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Kümmerin Margit Martin-Marx im Gespräch mit Franz Steul, dem Vorsitzenden des Gewerbevereins Bornheim Mitte.

Bornheim

Buntheit und Vielfalt der Berger Straße stärken

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Margit Martin-Marx ist die neue Kümmerin, die den Einzelhandel auf der Bornheimer Einkaufsmeile unterstützt. Die Stadt möchte die Erfahrungen des Projekts auf andere Quartiere anwenden.

Pornheim steht noch auf dem Schild an der U-Bahn-Station Bornheim Mitte. Irgendjemand hat sich einen Scherz erlaubt und den unteren Bauch des Buchstabens B abgekratzt, direkt am Uhrtürmchen. Doch das soll nicht mehr lange so bleiben, denn seit kurzem ist auf der Berger Straße und in den Seitenstraßen ein sogenannter Zentren-Kümmerer unterwegs – besser gesagt eine Kümmerin.

Margit Martin-Marx engagiert sich seit April für den lokalen Einzelhandel. Eingesetzt wird die 59 Jahre alte Diplom Sozialarbeiterin vom Gewerbeverein Bornheim-Mitte mit Unterstützung des Wirtschaftsdezernats und in Kooperation mit der gemeinnützigen GmbH Lust auf besser leben. Die Kümmerin soll zur Belebung und guten Entwicklung des Gewerbes rund um die Einkaufsmeile sorgen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt (die FR berichtete).

Martin-Marx hat sich die ersten Monate erstmal in die Strukturen eingelebt. Nun stellt sie sich sukzessive bei Betrieben vor. Ganz konkret wird es demnächst eine Neuauflage der Infobroschüre „Rund um die Berger Straße“ geben, ein erstes Vernetzungstreffen der Gewerbetreibenden ist angesetzt. „Als Kümmerin trage ich gerne dazu bei, dass die Berger Straße attraktiv bleibt und die Menschen hier gerne einkaufen und leben“, sagt Martin-Marx.

Auf ihren regelmäßigen Spaziergängen dokumentiert sie nun alles, was ihr auffällt und setzt sich mit den Ämtern in Verbindung, um etwa illegale Müllhaufen, Schmierereien und Gefahrenstellen zu melden. „Es braucht gute Ideen und ich werde die Gewerbetreibenden unterstützen, dass die Buntheit und Vielfalt in Bornheim weiterhin möglich sind.“

„Für zwei Jahre können wir nun Strukturen aufbauen, neue Ideen testen und uns auf Themen wie die Verbesserung der Standortqualität konzentrieren“, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins Bornheim-Mitte, Franz Steul, der die Entwicklungen im stationären Einzelhandel mit Besorgnis beobachtet. Bislang seien diese Aufgaben im Ehrenamt von den Mitgliedern des Gewerbevereins nebenbei erledigt worden. „Viele glauben, dass man so eine Einkaufsstraße mit Links managt“, sagt Steul. „Doch es ist ähnlich wie in einem Einkaufszentrum, das auch einen Manager braucht.“

Martin-Marx sei eine gute Wahl, sagt Steul. „Sie wohnt hier seit 27 Jahren und kennt die Geschäfte und Menschen.“ Seit April arbeite sie acht Stunden die Woche als Kümmerin. Das sei zwar nicht viel, doch bringe sie ein gutes Netzwerk und Kompetenz für Zukunftsthemen mit. Auch kenne sich mit Ämtern und Behörden aus. Mehr als zwei Jahrzehnte lang leitete sie das Kinder- und Familienzentrum Mukiva in der Rendeler Straße. Über ein Klimaschutzprojekt in Bornheim habe sie mit Unternehmen gearbeitet.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) begrüßt das Projekt. Er sei sicher, dass sich die Einkaufslage an der Berger Straße über die individuelle Betreuung der Kümmerin weiterentwickelt und stärkt. „Wir werden mit diesem Piloten Erfahrungen sammeln, damit auch andere Quartiere in der Stadt davon profitieren und sich mit Zukunfts-, aber eben auch ganz alltäglichen Themen auseinandersetzen.“

Treffen für Gewerbetreibende

Ein erstes Vernetzungstreffen für Gewerbetreibende ist für Montag, 12. August geplant. Eingeladen sind alle, die auf der Berger Straße und den Seitenstraßen ein Gewerbe betreiben.

Eine Anmeldung ist bis zum 6. August an die Kümmerin Margit Martin-Marx an E-Mail kuemmerer@die-berger.info möglich.

Das Treffen findet um 19.30 Uhr im Hof der Metallbau Otto Genzel GmbH, Mainkurstraße 14-16, statt. Die Teilnehmer können einen Blick hinter die Kulissen der Werkstatt werfen.

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