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Die Initiative „Klos für den Bornheimer Hang“ sammelt Unterschriften.

Bornheim

Frankfurt: Protest gegen Wildpinkler

Die Fraktion „Die Frankfurter“ sammelt Unterschriften für eine Toilette. Wildpinkeln ist großes Problem am Bornheimer Hang.

Die Keramikschüssel steht schon da. Fehlt nur noch das Häuschen dazu, das die Bürger seit Jahren am Bornheimer Hang schmerzlich vermissen. Um ihrem Anliegen Druck zu verleihen, haben der Stadtverordnete Bernhard Ochs und Peter Schmidt von der Fraktion „Die Frankfurter“ am Samstag Unterschriften gesammelt.

In der Rose-Schlösinger-Anlage, gegenüber der Heilig-Kreuz-Kirche, sitzen die Lokalpolitiker und besagte Keramik unter einem Pavillon und warten auf Passanten, die für die Errichtung einer öffentlichen Toilette unterschreiben wollen. Ursula und Berthold Moosbauer müssen sich nicht lange bitten lassen. „Die Leute wissen nicht, wo sie hingehen sollen“, sagt die 76-Jährige.

„Leute pinkeln einfach an die Zäune“

Eine Unverschämtheit sei, dass die Stadt es über Jahre nicht schaffe, eine Lösung für das Problem zu finden und etwa auf Toiletten im Panoramabad oder Ostpark verwiesen habe, die meilenweit entfernt lägen. „Leute pinkeln einfach an die Zäune“, sagt auch ihr Mann und man bekomme noch Ärger mit den Eltern, wenn man das Thema anspreche, fügt der 80-Jährige hinzu. „Aber wo sollen die Kinder auch hin?“, fragt er.

Als jahrzehntelange Pächter eines Kleingartens sei das Paar vor allem bei Fußballspielen des FSV mit Wildpinklern konfrontiert. Zu Zeiten der Dippemess gebe es ebenfalls Probleme oder bei Veranstaltungen in der Eissporthalle, berichten Ochs und Schmidt. Aber vor allem tagtäglich sei die Rose-Schlösinger-Anlage mit dem weitläufigen Blick vom Bornheimer Hang in die Region ein beliebter Ausflugspunkt. Außerdem gebe es zwei Kinderspielplätze, den öffentlichen Fitness-Parcours, Spaziergänger und Hundebesitzer. Viele nutzen das Gebüsch für ihre Notdurft.

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Bewusst haben Ochs und Schmidt ihren Standort für die Sammlung gewählt. Direkt gegenüber, auf dem breiten Grünstreifen, stand bis vor einigen Jahren eine Trinkhalle mit Toilette, die dann abgerissen wurde. „Die Wasserleitungen und Anschlüsse sind alle noch vorhanden“, sagt Ochs. Der Kleingärtnerverein „Buchhang“ würde gerne dort ein Café betreiben, in dem die Mitglieder eigenes Obst und Gemüse verkaufen könnten. Die Idee hat der Vereinsvorsitzende Oliver Lang ins Spiel gebracht, der mit Vorstandsmitglied Birgit Mai vorbei gekommen ist, um ebenfalls auf der Liste zu unterschreiben.

Zahlreiche der insgesamt 70 Parzellen des Vereins seien vom Pipi-Problem betroffen. Vor einigen Jahren hätten die Kleingärtner schon 50 000 Mark gesammelt, um ein Café mit Toilette einzurichten. Die Stadt hätte damals aber die benötigte andere Hälfte des Geldes nicht beigesteuert, berichtet Lang.

Auch Schmidt findet die Idee eines Cafés sinnvoll. „Das könnte sich 20 Jahre lang durch die Miete refinanzieren“, sagt er. Ein Vorteil sei, dass sich die Café-Betreiber um die Sauberkeit der Sanitäranlage kümmern könnten. Der Rückhalt aus der Bevölkerung ist groß. In der ersten Stunde unterschreiben 50 Leute.

(Clemens Dörrenberg)

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