Kultur

Theater Grüne Soße kämpft ums Überleben

Die Vorbereitungen für das 40-jährige Bestehen im nächsten Jahr laufen trotzdem weiter. Im Repertoire sind 16 Produktionen.

Im kommenden Jahr könnte das Theater Grüne Soße in Bornheim sein 40-jähriges Bestehen feiern. „Wenn die Corona-Pandemie uns da keinen Strich durch die Rechnung macht“, sagt Geschäftsführer Detlef Köhler (61). „Wenn wir weiterhin die Förderung von der Stadt erhalten, dann können wir weitermachen.“

Das Theater Grüne Soße erhält im Jahr 207 000 Euro von der Stadt. Hinzu kommen Mittel des Landes und Bundes. Das Programmheft ist fertig. Das Programm selbst auch.

„Wir haben ein Repertoire von 16 Produktionen. Und wir versuchen, Stücke anzubieten, die auch im Freien oder im Klassenzimmer aufgeführt werden könnten“, sagt Köhler, der seit 30 Jahren im Theater aktiv ist.

„Die Ensemblestücke halten wir erstmal vor.“ Das Theater, bei dem zehn Leute in unterschiedlichen Funktionen und zu verschiedenen Anteilen mitwirken und das viel mit Kindern zusammenarbeitet, verfügt über drei Ensembles für Mädchen und Jungen in unterschiedlichen Altersgruppen, die kurz vor dem Lockdown vor ihren Premieren standen. Die sind alle geplatzt. „Wir haben versucht, eine andere Form zu finden, damit es weitergehen kann. So beauftragten wir sie damit, Corona-taugliche Szenen für uns zu schreiben, die wir dann hier auf Video aufgenommen haben“, berichtet Köhler. „All diese Kinder werden zum Fest der Ensembles die Szenen live spielen“, kündigt er an. „Natürlich machen wir mehrere Durchläufe, damit alle die Möglichkeit haben, die Szenen zu sehen. Denn zurzeit dürfen nur 17 Personen in den Saal.“

Theaterbetrieb lange geschlossen

Der Theaterbetrieb war lange geschlossen. „Wir haben die ersten Vorstellungen im Juni im Theaterhaus ausprobiert“, erinnert er sich. „In den ersten Shutdown-Woche herrschte viel Ratlosigkeit“, so Köhler.

Das Theater Grüne Soße leide extrem unter der Krise. „Wir versuchen kleine, überschaubare Angebote zu geben und wollen aus der Not eine Tugend zu machen – qualitativ hochwertige Angebote für ein ausgewähltes Publikum.“ Aber ganz ohne Einnahmen geht es nicht. Im Laufe der Wochen und Monate „gerät man ins Zweifeln an der eigenen Berufung und Bestimmung, wenn die sich gar nicht umsetzen lässt, weil es nicht möglich ist. Weil wir nicht systemrelevant sind. Diese Erkenntnis ist bitter.“ Andererseits sei zu spüren, „dass es eine große Not gibt. Kulturelle Bildung fehlt. Der Wunsch, Theater zu sehen und zu erleben, ist da“. Bildschirme und Monitore seien nicht die Lösung. Theater müsse live und von Mensch zu Mensch stattfinden. „Ich weiß auch nicht, was die Lösung ist.“

Ob das Theater Grüne Soße diese Phase überlebt, weiß keiner. „Was wir gewährleisten, ist, dass wir alles dazu beitragen, dass sich niemand ansteckt und wir selbst gesund bleiben.“

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