Der neue Geschäftsführer der Apfelweinwirtschaft „Zur Sonne“ in der oberen Berger Straße, Marian Streit, möchte an dem bekannten Lokal nur wenig verändern.
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Der neue Geschäftsführer der Apfelweinwirtschaft „Zur Sonne“ in der oberen Berger Straße, Marian Streit, möchte an dem bekannten Lokal nur wenig verändern.

Gasthaus Neueröffnung

Das Bangen hat ein Ende: Traditionslokal „Zur Sonne“ macht wieder auf

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Für das Gasthaus in Frankfurt Bornheim hat sich ein Eigentümer gefunden. Dieser setzt auf kleine Veränderungen.

  • DasGasthaus in Frankfurt Bornheim soll am 27. Juni wieder öffnen
  • Kleine Veränderungen am Gasthaus sind geplant
  • Die Speisekarte des Gasthauses bei Frankfurt bleibt größtenteils gleich

Noch steht der Hof voll mit Maschinen, Werkzeuge liegen herum und Baumaterialien stapeln sich. Am 27. Juni soll die historische Gaststätte Zur Sonne an der Berger Straße unter neuer Führung wieder geöffnet werden – nach fast einjähriger Pause. Dann soll es unter den großen Bäumen im Biergarten wieder Apfelwein und Hausmannskost geben. Derzeit wird das unter Denkmalschutz stehende Ensemble saniert.

https://www.facebook.com/zursonnebornheim/posts/105019074400329

Frankfurt Bornheim: Petition gegen Schließung der Gaststätte 

Im Dezember hat das Bensheimer Unternehmen Streit, das sich vor allem mit Arbeitschutz und -sicherheit beschäftigt, das Traditionslokal übernommen. Die vorherigen Eigentümer hatten die Apfelweinwirtschaft nach rund 30 Jahren aus Altersgründen verkauft. Da in dem Exposé auch die Rede von einem Umbau der gastronomischen Flächen war, sorgten sich viele Bürger um die Zukunft der Sonne. Ein Bornheimer rief eine Online-Petition ins Leben, damit das historische Lokal nicht schließt.

Noch von den Vorgängern hängen die Bembel im alten Gastraum Trotz Umbauarbeiten soll der alte Charme erhalten bleiben.  

Der neue Geschäftsführer, Marian Streit, will die Bornheimer beruhigen. „Nur das Nötigste“ werde saniert, sagt er, das, „was man sowieso irgendwann hätte machen müssen“. An der „Grundatmosphäre“ des Traditionslokals werde sich nichts ändern. Alte Böden, Holzwände, Bilder und Mobiliar blieben größtenteils erhalten, „das macht den Charme aus“. Auch die Gerippten und Bembel hat er von den Vorgängern übernommen.

Streit setzt auf kleine Veränderungen, vieles bleibt in der Gaststätte Frankfurt Bornheim erhalten

In der Guten Stube zur Berger Straße hin hängen die blauen Gefäße noch immer an der Decke. Dort wurde etwa die Theke ausgetauscht, um kompatibel mit dem modernen Schanksystem zu sein, das im Keller installiert wird. Streit hat jedoch die alte Verkleidung der Theke aufgehoben, sie soll an die neue angebracht werden. Den zweiten Gastraum hat der Geschäftsführer etwas verkleinern lassen. Hinter einer neuen Wand ist ein Verbindungsgang entstanden. Kaschiert wird die Wand durch die alte Vertäfelung, „das wird kaum einer merken“. Im Sommergarten im Hof etwa möchte der 27-Jährige nur die Stoffe der Markisen und Schirme austauschen.

Vereinsraum der Gaststätte in Frankfurt Bornheim wird zur Küche umgebaut

Zu den größten Veränderungen gehöre, dass der ehemalige Vereinsraum zur modernen Küche umgebaut wird. Der Raum sei unattraktiv gewesen, sagt Streit, die alte Küche im Haupthaus zu klein. Sie werde zur Serviceküche umgebaut. Durch den neuen Verbindungsgang können Kellner künftig im Biergarten und in der Gaststätte servieren, „ohne dass man bei Wind und Wetter durch den Hof laufen muss“.

Am berühmten Sommergarten will der neue Eigentümer nichts verändern.

Den Weg durch den Innenhof zu den sanitären Anlagen will Streit den Besuchern in den Gasträumen ersparen. Deshalb soll im ersten Stockwerk eine Gästetoilette entstehen. Noch gebe es dafür aber keine Genehmigung. Geplant sei langfristig, dort weitere Gasträume einzurichten, sollte es keine Einwände der Bauaufsicht und des Denkmalamts geben, mit denen er sich abstimmen muss.

Die ehemaligen Wohnungen im Obergeschoss möchte der Geschäftsführer nicht reaktivieren, auch, da ein separater Zugang fehle. Vermietet werden soll dafür erneut die Wohnung im Nachbargebäude, dem sogenannten Hexenhäuschen. Der Gastraum im Erdgeschoss des Gebäudes bleibe unangetastet und werde nur noch an Gruppen und für Feiern vermietet.

Preise werden im Gasthaus bei Frankfurt kaum verändert

Marian Streit betont, dass er nur kleine Veränderungen plant. Selbst an der Speisekarte wolle er kaum etwas ändern, der Preis für ein Glas Apfelwein bleibe bei 1,70 Euro. Obwohl er einräumt, dass er bis vor kurzem nicht einmal gewusst hatte, dass es in Frankfurt Ebbelwei-Kneipen gibt, „und in Bornheim war ich vorher auch nicht“. Er habe sich jedoch eingearbeitet. Und je mehr er gelesen habe, „um so begeisterter war ich“.

Dass die Sonne überhaupt als Gaststätte erhalten bleibe, sei den Vorbesitzern zu verdanken. Es habe Interessenten gegeben, die mehr gezahlt hätten, aber Wohnungen planen wollten.

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