Alexander Mann ist mit seinem Graver-Shop seit einem Jahr an der Rendeler Straße.

Bornheim

Frankfurt: Stricknadeln mit persönlicher Widmung

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Alexander Mann erfüllt mit seiner Lasergravurmaschine auch ausgefallene Wünsche. 

Auf Alexander Manns Werkbank liegt eine große Lego-Platte. Mit kleinen Plastiksteinen hat er dort einen Löffel, ein Messer und eine Gabel fixiert. Es ist Kinderbesteck, und soll jetzt mit dem Namen des Kindes verziert werden. Dafür platziert Mann die Platte in einem Kasten, der wie ein großer Kopierer anmutet. Noch wenige Handgriffe am Computer, dann saust ein Laser über das Metall und hinterlässt einen dunklen Schriftzug.

Seit einem Jahr betreibt Alexander Mann zusammen mit Brigitte Seibel den Graver-Shop May Wölkchen an der Rendeler Straße. Mit ihrer 80 000 Euro teuren Lasergravurmaschine können sie Lasergravuren, -markierungen und -cuts anbieten.

Beide sind ungewöhnliche Aufträge gewohnt. „Ich habe einmal als Geschenk für eine Großmutter auf eine Stricknadel „Beste Oma der Welt“ graviert“, erinnert sich Mann, der in Sindlingen wohnt. Ob sie das Kleingeschriebene hat lesen können, wisse er nicht. Die Maschine kann winzige Buchstaben produzieren, „wir können sogar auf Zahnstochern leserlich gravieren“.

Ein Samurai-Schwert hat er mit japanischen Schriftzeichen verziert, das Otoskop eines Hals- Nasen- Ohrenarztes mit dessen Namen. Ein Kunde ließ für seine Freundin auf vier Kacheln die Silhouetten der Städte gravieren, wo sie studiert hatte.

Frankfurt: Gravierte Thermoskannen der Renner

Doch das sind Sonderaufträge. Viele Kunden lassen sich Gläser beschriften oder mit einem Logo versehen, wie etwa die Freiwillige Feuerwehr Höchst oder das Technische Hilfswerk, wo Mann ehrenamtlich für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Vor Weihnachten habe er auf etlichen Thermoskannen Sprüchen und Namen geschrieben, „das war der Renner“. Die meisten Aufträge seien Geschenke, für Hochzeiten oder Geburtstage.

Auch nach einem Jahr bereue er den Schritt in die Selbstständigkeit nicht, sagt Mann. Ständig gebe es neue Aufgabe, sei seine Kreativität gefragt, „das ist sehr abwechslungsreich“. Denn nicht nur Metall und Glas kann unterm Laser landen. Auch Holz, Stoff und Kunststoff wird graviert und mitunter geschnitten. Für einen Frankfurter Schwimmverein etwa hat er Handtücher beschriftet. „Sie wollten etwas, was auch nach vielen Wäschen nicht verblasst.“

Die Arbeit als Lasergraveur hat sich Alexander Mann selbst beigebracht. Dass er eine handwerkliche Ausbildung hat, sei hilfreich. Denn ursprünglich hat er bei der Höchst AG als Betriebsschlosser gelernt. Später als Bürokaufmann im Controlling gearbeitet. Insgesamt 27 Jahre lang war er im Industriepark tätig. Als sein Arbeitgeber die Verwaltung ins Ausland verlegte, stand er ohne Job da. Schnell sei er auf die Lasergravur gestoßen. Schon lange habe er sich dafür interessiert – auch, weil es nicht viele Anbieter gibt. Seibel und er haben sich auf Einzel- und Kleinaufträge spezialisiert.

Etwa 30 Minuten braucht Alexander Mann, um ein Glas in seiner Maschine zu gravieren. Platziert werden kann dort alles, was nicht größer als 80 mal 50 Zentimeter ist. Für runde Gegenstände gibt es spezielle Halterungen. Für Spezialaufträge wie das Besteck muss sich Mann selbst etwas einfallen lassen.

Der Graver-ShopMay Wölkchen an der Rendeler Straße 17 hat montags bis freitags von 10 bis 13 sowie von 14 bis 18 Uhr geöffnet, samstags bis 14 Uhr.

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