Ein Zettel klärt über den Verlust der Bank auf. 
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Ein Zettel klärt über den Verlust der Bank auf. 

Bornheim

Frankfurt Bornheim: Bank vermisst

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Stadt verbietet Sitzgelegenheit vor Friseur auf der oberen Berger Straße. Nötig ist eine Erlaubnis auf Sondernutzung.

Sobald das Wetter schön war, ließen sich dort Passanten und Kunden nieder. Die kleine Bank vor dem Friseursalon Mr Leon Scherenhände an der Berger Straße erfreute sich bei vielen Menschen großer Beliebtheit. Doch damit ist jetzt Schluss, wie ein Zettel im Schaufenster informiert. Das Frankfurter Ordnungsamt habe das Aufstellen der Bank verboten.

Sechs Jahre lang habe die einfache, hölzerne Sitzgelegenheit zu den Geschäftszeiten vor dem Friseursalon gestanden, sagt Betriebsleiter Günter Loibl. „Die hat keinen Menschen gestört.“ Im Gegenteil. Gerne hätten Kunden an der frischen Luft die Wartezeit verkürzt, zahlreiche ältere Passanten hätten dort auf ihrer Einkaufsrunde eine Pause eingelegt. Die Sitzbank „war fast schon eine Bornheimer Institution“, ist Friseur Loibl überzeugt.

Einer Mitarbeiterin des Ordnungsamts sei das offensichtlich egal gewesen. Sie habe vor kurzem angerufen und gedroht, wenn die Bank nicht verschwinde, blühe dem Laden eine Anzeige, sagt der Betriebsleiter. Für die Sitzgelegenheit sei eine Genehmigung erforderlich. Loibl kann das nicht nachvollziehen, „wir sind doch keine Gastronomie“.

Doch darauf kommt es nicht an, sagt Ordnungsamtssprecher Michael Jenisch auf Anfrage. Ob Werbetafel, Pflanzkübel oder Sitzbank: Sobald etwas im öffentlichen Raum stehe, brauche es eine Erlaubnis auf Sondernutzung, die beim Amt für Straßenbau und Erschließung beantragt werden müsse.

Warum die Bank in den vergangenen sechs Jahren ohne eine solche Genehmigung habe stehen bleiben dürfen, konnte Jenisch nicht sagen, es sei auch „unerheblich“. Dadurch sei es nicht weniger unrechtmäßig, die Erlaubnis müsse nachgeholt werden. Der öffentliche Raum sei der „Bewegung von jedermann“ gewidmet und könne nicht einfach zum Abstellen von privatem Gut missbraucht werden, sonst drohe eine Anzeige.

Ob der Friseursalon für seine Bank, die derzeit im Inneren steht, eine Erlaubnis beantragt, konnte Betriebsleiter Loibl noch nicht sagen.

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