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Seit einem Jahr steht der Fairteiler im Hof der St. Josefs Kirche an der Berger Straße. Stefan Diefenbach vom Weltladen, Nicolas Dörr von Foodsharing Frankfurt, Margit Martin-Marx vom Gewerbeverein und Pfarrer Markus Schmidt kümmern sich um den Schrank.
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Seit einem Jahr steht der Fairteiler im Hof der St. Josefs Kirche an der Berger Straße. Stefan Diefenbach vom Weltladen, Nicolas Dörr von Foodsharing Frankfurt, Margit Martin-Marx vom Gewerbeverein und Pfarrer Markus Schmidt kümmern sich um den Schrank.

Bornheim

Mittagstisch statt Biomüll in Bornheim

  • VonSebastian Theuner
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Seit einem Jahr werden an der Kirche St. Joseph durch einen Fairteiler Lebensmittel vor der Abfalltonne bewahrt. Künftig soll es in Sachsenhausen einen offenen Kühlschrank geben, der allen zur Verfügung steht.

Die eigens formulierten Zeilen zum Jubiläum sind voll des Lobes: „Dass es dich gibt, ist toll“, liest Margit Martin-Marx, Zentrenkümmerin des Gewerbevereins Bornheim Mitte, in den Arkaden der St. Josephskirche vor – „Mach weiter so!“ Der Adressat nebenan steht auf Rollen und schimmert silbern. Im seinem Inneren lagern in Behältern Salatköpfe und Brote.

Seit einem Jahr gibt es den sogenannten Fairteiler in der Berger Straße. Passanten und Passantinnen können sich hier kostenlos Lebensmittel mitnehmen – und selbst welche in den Servierwagen hineinlegen. So soll verhindert werden, dass eigentlich noch genießbare Äpfel oder Brötchen im Müll landen. Von Montag bis Freitag zwischen 9.30 Uhr und 18.30 Uhr und samstags bis 17.30 Uhr ist der Fairteiler zugänglich.

Die Idee dafür hatte Nicolas Dörr von der Gruppe Foodsharing Frankfurt. Lebensmittel zu retten, sei ihm wichtig, sagt er. Ein Gespräch mit Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) brachte die Sache ins Rollen; die Gemeinde St. Josef um Pfarrer Markus Schmidt bot dem Wagen im Bogengang einen Stellplatz. Auch der benachbarte Weltladen signalisierte Unterstützung. Was alle einte, war die Frage: Was halten die Bornheimerinnen und Bornheimer davon?

Angebot in Sachsenhausen

Nicolas Dörr zieht am Jahrestag eine positive Bilanz: „Es ist gut gelaufen“, sagt er. Zahlreiche Spenderinnen und Abnehmer hätten dem Fairteiler zu großer Beliebtheit verholfen; manche hätten sich bei ihm für das Engagement bedankt. Zwar komme es vor, dass Essen im Fairteiler lande, das dort nicht hingehöre – Kühlwaren zum Beispiel. Die meisten hielten sich aber an die Regeln. Dörr und seine Kolleg:innen putzen den Wagen am Abend und stellen ihn in einen Innenraum. Über zusätzliche Unterstützung hierbei würde er sich freuen.

Für Stefan Diefenbach vom Weltladen ist der Fairteiler ein Beispiel gelungener Zusammenarbeit zwischen Politik, Kirche und gesellschaftlichem Engagement. Er und seine Mitarbeiter:innen rollen den Wagen morgens in den Hof. Auch Pfarrer Markus Schmidt ist zufrieden; viele Leute kämen hier ins Gespräch. Einmal, erzählt er, habe eine Mutter vor dem Fairteiler stehend ihre Tochter gefragt: „So Kleine, was kochen wir heute?“

Genutzt wird der Fairteiler von den „unterschiedlichsten Menschen“, sagt Dörr – nicht nur von denen, deren Geld knapp ist. Eine Überlegung sei, künftig mittwochs und samstags, wenn rund um das Bornheimer Uhrtürmchen Wochenmarkt ist, Streetworker:innen zu engagieren. Häufig seien an diesen Tagen Bedürftige zugegen, die auch mal den gesamten Vorrat im Fairteiler einsteckten. Pfarrer Schmidt regt zudem eine „Würmerkiste“ an: Ein Kompost für Übriggebliebenes aus dem Fairteiler.

Der Erfolg in Bornheim inspiriert auch in anderen Stadtteilen: In diesen Tagen startet in Sachsenhausen in der Kirche St. Aposteln im Ziegelhüttenweg ein „Open Frigde“, ein offener Kühlschrank. Geplant wurde er von den Steyler Missionsschwester, deren Gemeinschaft an die Pfarrei St. Bonifatius angegliedert ist. Die offizielle Eröffnung des Lebensmittelschranks soll voraussichtlich im Januar erfolgen.

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