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Neue Pläne für Bornheimer Bunker

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Von: Boris Schlepper

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Seit Jahren darf der Luftschutzbunker an der Petterweilstraße wegen Brandschutzauflagen nur noch als Lager genutzt werden.
Seit Jahren darf der Luftschutzbunker an der Petterweilstraße wegen Brandschutzauflagen nur noch als Lager genutzt werden. © Pressefotografie Storch, Bad Hg.

Die ABG Frankfurt Holding stockt das Weltkriegsgebäude an Petterweilstraße doch nicht auf. Die Stadt will den Betonkoloss langfristig für die Öffentlichkeit zugänglich machen – wann, ist noch offen.

Die Pläne für den Bunker an der Petterweilstraße haben sich geändert. Die ABG Frankfurt Holding ist davon abgerückt, auf dem massiven Kriegsrelikt Wohnungen zu errichten. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft will jedoch weiterhin auf dem dazugehörigen Grundstück an der Heidestraße bauen, teilt ABG-Chef Frank Junker auf Anfrage mit. Die Stadt will die ehemaligen Schutzräume für die Allgemeinheit herrichten. Wann, ist derzeit noch offen.

Vor zwei Jahren hatte die ABG geplant, den Hochbunker aufzustocken, der seit Jahren wegen Brandschutzauflagen nur noch als Lager und nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden darf. Im Inneren hätte parallel zu einer Nutzung durch Vereine aus dem Stadtteil ein kleines Parkhaus entstehen können.

Eine Prüfung habe jedoch ergeben, dass sich das Projekt nicht rechne, sagt Junker. Deshalb sei nun nur eine Nachverdichtung an der Heidestraße vorgesehen. Dort, in einer Art Blockrandbebauung, seien 15 Wohnungen geplant, „auch geförderte“. Zwischen Neubau und Bunker bliebe ein „kleiner Rest Grün“ erhalten. Derzeit liefen mit der Stadt die letzten Abstimmungen. Voraussichtlich Ende des Jahres werde der Bauantrag gestellt, Baubeginn könne dann in einem Jahr sein.

Dass die ABG aufgrund „der konstruktiven und technischen Herausforderungen“ von der Aufstockung abgerückt sei, sei bedauerlich, sagt Markus Radermacher vom Dezernat für Bildung und Neues Bauen. Die Stadt hätte „zusätzlichen Wohnraum ohne zusätzliche Versiegelung natürlich sehr begrüßt“. Die heutige Nutzungen des Bunkers bleibe aber auch ohne einen Umbau und mit dem benachbarten Neubau unverändert. „Die Nutzungsideen und -wünsche“ in Bornheim seien bekannt, sagt Radermacher.

Die Kommune verfolge das Ziel, „die Bunker im städtischen Eigentum für die Allgemeinheit und die Stadtteile möglichst sinnvoll zu nutzen“. Die ehemaligen Schutzräume in reguläre Aufenthaltsräume umzuwandeln und mit den aktuellen Anforderungen des Baurechts in Einklang zu bringen, sei allerdings aufwendig, so der Dezernatssprecher. „Angesichts unserer begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen können wir deshalb nur schrittweise vorgehen.“

Zurzeit plane die Stadt den Umbau des Bunkers in der Lassallestraße im Riederwald zu Proberäumen für Musikerinnen und Musiker. Nach der Schließung des Luftschutzbunkers im Marbachweg gebe es dafür einen hohen Bedarf, sagt Radermacher. Eine schnelle Sanierung des Petterweilbunkers sei nach dem Rückzug der ABG „zurzeit leider nicht absehbar, er bleibt jedoch in unserem Sanierungsprogramm der kommenden Jahre“.

Die Vereine, die das Gebäude an der Petterweilstraße nutzen, wird das nicht freuen. Auf zwei Etagen hatte der Karnevalsverein Bernemer Käwwern Trainingsräume, Vereinsheim, Archiv und Materiallager, sagt der Vorsitzende Markus Halsch. Seit Jahren schon dürfen sie die Räume nur noch als Depot verwenden. Die Garden probten zusammen mit der Goldenen Elf in Rödelheim. Auch fehle ein Raum, „wo wir uns einfach mal treffen können“.

Halsch und seine Mitglieder wollen wieder zurück in den Bunker, in den sie bereits viel Arbeit investiert haben. Notfalls würden sie auf ein Stockwerk verzichten, „das wäre immer noch besser als gar nichts“. Um das Gebäude möglichst schnell wieder auf Vordermann zu bringen, würden sie auch mithelfen, „vielleicht kann man etwas zusammen mit der Stadt machen“.

Der Frankfurter Karneval-Verein 1911 und seine Maa-Gard, der seinen Sitz im Bunker hat, ist ebenfalls bereit, mitanzupacken, sagt der Vorsitzende Frank Himmelein. Der Bunker sei für die Närrinnen und Narren unverzichtbar, „eine bessere Alternative gibt es nicht, hier stört man keinen“. Das wusste früher auch das Rockmobil der Caritas zu schätzen, die im Erdgeschoss Proberäume eingerichtet hatte. Auch ein Radsportverein hatte dort sein Domizil. Der Ortsbeirat 4 hatte schon vor Jahren gefordert, den Petterweilbunker für Vereine zu ertüchtigen. Der Bornheimer Vereinsring hatte sich dort einen Stadtteiltreff gewünscht.

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