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Die Ursache des Brandes im „Tortenstück“, wie das MMK in Frankfurt auch genannt wird, ist noch unklar.

MMK

Brand am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt

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    Claus-Jürgen Göpfert
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Im Frankfurter Museum für Moderne Kunst bricht ein Feuer aus. Menschen werden nicht verletzt, Kunstwerke kommen nicht zu Schaden. Die Ursache des Brandes ist noch unklar.

Es ist 11.46 Uhr am Montag, als einer Polizeistreife auf der Berliner Straße auffällt: Da stimmt was nicht im Museum für Moderne Kunst (MMK). „Im selben Moment kam auch schon die Meldung“, sagt der Beamte, der eine Stunde später auf der komplett abgeriegelten Straße steht. Aus dem Museum steigt dicker Qualm auf, Menschen auf der Braubachstraße halten sich Tücher vors Gesicht. Die halbe Innenstadt riecht nach Rauch.

Um 15 Uhr ziehen Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und Museums-Direktorin Susanne Pfeffer im Gespräch mit der FR Bilanz. „Wir hatten Glück im Unglück“, sagt die Dezernentin, „es sind keine Menschen zu Schaden gekommen und es ist auch kein Kunstwerk beschädigt worden.“

Feuer bricht auf dem Dach des MMK aus

Das Feuer sei aus noch unbekannten Gründen im Maschinenraum des Aufzuges ausgebrochen, der auf dem Dach liegt. Die Kupferhülle dieses Maschinenraumes musste von der Feuerwehr aufgebrochen werden, um an den Brandherd zu gelangen.

Das Museum ist gegenwärtig wegen Sanierungsarbeiten und wegen der Vorbereitung der nächsten großen Ausstellung geschlossen. Deshalb hielten sich nur wenige Mitarbeiter des Museums im Haus auf, die sofort evakuiert wurden. „Es hing so gut wie keine Kunst im Haus“, so Pfeffer. Alle Werke, die noch in den Sälen waren, seien sofort herausgebracht worden.

Zum Umfang des Schadens können Hartwig und Pfeffer nichts sagen. Die Vorbereitung für die nächste Ausstellung unter dem Titel „Museum“, die am 16. August eröffnet werden soll, sei aber nicht beeinträchtigt, so die Direktorin. Ein Zusammengang des Brandes mit den Sanierungsarbeiten bestehe nicht. Die Kulturdezernentin spricht von einem „hochprofessionellen Einsatz der Feuerwehr“, bei der sie sich ausdrücklich bedankt. Für Hartwig ist es der erste Arbeitstag nach dem Sommerurlaub.

Museumsdach des MMK wird gerade renoviert

Oben auf dem Dach des als „Tortenstück“ bekannten Museums stehen zwei Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz mitten im Qualm. „Ich ziehe den Hut vor den Kollegen“, sagt der Polizist unten. Auch Hasengasse und Domstraße sind gesperrt. Schaulustige überall, und die Autos stauen sich auf der Töngesgasse. Einige versuchen, mit ihren Wagen über die Zeil auszuweichen. Es ist der letzte Tag, an dem der Mainkai vor seiner einjährigen Sperrung noch für den Kraftfahrzeugverkehr offen ist – auch dort ein einziger langer Stau.

Der Brandherd liegt auf dem Dach des Museums.

Das Museumsdach ist teilweise eingerüstet. „Hier wird gerade innen und außen renoviert“, sagen die Arbeiter, die jetzt untätig davor sitzen müssen. Geschäftsleute aus den angrenzenden Häusern wenden sich an die Polizisten: „Wir haben heute Vorstellungsgespräche im Haus – wie lang wird die Sperrung noch andauern?“

Dazu gibt es am frühen Nachmittag noch keine Auskunft. Die Feuerwehr twittert um 14 Uhr: „Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, da das Dach aus Kupfer per Hand geöffnet werden muss. Die Löscharbeiten werden noch längere Zeit andauern. Die Berliner Str. ist voll gesperrt.“

Warnungen an Passanten auf der Braubachstraße

Auf der Straße wird derweil gefachsimpelt. „Das Problem ist: Sie können es nicht fluten, dann ist ja die ganze Kunst futsch“, sagt einer.

Und sein Begleiter: „So ein Ding fängt ja nicht zum Spaß an zu brennen.“ Die Feuerwehr bittet die Polizei um Amtshilfe: Die Leute auf der Braubachstraße sollen Abstand halten wegen der extremen Rauchentwicklung. Die Sicht auf der Berliner Straße ist ohnehin besser. Ein Mann fragt die Polizei, ob er filmen darf. „I’m from California.“

Näheres zum Brand wollen Polizei und Feuerwehr später bekanntgeben.

Bei den Sanierungsarbeiten wird die Fassade des Museums, das 1991 eröffnet worden war, auf einer Fläche von 2900 Quadratmetern neu gestrichen. Zuvor war noch der Sandstein gereinigt worden.

Im Inneren wird die Beleuchtung in den Ausstellungsräumen auf moderne LED-Technik umgestellt. Insgesamt kostet dieser erste Renovierungsabschnitt rund 280.000 Euro. Er wird aus dem Etat des Bundesumweltministeriums finanziell unterstützt.

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