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Marianne Steinborn hat ihre Werkstatt in Bornheim pünktlich zu Beginn der Pandemie eröffnet.
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Marianne Steinborn hat ihre Werkstatt in Bornheim pünktlich zu Beginn der Pandemie eröffnet.

Bornheim

Schon die Oma war Keramikmalerin

Marianne Steinborn hat sich einen Traum erfüllt. Die frühere Projektmanagerin entwirft heute in einer kleinen Werkstatt Geschirr für die ganze Familie. Ihre Kollektion gibt es auch in der Altstadt zu kaufen.

Marianne Steinborns Studio ist schlicht. Weiße Wände, hölzerne Regale, eine Werkbank, auf der eine kleine Drehscheibe steht, ein Schreibtisch und ein Edelstahl-Brennofen. Und überall steht Keramikgeschirr. Vor allem kleine und große Tassen, Teller, Schalen in dezenten Farben. Es ist ein altes Werkstattgebäude im Hinterhof der Roßdorfer Straße, wo Steinborn ihr Geschirr „indre“ seit einem Jahr entwirft. Seit 20 Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Bornheim. Ursprünglich kommt sie aus Sachsen.

Bevor sich Steinborn beruflich mit Keramik befasste, arbeitete sie als Projektmanagerin. Nach zwölf Jahren im Job und als Mutter von zwei Kindern habe sie sich gefragt, ob sie etwas anderes ausprobieren soll. Die Richtung war klar, „ich hatte schon immer ein Faible für Design und Grafik“. Die Verbindung zum Ton ist noch älter. Als Kind habe sie in den Ferien viel Zeit in der Töpferei verbracht, in der ihrer Großmutter als Keramikmalerin arbeitete. Oft sei die kleine Marianne durch die Werkstatt gelaufen, habe dem Brennofenmeister und dem Töpfermeister zugeschaut.

Den richtigen Umgang mit Ton musste sich Steinborn selbst erarbeiten. Viele Kurse und Workshops habe sie besucht, doch sei die Drehscheibe nie ihr Freund geworden, „meine Finger sind zu klein“. Deshalb habe sie nach einer anderen Möglichkeit gesucht, wie sie das Material bearbeiten kann – und die Gießtechnik für sich entdeckt. So entwirft Steinborn jetzt ihre Modelle zunächst auf dem Papier, danach wird eine Form aus Gips geschaffen und diese mit flüssigem Ton gefüllt, das überschüssige Material anschließend ausgeschüttet. In ihrem kleinen Ofen brennt sie die Tassen. So entstand ihre handgefertigte Studio-Edition.

Als zweites Standbein hat Steinborn eine komplette Serie entworfen. Im Westerwald fand sie einen Betrieb, der ihre Stücke nach ihren Prototypen produziert. Bislang sind so vor allem Tassen, Teller, Schüsseln und Bowls entstanden, wobei die Teller auch als Deckel dienen. Die Idee dazu sei ihr zu Hause gekommen. „Mit Kindern bleibt immer etwas übrig“, das dann in einer Schale landet. Bislang legte sie einen alten Teller darauf. In ihrer Reihe sitzt der Teller/Deckel passend. Die Steinzeug-Serie ist funktional: Mikrowellenfest, bis zu 300 Grad hitzebeständig und stabil – die Farben kombinierbar.

Im März 2020 startete sie ihr Unternehmen, seit September läuft der Internet-Shop. Trotz der Pandemie gehe ihr Geschäft gut, sagt Steinborn erfreut, „vielleicht auch wegen Corona“. Denn wer nicht einkaufen gehen kann, shoppt eher im Netz, und über dieses wollte sie ohnehin verkaufen. Doch können Kunden auch einen Termin ausmachen und sich die Waren im Bornheimer Studio anschauen. Verkauft wird ihre Ware auch im Kaufhaus im Ort in der neuen Altstadt.

Weitere Geschäfte und Cafés sollen folgen. Auch die Kollektion möchte Marianne Steinborn ausweiten. Größere Teller kommen im Sommer ins Sortiment, geplant sind zudem weitere Formen, die sie bereits auf Papier entwickelt hat. Aber auch diese in schlichtem Design. „Ich liebe alles nordisch-skandinavische.“ So kam der Name „indre“ zustande, der auf Norwegisch Innen oder Inneres heißt. „Ich finde, das klingt einfach schön.“

www.indreceramics.com

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