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Das Kennenlernen dauert in der Regel nur zehn Minuten.

Ausbildungsmarkt

Frankfurt: In zehn Minuten zum Ausbildungsplatz

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Die Frankfurter IHK lädt wieder zum „Azubi-Speed-Dating“ ins FSV-Stadion ein. Das Konzept ist bei jungen Leuten beliebt, eignet sich aber nicht für alle Berufsgruppen.

Ein Bewerbungsgespräch zu führen ist meist anspruchsvoll. In nur zehn Minuten, mit Sanduhr auf dem Tisch, in einem Raum voller anderer Leute umso mehr. Dennoch stellen sich über 600 Interessierte, vor allem Schüler, sowie die Vertreter von 62 Unternehmen und Organisationen am Donnerstag im FSV-Stadion dieser Herausforderung. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt hatte zum ersten ihrer drei diesjährigen „Azubi-Speeddatings“ geladen.

„Es war 2013 eine ziemlich spontane Idee, das Azubi-Speeddating in Frankfurt auszuprobieren, und wir haben sie selbst von anderen übernommen“, sagt Florian Richterich von der IHK Frankfurt. „Auch für die Unternehmen war es anfangs eine eher lustige Idee.“ Das habe sich inzwischen aber verändert. „Wir haben in Frankfurt eine Ausbildungssituation von 1:1. Will heißen, dass auf jeden offenen Ausbildungsplatz ein Bewerber kommt.“ Es müssten neue Wege gegangen und die klassischen Bewerbungsabläufe aufgebrochen werden, so Richterich.

Das Konzept dahinter ist simpel: Auf der IHK-Website kann man sich für unterschiedliche Themenbereiche entscheiden. Im Anschluss werden einem die Unternehmen vorgestellt, die in diesem Bereich eine Ausbildung anbieten. Nach der Angabe von Name, Mailadresse und Terminwunsch wird ein zehnminütiges Gespräch vermittelt.

Mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen

Hört man sich bei den Unternehmen um, schätzt man dort die Möglichkeit, mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. Bis zu 20 Gespräche werden in fünf Stunden geführt. Selbst wenn eine Person nicht zu einer Firma passt, so kann man ihr zumindest Alternativen aufzeigen. Viele Berufe befinden sich in einem starken Wandel, so arbeitet ein Automechaniker heute weniger mit Schraubenschlüsseln als mit einem Diagnosegerät. Auch auf die Wichtigkeit von Noten wird hingewiesen. Gerade im technischen Bereich sind gute Mathenoten ein Muss.

Das direkte Feedback wird von jungen Leuten vor Ort als wertvoll erachtet, etwa von Erdem. Der 18-Jährige interessiert sich für kaufmännischen Berufe: „Ich nutze den Tag, um mich über verschiedene Unternehmen zu informieren“, sagt er. „Allerdings suche ich aktuell vor allem für ein Praktikum.“ Erdem kritisiert, dass es teilweise so laut sei, „dass man sein Gegenüber schwer verstehen kann“.

Für manche, wie etwa für Jacqueline, ist die Veranstaltung hingegen ungeeignet. Die 18-Jährige, als Teil einer Gruppe gekommen, will eine Ausbildung im handwerklich-künstlerischen Bereich wie etwa im Holzhandwerk antreten: „Da finde ich bei der IHK nichts Passendes“, sagt sie. „Aber das Konzept des Azubi-Speeddating ist toll, ich würde mir etwas Vergleichbares vom Handwerk wünschen.“

Das nächste Azubi-Speeddating findet am 4. Juni 2020 statt. Die Anmeldephase beginnt vier Wochen vor dem Termin.

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