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Lärmschutz der A661 geht vor

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Von: Dennis Pfeifer-Goldmann

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Sollte der Bau des Riederwaldtunnels vorerst gestoppt werden, würden nach wie vor zahlreiche Menschen am Erlenbruch im Stau stehen.
Sollte der Bau des Riederwaldtunnels vorerst gestoppt werden, würden nach wie vor zahlreiche Menschen am Erlenbruch im Stau stehen. © Rolf Oeser

Bevor ein Teil des Fechenheimer Waldes für den A66-Lückenschluss gerodet wird, sollen erst die Menschen in Bornheim vor dem Lärm der A661 geschützt werden. Das fordert der Ortsbeirat 4 (Ostend, Bornheim) auf Antrag der Grünen. Die Folgen könnten drastisch sein.

Bevor ein Teil des Fechenheimer Waldes für den A66-Lückenschluss gerodet wird, sollen erst die Menschen in Bornheim vor dem Lärm der A661 geschützt werden. Das fordert der Ortsbeirat 4 (Ostend, Bornheim) auf Antrag der Grünen. Die Folgen könnten drastisch sein für die Bewohnerinnen und Bewohner im benachbarten Riederwald und zehntausende Pendlerinnen und Pendler.

Für diese Menschen würde das Aufschieben des Baus des Riederwaldtunnels bedeuten, dass sie weiter im Erlenbruch in zähen Staus stehen sowie Lärm und Abgase weiter ertragen müssen. Davon ist aber nicht die Rede, als der Ortsbeirat am Dienstagabend das Aussetzen des laufenden Baus des Riederwaldtunnels zu fordern beschließt. Die Stimme der rechten BFF verhilft Grünen, Linken und Ökolinx zu einer Mehrheit.

Einen Baustopp hat Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bereits abgelehnt, nachdem die Frankfurter Grünen dies vor einigen Wochen forderten. Für den Riederwaldtunnel, der die A66-Lücke schließt, wie auch den A661-Endausbau im Frankfurter Osten besteht Baurecht. Am bereits fertig gebauten Dreieck Erlenbruch soll die A66 auf die A661 treffen. Alles soll bis Anfang nächsten Jahrzehnts fertig sein.

Die Grünen-Fraktion will nun aber erstmal den A661-Lärmschutz genehmigen und die Arbeiten an der A66 so lange ruhen lassen. Dabei ist dieser Lärmschutz längst genehmigt, seit den 1990er-Jahren, als die A661 dort gebaut wurde, jedoch nur mit ihrer östlichen Richtungsfahrbahn.

Auf Druck unter anderem von Autobahngegnern hat sich die Politik in Stadt, Land und Bund aber inzwischen entschlossen, beim Endausbau nun einen noch besseren Lärmschutz zu realisieren. Unter anderem will die Stadt eine 260 Millionen Euro teure und 1,1 Kilometer lange Einhausung im Einschnitt zwischen nördlichem Bornheim und Seckbach bauen. Damit der bessere Lärmschutz möglich wird, werden aktuell die Planungen überarbeitet, auch bei Minister Al-Wazir.

Das haben die Grünen im Stadtparlament auch mitbeschlossen. Eva Thiem, die Grünen-Fraktionschefin im Ortsbeirat, behauptet dennoch: „Man kann nicht sehen, dass Anstrengungen unternommen werden für den Lärmschutz.“

Da die A66 laut deren Baugenehmigung ohne den A661-Endausbau nicht in Betrieb gehen dürfte, „haben wir ohne Lärmschutz eine Ruine“, folgert Thiem. Und dass es diesen Lärmschutz gibt, „sieht danach nicht aus“. Das sorgt für Kopfschütteln und Widerspruch von CDU über FDP und SPD bis Volt.

Das „Junktim mit dem Lärmschutz“ versteht Therese Schwager (FDP) nicht. Schließlich sei der Lärmschutz für Bornheim schon genehmigt und er solle nun sogar verbessert werden. Das aber habe mit dem Fechenheimer Wald überhaupt nichts zu tun.

„Es geht Ihnen darum, dass Sie ihr Klientel befriedigen“, wirft CDU-Fraktionschef Bodo Pfaff-Greiffenhagen den Grünen vor. Es sei an der Zeit, dass der Bau des Riederwaldtunnels endlich vollzogen werde im Sinn der Verkehrsberuhigung im Riederwald.

Direkt gegen Baumfällungen im von Aktivisten besetzten Fechenheimer Wald hatte zuvor die Linke plädiert. „So eine Autobahn darf in einer heutigen Zeit nicht mehr genehmigt werden“, so Pearl Hahn (Linke). Man müsse „unsere Umwelt schützen und die Bäume erhalten“. Es sei „wichtig, dass die Autobahn verhindert wird im Sinn unserer Kinder“, sagt Michael Roscher (BFF).

Da ein fast gleichlautender Antrag aus dem Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) bereits im Stadtparlament beraten wurde, entscheidet sich eine Mehrheit bei Enthaltung der Grünen gegen den Linken-Antrag, nur Ökolinx und BFF sind dafür. Der Antrag sei „nicht mehr ganz aktuell“, sagt Grünen-Fraktionschefin Thiem. Und räumt ein: „Die Stadt kann den Bau der Autobahn nicht mehr verhindern.“

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