Kultur

Brand verzögert Ausstellung im MMK Frankfurt

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Das Museum für Moderne Kunst kann nicht aufbauen. Die Gutachter prüfen noch den Schaden.

Der Brand im Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main am 29. Juli wirkt sich auf die Vorbereitung der nächsten großen Ausstellung aus. Derzeit ist noch unklar, ob die Schau unter dem Namen „Museum“ tatsächlich wie geplant am 16. August eröffnet werden kann.

Die Aufbauarbeiten für diese neue Ausstellung sind gegenwärtig „auf Eis gelegt“, wie eine Sprecherin des MMK sagte. Eigentlich wollte das Team in der zurückliegenden Woche mit Hochdruck die einzelnen Exponate aufbauen. Doch dazu kam es bisher nicht, weil gegenwärtig noch Gutachter den entstandenen Schaden untersuchen. Dabei geht es auch um die Schadenshöhe und versicherungsrechtliche Fragen. „Wir informieren Sie, sobald neue Kenntnisse vorliegen“, heißt es auf der Internetseite des Museums. Das Feuer war durch einen technischen Defekt an einem Diesel-Notstromaggregat ausgelöst worden.

In der Ausstellung sollen Werke aus der Sammlung, Leihgaben, aber auch Neuproduktionen prominenter Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein. So hat zum Beispiel die Frankfurterin Anne Imhof, mit der MMK-Direktorin Susanne Pfeffer 2017 den Goldenen Löwen bei der Biennale in Venedig gewonnen hatte, eine neue Arbeit vorbereitet. Das Gleiche gilt für die Städelschulabsolventin Jana Euler.

Gegen Ökonomisierung

Die neue Ausstellung soll das gesamte Haus umfassen. Eingeladen ist beispielsweise auch der chinesische Künstler Li Liao, der durch seine öffentlichen Schlafaktionen bekanntgeworden ist: Er propagiert Schlaf als Ausdruck des Widerstands. Ganz im Sinne von MMK-Direktorin Pfeffer, die ihr Haus als Raum sieht, der sich der totalen Ökonomisierung und Kapitalisierung der Gesellschaft entzieht. „Museum“ wird nach derzeitiger Planung bis 16. Februar 2020 zu sehen sein.

Keine Folgen hatte der Brand nach den Worten der MMK-Sprecherin für die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im Museum, die im Juni begonnen worden waren und bis zur Eröffnung am 16. August endgültig abgeschlossen sein sollten. Die Fassade wurde gereinigt und neu gestrichen. Im Inneren wurde unter anderem die Beleuchtung in den Ausstellungsräumen auf moderne LED-Technik umgestellt.

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