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Seit Anfang September ist das historische Gebäude der Kirchnerschule gesperrt.  

Bornheim

Risse in der Bornheimer Kirchnerschule

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Historisches Gebäude bis November geschlossen. Engpass für die Nachmittagsbetreuung.

Vor zwei Wochen war es soweit: Als Hichem Romdhane und sein Team von ihrem Büro aus auf die Löwengasse schauen konnten, zogen sie die Reißleine und schlossen sicherheitshalber die Räume der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) Kids an der Kirchnerschule. Denn der Leiter der Einrichtung blickte nicht durch ein Fenster auf die Straße – sondern durch einen Riss in der Wand. „Ich haben eine große Gefahr für die Kinder und meine Mitarbeiter gesehen.“

Seit Anfang September ist das kleine historische Gebäude dicht. Dort ist der Musikraum der Grundschule und das Kids-Büro untergebracht, nachmittags wurden in zwei Räumen rund 60 Kinder betreut. Die Stadt hat das Haus mit einem Flatterband gesichert, demnächst sollen auch Netze angebracht werden, sagt Günter Murr vom Baudezernat auf Anfrage der FR. Denn außer den Rissen seien auch Steine der Fassade herabgestürzt.

Murr hofft, dass die Schäden so behoben werden können, dass das Gebäude bis zu einer endgültigen Sanierung wieder genutzt werden kann. Derzeit werde es durch einen Statiker geprüft, der die Ursache finden soll. Denkbar sei, dass die Schäden durch eine Absenkung des Grundwassers entstanden sind. Bis Ende Oktober soll ein Ergebnis vorliegen und geklärt werden, ob und wann das Gebäude saniert werden kann. Solange werden die Kinder im Pavillon von Kids sowie in Klassenzimmern versorgt.

Doch auf Dauer sei das keine Lösung, sagt Hichem Romdhane. Der Verein betreut an der Bornheimer Grundschule insgesamt 150 Mädchen und Jungen. „Das ist sehr beengt.“ Derzeit könnten die Kinder sich noch viel im Freien aufhalten. In der kalten Jahreszeit sei das dann nicht mehr möglich. „Für den Winter muss sich die Stadt etwas anderes überlegen.“ Denkbar seien etwa Container.

Für diese fehle auf dem Areal der Kirchnerschule jedoch der Platz, sagt Rektorin Birgit Hein-Schmidt. Auf dem Schulhof könnten keine Container aufgestellt werden, „sonst wird es zu eng für die Feuerwehr“. Denkbar sei es allenfalls auf dem Gelände von Kids, doch auch dort gebe es nicht viel Platz. Auch die Rektorin wünscht sich eine baldige Lösung. Auf Dauer könne die Erweiterte Schulische Betreuung nicht in den Klassen- und Fachräumen stattfinden.

Dass das unter Denkmalschutz stehende Gebäude Risse hat, sei nicht neu, sagt Hein-Schmidt. „Die gibt es schon seit Jahren. Das Ausmaß wurde aber unterschätzt.“ Zudem hätten sie sich in „kürzester Zeit dramatisch vergrößert“. Für die Stadt sei es deshalb nicht absehbar gewesen, dass sich die Schäden so erweitern, dass das Gebäude geräumt werden muss, sagt Murr vom Baudezernat. Risse in einem alten Haus seien nicht zwangsläufig ein Zeichen dafür, dass es nicht weiter genutzt werden könne.

Außer den Rissen und der bröckelnden Fassade habe sich das gesamte Haus abgesenkt, sagt Romdhane. Türen und Fenster ließen sich zum Teil nicht mehr öffnen und schließen. Der SPD-Stadtverordnete Holger Tschierschke, dessen Tochter die Kids-Einrichtung besucht, geht deshalb davon aus, dass eine aufwendige Sanierung erforderlich ist, die lange dauern wird.

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