Philipp Fischer, Emilia Pfennig, Liza Schulz, Gina Wiebe von der Wilhelm-Merton-Schule spenden Decken, Kleidung und Essen an Obdachlose.

Bornheim

Bornheim: Wilhelm-Merton-Schüler sammeln für Obdachlose

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Die Berufsschüler wollen im Rahmen eines sozialen Projektes Obdachlose in der kalten Jahreszeit unterstützen. Diese Woche verteilen sie daher rund 50 Tüten mit warmer Kleidung und Essen.

In den braunen Papptüten stecken Decken, Pullis, dicke Socken, Mützen, warme Kleidung und etwas zu essen. Mindestens 50 der sogenannten Happy Bags wollen Gina Wiebe, Philipp Fischer, Liza Schulz und Emilia Pfennig packen und diese Woche an obdachlose Menschen in Frankfurt verteilen. Im Rahmen eines sozialen Projekts an der Wilhelm-Merton-Schule an der Andreaestraße haben die vier Berufsschüler dafür in ihrem Umfeld Spenden gesammelt.

Soziales Engagement lautet das Thema, mit dem sich die vier angehenden Kaufleute für Büromanagement bei ihrem Projekt befassen sollen. Vor allem wegen der kalten Jahrezeit hätten sie sich schnell darauf geeinigt, Bedürftige auf der Straße unterstützen zu wollen, sagt Liza Schulz, die Azubi bei den Nassauischen Heimstätten ist. „Wir brennen alle für die Idee.“

Zunächst habe die Gruppe überlegt, Lebensmittel bei Supermärkten zu organisieren und diese an Obdachlose weiterzugeben. Doch habe sich das als zu kompliziert erwiesen. „Deshalb haben wir uns entschlossen, Sachspenden zu sammeln“, sagt die 23-Jährige. Über private Kontakte, Firmen und ihre Ausbildungsbetriebe kamen mehrere Kisten und Säcke voll zusammen. „Die meisten fanden unser Vorhaben super.“

Philipp Fischer, der sich wie seine drei Mitschülerinnen im dritten und letzten Jahr der Ausbildung befindet, schickte in seinem Betrieb, der KFZ-Innung, eine Rundmail an alle Kollegen. „Zudem habe ich ein Sparschwein aufgestellt“, sagt der 20-Jährige. „Da kam einiges zusammen.“ Zwei der vier Ausbildungsbetriebe hätten zudem Geld gespendet. Damit sollen Lebensmittel gekauft werden, sagt Emilia Pfennig, die ihre Ausbildung in der Bildungs- und Erziehungsinstitution Träger 55 absolviert.

Geplant sei, etwa Apfelsaft, Wasser, Bananen und Brezel zu besorgen. Auch Hygieneartikel möchte die Gruppe kaufen. In jede Tüte will sie zudem eine Weihnachtskarte packen, „viele haben wahrscheinlich keinen Kontakt mehr zu ihren Familien und Freunden“, sagt die 20-Jährige Wiebe. „Vielleicht können wir ihnen so eine kleine Freude machen.“

Die vier Azubis rechnen damit, wenigstens 50 Wohnsitzlosen eine ihrer Happy Bags in die Hand drücken zu können. Was übrigbleibe, bekomme eine Obdachloseneinrichtung.

Diese Woche möchten sie sich auf den Weg machen, und die Tüten persönlich verteilen, sagt Schulz. Viele Wohnsitzlose würden häufig kaum noch als Menschen wahrgenommen. Das wollen die Berufsschüler ändern: „Wir wollen mit den Obdachlosen direkt in Kontakt treten und mit ihnen reden“, sagt Schulz.

Wie sie dabei vorgehen sollen, dafür haben sie sich vorab in der Innenstadt beim Franziskustreff, der wohnungslose und arme Menschen unterstützt, beraten lassen.

„Uns liegt das Wohlergehen dieser Hilfsbedürftigen sehr am Herzen“, sagt Wiebe, die beim Personaldienstleister Orizon ausgebildet wird. Deshalb wünschen sie sich Nachahmer für ihr Projekt. „Wir möchten andere dazu animieren, mehr für ihre Mitmenschen zu tun und beispielsweise ebenfalls Sammel- und Spendenaktionen zu starten“. sagt sie.

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