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Der Betonkoloss an der Petterweilstraße soll ein zusätzliches Stockwerk erhalten. 

Bornheim

Bornheim: Wohnen auf dem Bunker

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Die ABG möchte das Areal des Luftschutzbunkers an der Petterweilstraße bebauen. Die Vereine, die das Gebäude nutzen, können bleiben.

Die ABG Frankfurt Holding möchte auf dem Gelände des Hochbunkers zwischen Petterweil- und Heidestraße Wohnungen bauen. Der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Frank Junker geht davon aus, dass noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden kann. Derzeit liefen noch Gespräche mit den Nachbarn. Die Vereine, die derzeit Räume in dem massiven Gebäude nutzen, „können bleiben“.

Momentan prüfe die ABG, wie die Wohnbebauung auf dem Bunker und dem dazugehörigen, brachliegenden Grundstück an der Heidestraße realisiert werden kann. Junker rechnet damit, dass insgesamt 31 Einheiten entstehen könnten, „die meisten an der Heidestraße“. Weitere auf dem Bunker. Dieser könne um ein zusätzliches Geschoß aufgestockt werden. Die Stadt hatte Ende des Jahres gesagt, dass auch sozial geförderter Wohnungsbau anteilig geplant sei (die FR berichtete).

Die Kommune hatte den Bunker vor etwa drei Jahren zusammen mit weiteren Anlagen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Jetzt wolle sie die Liegenschaft in Erbpacht an die ABG vergeben, sagt Günter Murr vom Baudezernat. Bis zum Ankauf waren in dem Betonkoloss zwei Karnevalsvereine, das Rockmobil der Caritas und eine Radsportgruppe beheimatet.

Vereine wollen Räume auch künftig nutzen

Die Vereine hatten mitgeteilt, die Räume auch künftig nutzen zu wollen. Der Vereinsring Bornheim hatte angeregt, hinter den dicken Mauern einen Stadtteiltreff für seine Mitglieder einzurichten.

Wegen Brandschutzauflagen konnte das Gebäude zuletzt nicht mehr für Veranstaltungen, sondern nur noch als Materiallager verwendet werden. Das soll auch künftig möglich sein, sagt Frank Junker. Auch ein Tonstudio könne es geben. Die ABG werde den Luftschutzbunker aber „nicht so ertüchtigen, dass es bürgerhausähnlich genutzt werden kann“.

Wie die Räume letztendlich genutzt werden können, sei derzeit noch offen, sagt Junker. Auch über die Frage, ob die Vereine Miete zu zahlen hätten, und wenn ja, wie viel, werde derzeit mit der Stadt verhandelt. „Aber daran wird es nicht scheitern.“ Die Details seien nicht geklärt, bestätigt Dezernatssprecher Murr. Doch wolle die Stadt das Gebäude „für Vereine weiter nutzbar halten“.

Wünschenswert wäre es, wenn die Vereine innerhalb des Gebäudes zum Teil umzögen, sagt der ABG-Geschäftsführer. Wäre das Erdgeschoss künftig frei, könnte es als eine Art Parkhaus genutzt werden. „Das wäre wesentlich einfacher. Dann wäre keine teure Tiefgarage nötig.“

Forderung vom Ortsbeirat 

Einen Umzug hatte Thomas Müller vom Rockmobil, das im Parterre Lagerräume und ein Tonstudio eingerichtet hat, bereits abgelehnt. Die oberen Etagen wären ungeeignet. Mehrmals die Woche müssten dann schwere Instrumente die Treppen hoch und runter getragen werden. Zudem sei das erste Stockwerk bislang vom Karnevalsverein Maa-Gard belegt.

Der Ortsbeirat hatte Ende vergangenen Jahres mehrheitlich gefordert, dass der Petterweilbunker für Vereine ertüchtigt werden soll. Eine „gemeinwohlorientierte Fläche, wie Versammlungs- und Übungsflächen für Vereine“ sei wichtig für Bornheim. Könne die Liegenschaft nicht mehr wie früher von den Vereinen genutzt werden, müsse die Stadt „anderswo Ersatzflächen mit ähnlicher Funktionalität wie Lärmschutz“ bereitstellen.

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