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Frankfurt: Familiengrabstein wieder aufgetaucht – Rätsel um Verschwinden gelöst

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Von: Matthias Bittner

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Johanna Stams freut sich über den zurückgekehrten Grabstein mit Gravur.
Johanna Stams freut sich über den zurückgekehrten Grabstein mit Gravur. © Rainer Rüffer

Ende Januar verschwindet ein Grabstein auf dem Bornheimer Friedhof. Die Polizei ermittelt. Jetzt ist klar: Es gab wohl ein Missverständnis.

Frankfurt – Der seit Ende Januar von Johanna Stams vermisste Familiengrabstein ist jetzt wieder aufgetaucht. Seit einigen Tagen steht er wieder dort, wo er hingehört: am Familiengrab der Stams auf dem Bornheimer Friedhof an der Dortelweiler Straße in Frankfurt. Am Montag hat Helmut Stams seine Enkelin begleitet, um ihn zu begutachten. „Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung“, sagt er erleichtert und streicht mit der flachen Hand sanft über den dunklen Stein.

Erleichtert ist auch Johanna Stams. Aufgewühlt ist sie aber immer noch. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte sie eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle durchleben müssen. Im Oktober war ihr Vater, Alexander Karl-Erich Stams, gestorben und im Familiengrab in einer Urne beigesetzt worden.

Ende Januar war der Familiengrabstein plötzlich spurlos verschwunden – der von ihr beauftragte Steinmetz, der den Stein abholen und in seiner Werkstatt den Namen eingravieren wollte, hatte Johanna Stams von der unvollständigen Grabstätte unterrichtet. Da die Friedhofsverwaltung auch nichts wusste, hatte sie Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei Frankfurt erstattet.

Frankfurt: Missverständnis sorgte für Grabstein-Verschwinden

Im Laufe der Ermittlungen wurden 24 Steinmetze telefonisch befragt. Bei Grabmale Knorr in der Dillgasse in Frankfurt-Heddernheim landeten die Beamten schließlich einen Treffer. In der Firma war der Stein bearbeitet worden. Alles wegen eines bedauerlichen Missverständnisses, wie Firmenchef Dieter Knorr, sagt.

Johanna Stams hatte nach dem Tod ihres Vaters bei ihm angefragt, was sie eine Gravur kosten würde. „Ich wollte nur ein Angebot, habe nie einen Auftrag erteilt“, sagt sie. Das kam aber bei Grabmale Knorr so offensichtlich nicht rüber. Deshalb wurde Ende Januar der Grabstein in die Werkstatt geholt, dort wurde der Name von Johanna Stams’ Vater eingraviert und ist nun vergangene Woche wieder auf dem Bornheimer Friedhof aufgestellt.

Frankfurt: Grabstein-Gravur als Wiedergutmachung gratis

„Das ist unprofessionelles Geschäftsgebaren“, sagt Johanna Stams. „Sie hätte sich ja auch noch mal melden können“, sieht Dieter Knorr ein Mitverschulden bei Johanna Stams. Als Wiedergutmachung für den Ärger und die Verzweiflung stellt Knorr seine Arbeit aber nicht in Rechnung. „Da sind wir ja gar nicht so“, sagt er. Rund 2500 Euro hätte die Gravur inklusive Transportkosten wohl gekostet.

Johanna Stams nimmt es als „Schmerzensgeld“ für die Zeit zwischen Bangen und Hoffen. „Mir tut es nur leid um die Firma F. Hofmeister Marmor- und Granitwerk GmbH, die den Auftrag eigentlich bekommen sollte.“ (Matthias Bittner)

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