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Kumpel für Kippen

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Von: Boris Schlepper

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Ortsbeirat 4 diskutiert über Standaschenbecher. Sie sollen vor allem an frequentierten Grün- und Freizeitflächen in Bornheim und im Ostend aufgestellt werden.

Raucherinnen und Raucher sollen ihre Kippen nicht einfach auf den Boden werfen. Darin sind sich die Fraktionen im Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) einig. Nicht jedoch darüber, wie die Menschen ihre Zigarettenstummel entsorgen sollen. Die Mehrheit des Stadtteilgremiums hat sich jetzt dafür ausgesprochen, dass die Stadt in den zentralen Grün- und Freizeitflächen des Ortsbezirks sogenannte Kippenkumpel aufstellen soll.

Die schlanken Standaschenbecher, die wie eckige Poller anmuten, sollen demnach etwa im Ostpark, in der Rose-Schlösinger-Anlage am Bornheimer Hang und am Hafenpark „in jeweils sinnvoller Anzahl“ montiert werden, heißt es in einem Antrag der Grünen.

Bis zu 4000 schädliche Stoffe seien in Zigarettenkippen zu finden, die dadurch zum Sondermüll gehörten, zitiert Antragsteller Mirko von der Weth den Naturschutzbund Österreich in der Begründung. Ein einziger Stummel könne 40 bis 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen oder das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen. Reste würden von Tieren mit der Nahrung aufgenommen.

Falsches Signal

Mit niedrigschwelligen Möglichkeiten wie den Zigarettenkumpeln könne den negativen Umweltfolgen begegnet werden und das Bewusstsein über die Folgen des achtlosen Wegwerfens gestärkt werden. Sinnvoll sei es, die Abfallbehälter an stark frequentierten Stellen aufzustellen, so von der Weth.

Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU) gab zu bedenken, dass die Standaschenbecher nur einen appellativen Charakter hätten. Am Rosengärtchen vor dem Bethanienkrankenhaus werde trotz vorhandener Mülleimer alles auf den Boden geworfen. Auch Sabine Rosenthal (SPD) verwies auf den Garten vor der Klinik am Prüfling als Negativbeispiel. Die Standaschenbecher seien „nicht das passende Signal an die Raucher“, vielmehr sei eine Aufklärung nötig.

Das sieht auch Ana Piñera von der Fraktion Die Linke im Ortsbeirat so, die den Vorstoß ablehnte. In Zeiten knapper Kassen sei es nicht zweckmäßig, Behälter nur für Zigaretten aufzustellen, sagte Pearl Hahn (Linke). Es müssten vielmehr Mülleimer sein, die auch anderen Abfall und Pizzakartons aufnehmen könnten.

Der öffentliche Raum werde inzwischen stärker von den Menschen genutzt als früher, sagte hingegen Grünen-Fraktionsvorsitzende Marlene Riedel. Dadurch habe sich auch das Müllproblem geändert. Jetzt gehe es auch um den Umweltschutz, „nicht nur darum, dass unsere Stadt schöner aussieht“.

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