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Die Parksituation in Bornheim sorgt für Streit zwischen Anwohnern, Beschäftigten und der Politik.

Verkehr

Frankfurt: Der Streit ums Parken geht in Bornheim weiter

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Anwohner und Beschäftigte kritisieren das Bewohnerpark-Konzept. Der Ortsbeirat fordert zusätzliches Personal für mehr Kontrollen.

Dass man künftig tagsüber nicht mehr kostenlos in Bornheim parken kann, stößt bei vielen Anwohnern und Beschäftigten im Stadtteil auf Kritik. In der Sitzung des Ortsbeirats 4 am Dienstagabend forderten sie, das geplante Konzept zur Bewirtschaftung des Parkraums noch einmal zu überarbeiten. Die Stadtteilpolitiker sprachen sich dafür aus, mehr Personal für Kontrollen einzustellen.

Das städtische Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung hatte die Pläne vor kurzem vorgestellt. Demnach können Anwohner in dem Gebiet zwischen Günthersburgpark und Bornheimer Hang, Saalburgallee/-straße und der Autobahn 661 künftig einen Ausweis für Bewohnerparken erwerben. Gäste müssen in der Regel unter der Woche ein Ticket für 50 Cent für 20 Minuten lösen. Die Stadt möchte das Konzept bis Ende des Jahres umsetzen (die FR berichtete).

Die vier Zonen, in die das Quartier eingeteilt werden soll, müssen nach Ansicht einer Anwohnerin der Seckbacher Landstraße überarbeitet werden. Diese seien viel zu klein. Derzeit müsse sie im ganzen Stadtteil nach einem Parkplatz suchen. Sie regte an, nur zwei Zonen auszuweisen. Unglücklich sei es, dass eine der geplanten Grenze der Bewohnerpark-Zonen entlang der Seckbacher Landstraße verläuft. Künftig dürfe sie dann nicht mehr auf der anderen Straßenseite halten, ohne ein Ticket ziehen zu müssen. „Das ist absurd!“ Sinnvoll wäre es ihrer Ansicht nach, „wenn Bürger mit einem Bewohnerparkausweis, die an einer Grenze wohnen, zwei Bezirke nutzen dürften“.

Parken in Bornheim

Doch das wird voraussichtlich nicht möglich sein, sagt Jens Wöbbeking vom Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung auf Anfrage. Das Straßenverkehrsamt habe sich dagegen ausgesprochen, dass Anwohner beidseitig parken dürfen, wenn eine Grenze eine Straße teile. Auch müsse das Quartier in vier Zonen unterteilt werden, da jeder Bereich eine maximale Ausdehnung von 1000 Metern nicht überschreiten dürfe.

Sorgen bereite das Konzept vielen Angestellten des Bethanien-Krankenhauses, sagte ein Mitarbeiter. Fast 100 kämen aus dem Umland und seien auf das Auto angewiesen. „Wenn es ein Bewohnerparken gibt, haben wir keine Chance mehr.“ Die Quartiersgarage vor dem Hospital sei in der Regel meist schon morgens zugeparkt. Müssten sie auf der Straße ein Ticket ziehen, kämen bei einer Fünf-Tage-Woche Kosten in Höhe 270 Euro im Monat auf sie zu. „Das muss man erst einmal netto erwirtschaften.“

Der Ortsbeirat 4 hat sich einem Antrag der SPD folgend mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Stadt solle mehr Geld für zusätzliches Personal zur Überwachung einstellen. Die „Parkwächter“ seien ausgelastet, sagte Antragstellerin Ortrud Seifert.

Länger diskutierten die Stadtteilpolitiker über Ausnahmeregelungen für Handwerker und Kleingewerbetreibende. Freidemokrat Peter Thoma hatte überdies Sonderregelungen für Pflegedienste angemahnt, damit diese keine Parktickets ziehen müssen. Eine Vorlage der FDP wurde jedoch zurückgezogen und soll überarbeitet werden.

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