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Ortsbeirat will mehr Grün für Bornheimer Ernst-May-Siedlung

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Von: Boris Schlepper

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Rund um den Ernst-May-Platz an der Wittelsbacherallee ist in der Vergangenheit der Festzug der Bernemer Kerb gestartet.
Rund um den Ernst-May-Platz an der Wittelsbacherallee ist in der Vergangenheit der Festzug der Bernemer Kerb gestartet. © Chris Hartung

Die Idee: Die Flachdächer der historischen Häuser zu bepflanzen. Das Denkmalamt sorgt sich allerdings um das einheitliche Erscheinungsbild der Siedlung.

Die Ernst-May-Siedlung in Bornheim könnte demnächst deutlich grüner werden. Zumindest wenn es nach dem Willen des Ortsbeirats 4 geht. Das Stadtteilgremium hat sich jüngst mehrheitlich dafür ausgesprochen, prüfen zu lassen, ob die Flachdächer der historischen Gebäude bepflanzt werden können und die Siedlung dadurch für eine klimafreundliche Zukunft gerüstet werden kann. Seitens des Denkmalamtes sieht man das Vorhaben kritisch.

Könnten die Dächer der Häuser am Bornheimer Hang und am Ernst-May-Platz begrünt werden, werde sich das lokale Mikroklima verbessern, heißt es im Antrag der Linken, den das Stadtteilparlament gegen die Stimmen der CDU auf den Weg gebracht hat. Die Dachflächen heizten sich dann weniger stark auf und speicherten entsprechend weniger Wärme. In den Sommermonaten blieben dadurch auch die Gebäude selbst kühler. Nach Ansicht der Ortsbeiräte ist die Maßnahme „einfach zu realisieren, sei „minimal invasiv und nicht pflegeintensiv“. Der Magistrat soll deshalb prüfen, ob die Dächer das Gewicht einer „einfachen Intensivbegrünung“ bautechnisch tragen können, und ob es etwa administrative Hemmnisse gibt. Zudem will das Stadtteilgremium wissen, ob es bereits Überlegungen gab oder gibt, die Bornheimer Ernst-May-Siedlung zu begrünen. Um die Temperaturen in Frankfurt für die Menschen, Flora und Fauna auf einem akzeptablen Maß zu halten, solle zügig gehandelt werden. Die meisten Bauten der May-Siedlung in Bornheim hätten Flachdächer, die sich prinzipiell für eine Bepflanzung eignete, heißt es in der Vorlage der Linken. Zwar stünden einige der Gebäude unter Denkmalschutz. „Eine einfache Intensivbegrünung wird das Erscheinungsbild der Gebäude indes kaum verändern.“

Das sieht der stellvertretende Leiter des Denkmalamts, Stefan Timpe, anders. Eine Veränderung der Siedlung des einstigen Frankfurter Stadtplaners sei ein „sensibles Thema“. Er sehe „den Bedarf und die Notwendigkeit“, für den Klimaschutz aktiv zu werden, „aber es muss denkmalverträglich sein“ und jedes Projekt individuell geprüft werden.

Als Welterbe nominiert

Einige Gebäude in Bornheim stünden als Einzelobjekt unter Denkmalschutz, so Timpe, zudem sei die ganze Siedlung Bornheimer Hang als Gesamtanlage geschützt. Wichtig sei dabei vor allem ein einheitliches Erscheinungsbild.

Derzeit sei die Behörde gerade dabei, Teile der May-Siedlungen wieder zu vereinheitlichen, was etwa Farbgebung, Fenster und Türen betreffe.

Es gebe „kein prinzipielles Nein“ für grüne Dächer oder etwa eine Wärmedämmung, so der Vize-Amtsleiter. Doch seien für eine Begrünung Abflüsse nötig, die das Äußere beeinträchtigten. Und Dämmmaterial müsste so montiert werden, dass es nicht das Gebäude entstelle. Auch könne nicht jeder Eigentümer individuell vorgehen, sonst sei ein Haus begrünt, das nächste mit einer Dämmung versehen und ein anderes im ursprünglichen Zustand. Denkbar sei dagegen, ganze Blöcke einheitlich anzugehen, was möglich sei, da diese zum Teil im Besitz von Siedlungsgesellschaften sind.

Berücksichtigt werden müsse zudem, dass derzeit zwei Frankfurter May-Siedlungen als Unesco-Welterbe nominiert sind, so Timpe. Auch wenn es um die Quartiere in der Römerstadt und die Höhenblick-Siedlung in Ginnheim gehe, werde dabei der gesamte Bestand der May-Häuser in Frankfurt betrachtet.

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