftsschutzgebiet liegt. Verwaltet wird das 4600 Quadratmeter große Gelände vom Amt für Bau und Immobilien (ABI). Sprecher Günter Murr verdeutlicht die Schwierigkeiten: „Der Baumbestand darf nicht gerodet werden.“ Daher gäbe es für Interessenten nur einen relativ kleinen Bauplatz. Die Stadt hatte daher schon auf die Vorgabe einer gastronomischen Nutzung verzichtet und sich laut Murr zuletzt „in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem Investor aus dem medizinischen Bereich“ befunden.

Doch durch die langjährige vergebliche Investorensuche gibt es laut Denkmalamtsleiterin Hampel „einen irren Sanierungsstau“ an dem Gebäude. Die Stadt als Eigentümer und hier das ABI habe unabhängig von einem Investor „eine Erhaltungspflicht“, so Hampel. Schon seit 2019 sollte der Pferdestall ein Notdach erhalten, damit sich der Zustand der Bausubstanz nicht weiter verschlechtert. Nach dem Brand hat sich die Diskussion um ein Notdach aber erstmal erübrigt.

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