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Ein gemeinsamer Opernbesuch steht auch auf dem Programm.

Bornheim

Opernkreis Bornheim: Zum 25. Mal gemeinsam Klassik analysieren

Klassikliebhaber zerlegen m Opernkreis gemeinsam Stücke. Dieses Mal steht Wagners „Tristan und Isolde“ auf dem Programm.

Seit über 400 Jahren begeistert die klassische Oper den Menschen. Warum? „Weil sich in der Oper eben alle Künste zusammenfügen“, schwärmt Jürgen Vorlauf. „Sie vereinen sich zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk aus Ton, Wort, Geste, Raum und Licht.“

Vor zwölf Jahren organisierte Vorlauf den ersten Bornheimer Opernkreis. Zwei Mal im Jahr trifft er sich seitdem an acht Abenden über vier Monate mit Klassikliebhabern und solchen, die es werden wollen, um ein Stück in seine Einzelteile aufzubrechen. Am Freitag beginnt die 25. Ausgabe der Veranstaltungsreihe, dieses Mal soll es um Richard Wagners „Tristan und Isolde“ gehen.

Gerade bei Stücken von Wagner oder Strauss höre Vorlauf immer wieder, dass Menschen beim Konzertbesuch das Gefühl hätten, es rausche viel an ihnen vorbei. „Da, wo die Mythen raunen und schwierigste Stoffe verhandelt werden“, da helfe eine genaue Analyse. Das Schönste sei, wenn die Teilnehmer ihm sagten, sie kämen mit einem Lächeln im Gesicht, sagt der 76-Jährige. Manche hätten Stücke zum Teil schon mehrere Male gesehen, aber nie richtig verstanden – bis zur Teilnahme am Opernkreis. „Das ist eine Bestätigung, dass ich den richtigen Ton treffe.“

So will Jürgen Vorlauf nun auch Wagners wuchtiges Werk in lockerer Runde auf seine Schlüsselpassagen untersuchen – sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Jedes der zweistündigen Treffen beginnt mit 40 Minuten Frontalunterricht, in denen der ehemalige Agent für Opern- und Theaterdarsteller den Teilnehmern etwas zu dem Stück erzählt. Dann geht es ans Eingemachte: Beim gemeinsamen Betrachten von Ton- und Bildaufnahmen vergangener Aufführungen nähere man sich nicht nur der Original-Vorlage, sagt Vorlauf. „Das, was die meisten sehr interessiert, sind die Interpretationsvergleiche.“

Nach sieben Abenden der intensiven Analyse stehe es den Teilnehmern dann frei, zusammen „Tristan und Isolde“ in der Frankfurter Oper zu sehen. Ein Kolloquium zu dieser Inszenierung von Katharina Thoma bilde am letzten Abend den Abschluss des Opernkreises.

„Es ist ein niedrigschwelliges Angebot“, erklärt Jürgen Vorlauf, „Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“. Ursprünglich habe er seine Leidenschaft Menschen vermitteln wollen, die Interesse, aber womöglich erste Berührungsängste mit der Oper hätten. Letzten Endes seien aber sowohl Leute mit wenig Erfahrung gekommen als auch echte Profis. Sogar Musiker des hr-Sinfonieorchesters habe er schon dabei gehabt.

Jeder Opernkreis steht für sich. Wer die ersten ein oder zwei Treffen verpasse, könne immer nachträglich einsteigen, sagt Vorlauf, der für die Jubiläumsausgabe auf neue Gesichter hofft: „Ich baue viele Rekapitulationen ein. Im großen Bogen kriegt man dann den Überblick.“

Der Bornheimer Opernkreistrifft sich am 6. und 13. März, am 3. und 24. April, am 15. und 22. Mai sowie am 5. und 19. Juni, von 18.30 bis 20.45, im Gemeindehaus Bornheim, Große Spillingsgasse 24. Die Teilnahmegebühr beträgt 80 Euro, Anmeldung unter jvorlauf@web.de oder 01577/2091942

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