1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Bornheim

Nach überraschender Kündigung: Traditionsschule zieht um

Erstellt:

Von: Boris Schlepper

Kommentare

Johanna Knorr im neuen Tanzstudio in der Mainkurstraße.
Johanna Knorr im neuen Tanzstudio in der Mainkurstraße. © Renate Hoyer

Die Traditionsschule Johanna Knorr ist nach Bornheim gezogen. Im Sommer war dem Familienunternehmen nach mehr als drei Jahrzehnten gekündigt worden.

Frankfurt – Der Saal ist hoch und hell, vor den Fenstern und den Spiegelwänden sind hölzerne Balettstangen montiert. „Die haben wir mitgebracht“, sagt Johanna Knorr. Ebenso Teile der mannshohen Spiegel, Möbel und das alte Klavier ihrer Großmutter. Und dennoch fühlt sich die Choreographin im neuen Tanzstudio in der Mainkurstraße noch nicht ganz Zuhause. „Jetzt muss noch die Seele einziehen“, sagt sie. „Im Alten ist doch viel passiert.“

Das alte Studio in der Eisernen Hand im Nordend hatte Johanna Knorr vor 34 Jahren bezogen. Hunderte von Schülerinnen und Schüler hatten in dem Kellerraum das Tanzen gelernt. Im Mai wurde dem Familienunternehmen kurzfristig gekündigt. Bis zu den Sommerferien musste es eine neue Bleibe finden. Unterstützung habe sie nach einem Bericht in der FR aus der Bürgerschaft und dem Ortsbeirat erhalten, sagt Knorr. Letztendlich habe sie das neue Domizil dann übers Internet gefunden. Die Ballettschule, die den Raum zuvor genutzt hatte, habe wegen Corona schließen müssen.

Modern, Jazz Dance und zeitgenössischer Tanz in Frankfurt: Das Programm bleibt gleich

Die Ferien über konnte das Studio umziehen. Johanna Knorr und ihre Tochter Anna ließen eine Umkleide einbauen. Bereits Anfang September hat das Familienunternehmen wieder öffnen können. Die meisten der Schüler und Schülerinnen seien mitgekommen. Leider habe das Tanzstudio jedoch viele jüngere Kinder verloren, die den Weg nicht alleine nach Bornheim bewältigen können. Da das neue Domizil jedoch in einem belebten Viertel unweit von Bornheim Mitte liege, sei sie zuversichtlich.

Zum Tag der offenen Tür lädt das Tanzstudio in der Mainkurstraße 13 für Samstag, 1. Oktober, ein. Um 14 Uhr gibt es zunächst ein Programm für Kinder ab vier Jahren, im Anschluss für ältere. Von 16 bis 17 Uhr gibt es Informationen und Vorführungen für Jugendliche und Erwachsene.

Das bisherige Programm werde auch am neuen Standort angeboten: Modern und Jazz Dance sowie zeitgenössischer Tanz. Und natürlich das freie, kreative Kindertanzen in der Tradition der Tanzlegende Waltraud Luley, für das das Familienunternehmen bekannt ist. Auf Basis einer soliden Tanztechnik kann sich der Nachwuchs tänzerisch frei entfalten: Sie sollen Bewegungen erfinden und sich selbst als kreativen Menschen erleben, sagt Knorr, „das hilft auch, den Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden“.

Für Johanna Knorr schließt sich mit dem Umzug ein Kreis. Vor 46 Jahren hat sie in Alt-Bornheim neben der Interkulturellen Bühne ihr erstes Studio eröffnet. Dort unterrichtete sie etwa den Theatermacher Willy Praml und den Kabarettisten Matthias Beltz. „Bornheim ist eigentlich meine Heimat.“ Und Johanna Knorr möchte weitermachen, bevor ihre Tochter das Studio übernimmt. „Solange mich die Schüler wollen und ich fit bleibe.“ (Boris Schlepper)

Auch interessant

Kommentare