So soll es Ende 2022 an der Ringelstraße aussehen. In den dortigen Gebäuden entstehen die Kindertagesstätte und die geförderten Wohnungen.

Bornheim

Bornheimer Schandfleck wird bebaut

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
    schließen

Die Pläne für die Brache zwischen Berger und Ringelstraße kommen bei Bürgern und Stadtteilpolitikern gut an. Der Investor möchte dort auch Parkplätze für den Stadtteil schaffen.

Noch scheinen es nicht alle Bornheimer für bare Münze zu nehmen, dass bereits im Spätsommer Bagger auf der Brache zwischen Berger und Ringelstraße anrollen sollen. „Mir fehlt da der Glaube“, sagte der Stadtverordnete und Stadtteilhistoriker Bernhard Ochs. Schließlich beschäftige sich der Ortsbeirat 4 seit seiner Gründung im Jahr 1972 mit der Fläche. Er würde sich aber freuen, wenn es tatsächlich klappe, sagte Ochs, und drückte damit aus, was viele im Stadtteil denken.

In der Sitzung des Gremiums am Dienstagabend präsentierten Vertreter des neuen Eigentümers, die OH Projektentwicklungs GmbH, die Pläne. Demnach sollen auf der 3800 Quadratmeter großen Fläche bis zum dritten Quartal 2022 fünf Gebäude entstehen. Sie werden Platz für einen Supermarkt, eine Kindertagesstätte und 67 Wohnungen bieten, sagte Vasco Kienle von der OH. Jeweils 14 Wohnungen entstehen nach dem ersten und zweiten Förderweg der Stadt.

Unter den Gebäuden soll eine Tiefgarage entstehen, die von der Ringelstraße aus zugänglich sein wird. Bislang seien dort 101 Parkplätze geplant, sagt Kienle. Das seien bereits 15 mehr, als die OH für Wohnungen, Kita und Supermarkt nachweisen müsste. Das Unternehmen arbeite aber mit der Stadt und Experten daran, weitere Parkplätze zu generieren, da das im Stadtteil und im Ortsbeirat gewünscht sei. Es werde etwa geprüft, dort mehr Doppelparker zu installieren.

Weitere Stellplätze schaffen

In der Tat haben sich der Gewerbeverein Bornheim Mitte und Stadtteilpolitiker bereits mehrfach dafür ausgesprochen, dort weitere Stellplätze zu schaffen. Auch am Dienstag wurde die Forderung laut. CDU-Chef Bodo Pfaff-Greiffenhagen forderte eine Quartiersgarage, die Parkplätze dort „werden nicht brachliegen“. Die ursprüngliche Planung sah auf dem Grundstück unter anderem ein Parkhaus für das Viertel vor. Die Stadt hatte auf diese zugunsten von gefördertem Wohnungsbau verzichtet.

Bei Bürgern und Stadtteilpolitikern kam die Präsentation gut an. Ursula Peusch von der Gruppe Metropol regte an, dort ein gemeinschaftliches, generationsübergreifendes Wohnen zu etablieren. Kienle sah dafür „kein Potenzial“. Bislang sei noch offen, ob die Wohnungen verkauft oder vermietet werden. Für die Gewerbefläche seien mehrere Supermarktketten im Gespräch.

Kienle betonte mehrfach, dass es sein Unternehmen ernst meine und die nötige Transparenz mit der Stadt und den Bürgern schaffen wolle. Mit auf dem Podium saß deshalb der Geschäftsführer Abdul Karim Keshawarz, der eigens aus Strasbourg angereist sei. Sein Unternehmen habe einen schwierigen Start gehabt, sagte Kienle. Nachbarn hätten OH-Mitarbeiter zum Teil beleidigt, weshalb die Baugrube jetzt nur auf dem eigenen Grundstück stabilisiert und verankert werde, und nicht wie üblich an den Nachbargebäuden.

Seit Jahren schon liegt das Areal brach. Unrühmliche Bekanntheit erlangte es vor 18 Jahren, als ein marodes Haus dort zusammenstürzte und Passanten auf dem Gehweg verletzte. Seitdem wechselte die Liegenschaft zweimal den Besitzer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare