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Wichtige Stütze für den Handel

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Von: Boris Schlepper

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Margit Martin-Marx kümmert sich um die Berger Straße.
Margit Martin-Marx kümmert sich um die Berger Straße. © christoph boeckheler*

Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst will das Kümmerer-Projekt auf Einkaufsstraßen fortsetzen. Ortsbeiräte fordern, dass die gesamte Berger und Seitenstraßen betreut werden.

Viele hat „Pornheim Mitte“ sicher zum Schmunzeln animiert. Wochenlang war das Schild an der Bornheimer U-Bahn-Station verschandelt, nachdem Unbekannte das B zum P gemacht hatten. Erst durch den Einsatz von Margit Martin-Marx tauschte die VGF das Schild aus. Ab 2019 hatte sie sich als erste Kümmerin in Frankfurt dafür eingesetzt, dass Bornheims Einkaufsstraße attraktiver wird. Sie meldete illegale Müllhaufen, Schmierereien und Gefahrenstellen und half Einzelhändler:innen, sich zu vernetzen.

In 2022 waren stadtweit fünf Kümmerer und Kümmerinnen unterwegs: Auf der Berger, der Leipziger, Schweizer und Königsteiner Straße sowie in der nördliche und südliche Innenstadt (Töngesgasse, Grüneburgweg und Oeder Weg). Finanziert wurden sie über die Wirtschaftsförderung. Im Dezember sind alle Projekte ausgelaufen.

Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) möchte das Projekt fortsetzen. Es leiste einen „essenziellen Beitrag zur Förderung der lokalen Wirtschaft“ und sei ein wichtiger Baustein der Informationsgewinnung, um Entwicklungen etwa zur Akzeptanz, zu Angeboten oder leerstehenden Flächen frühzeitig zu erkennen. Das Kümmerer-Projekt bilde „ein Scharnier zwischen Gewerbetreibenden und Politik“. Es habe sich etwa beim Beteiligungsprozess zur Umgestaltung der Schweizer Straße bewährt.

Da sich die Stadt in der Haushaltsdebatte befinde, wollte Wüst noch keine Aussage treffen, ob und welche Mittel künftig zur Verfügung stehen werden. Wie die Fortsetzung aussehen wird, hänge von dem Ergebnis der Evaluation und einer internen Analyse ab, die bis Ende Januar erfolgen solle.

Grüne, SPD und FDP im Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) fordern, dass künftig eine „Kümmerin“ oder ein „Kümmerer“ die Einkaufsstraßen im Blick hat, insbesondere die Berger Straße. Über die Vorlage berät das Gremium am Dienstag, 17. Januar. Einzelhandel und Dienstleister stünden Herausforderungen wie der Gestaltung und dem Zustand der Umgebung gegenüber, die sie alleine nicht leisten könnten, erklärt Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne). Das Kümmerer-Projekt habe sie in vielerlei Hinsicht unterstützt. Während Corona seien etwa Netzauftritte und Abholstrukturen entwickelt worden.

Die Grünen im Ortsbeirat 3 (Nordend) sprechen sich erneut dafür aus, dass das Projekt auf die untere Berger Straße ausgeweitet wird. Der Antrag werde in der kommenden Sitzung beraten, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Das Projekt habe auf dem Bornheimer Abschnitt der Berger gut funktioniert und sei eine „gute Unterstützung des Einzelhandels und der lokalen Dienstleister“. Der Wunsch des Gremiums vor zwei Jahren wurde durch den Wechsel im Wirtschaftsdezernat nicht umgesetzt.

Kümmerin Margit Martin-Marx würde das Projekt gerne fortsetzen, auch für die gesamte Berger Straße. 2019 war sie auf dem oberen Abschnitt bis zur Höhenstraße unterwegs. Ab September war sie auch für die Gewerbetreibenden bis zum Bethmannpark zuständig. Sollte das Konzept verlängert werden, müsse es eine längerfristige Lösung für das Anstellungsverhältnis geben, sagt sie. „Ich will nicht mehr Verträge, die nur auf wenige Monate befristet sind“. Nach ihrer Ansicht ist eine Unterstützung für die Gewerbetreibenden notwendig.

Der Ortsbeirat 4 trifft sich in diesem Jahr erstmals am Dienstag, 17. Januar, 19.30 Uhr, im großen Saal im Zoogesellschaftshaus, Bernhard-Grzimek-Allee 1.

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