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Endlich wieder Kerb in Bornheim

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Von: Fabian Böker

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Das Kerbepaar Marc Ringelstein und Melanie Halbach auf dem Festplatz an der Johanniskirche.
Das Kerbepaar Marc Ringelstein und Melanie Halbach auf dem Festplatz an der Johanniskirche. © Peter Jülich

Nach drei Jahren Corona-Pause wird am Kirchplatz wieder gefeiert. Auch mit einigen Neuerungen.

Es ist nicht irgendeine Kerb, die vom 12. bis 17. August auf dem Festplatz vor der Johanniskirche in Bornheim stattfindet. Das Besondere ist nicht, dass es die 415. Auflage ist. Nein, es ist die erste richtige Bernemer Kerb nach dreijähriger Corona-Pause. Die Vorfreude bei der Bernemer Kerwe-Gesellschaft könnte größer nicht sein.

„Wir haben richtig Lust“, sagt René Eisenacher, 2. Schriftführer des Vereins. Lust, endlich wieder mitten im Stadtteil präsent zu sein und mit den Menschen vor Ort zu feiern. Zwar hat es 2020 und 2021 Alternativen gegeben. Ein Baum wurde aufgestellt, auch das traditionelle Hahnenschlagen („Giggelschmiss“) hat stattgefunden. Es gab Gottesdienste am Kerb-Wochenende, auch einen Mini-Umzug und kleinere Feiern in den Gaststätten. Aber eben keine richtige Kerb. Die gab es zuletzt 2019. Und ein Kerbeverein ohne Kerb?

Nun kann er sie wieder ausrichten. Zum nunmehr 415. Mal. Vom 12. bis 17. August wird rund um die Kirche in der Turmstraße gefeiert. Auch in den Gaststätten drumherum wartet ein buntes Programm auf die Besucher und Besucherinnen.

Auf der Kerb selbst gibt es einige Neuerungen. So wird es während des Baumaufstellens am Samstagmorgen erstmals eine musikalische Begleitung des Frühschoppens geben. Der Gottesdienst am Sonntagmorgen findet – nachdem die Mini-Variante in der Corona-Zeit bereits so ablief – erstmals in großem Rahmen draußen vor der Kirche statt. „Auch bei Regen“, sagt Melanie Halbach, weiblicher Part des diesjährigen Kerbepaars.

Das Programm der Kerb

Die Kerb findet auf dem Festplatz in der Turmstraße vor der Johanniskirche statt.

Sie beginnt am Freitag, 12. August, mit der Bernemer Blues- & Folknight. Der Kerbeplatz wird um 17 Uhr eröffnet, um 20 Uhr spielt die „Nobby Stiles Bluesband“.

Am Samstag , 13. August, wird ab 6 Uhr der Kerbebaum eingeholt. Treffpunkt ist am Kerbeplatz. Wer mitfahren will, kann das gerne tun. Ab 11 Uhr spielt die „Skyline Bigband“ zum Frühschoppen, während der Baum aufgestellt wird. Von 12 bis 16 Uhr findet ein Kinderfest statt. Um 17 Uhr startet der Festzug, um 18.45 Uhr wird die Kerb offiziell eröffnet, bevor ab 19 Uhr „Nuwanda and Friends“ spielen.

Der Sonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr. Ab 11.30 Uhr folgt der Frühschoppen, bevor es von 12 bis 16 Uhr erneut ein Kinderfest gibt. Für das musikalische Programm sorgen um 14.30 Uhr „Early Bird & Night Owl“, um 19 Uhr „Roy Hammer & die Pralinees“. Dazwischen erfolgt ab 17 Uhr der traditionelle Gickelschmiss.

Einen weiteren Frühschoppen – den der Kerbebursche – gibt es am Montag, 15. August, diesmal ab 12 Uhr. Ab 16 Uhr geht es weiter mit dem Damenabend der Kerbemädsche.

Zum Abschluss der Kerb zieht am Mittwoch, 17. August, der Trauerzug über die Berger Straße, um die Lisbeth zu bestatten, ein alter – nicht unumstrittener – Brauch.

Mehr Informationen gibt es online auf der Homepage der Bernemer Kerwe-Gesellschaft unter www.bernemer-kerb.de. bö

Neu ist auch, dass es einiges nicht gibt. So entfällt das Straßenfest zum Bernemer Mittwoch nach dem Kerb-Wochenende. An diesem Tag endet die Kerb traditionell mit der Verbrennung der Kerbe-Lisbeth. Doch auf das rege Treiben von der Saalburgstraße bis zur Falltorstraße, bei dem es normalerweise eine große Auswahl an Speisen und Getränken durch ortsansässige Vereine und Lokalitäten gibt, muss diesmal verzichtet werden.

Hintergrund ist die Planungsunsicherheit durch die noch bestehende Pandemie. „Vor allem das finanzielle Risiko ist dabei zu groß“, klärt erster Vorsitzender Dominik Müller auf. „Niemand wusste während der Planungsphase, ob es nicht doch wieder Restriktionen geben wird.“

Die Kerb aber wurde geplant, „und es wird Zeit, dass es wieder los geht“, freut sich Müller. „Während Corona war es schwer, Nachwuchs zu gewinnen." Nachwuchs, der für einen Kerbeverein unerlässlich ist. Aktuell hat der knapp 120 Mitglieder, davon sind rund die Hälfte aktiv. „Ein gewisses Überalterungsproblem haben wir natürlich“, sagt Müller, auch wenn die ältere Garde nach wie vor mit Eifer bei der Sache sei. Als Beispiel nennt er zwei Mitglieder, die kurz nach der Kerb 2019 eingetreten – und während der Corona-Pandemie wieder ausgetreten sind. Aber er erwähnt auch neue Mitglieder, die man trotz fehlender Präsenz im Stadtteilbild gewonnen habe.

Für die gab es durchaus etwas zu tun, denn auch in der Pause war der Verein aktiv, abseits der kleinen Feierlichkeiten. „Wir haben viel im Lager aufgeräumt“, so René Eisenacher. Und die Zahl der Birkenbäumchen, die sich die Menschen aus dem Stadtteil bestellen konnten, um sie zu Hause aufzustellen, erreichte einen neuen Rekordwert.

Für die diesjährige Kerb gibt es nun ein Problem: Die erste Band am Freitag, die „Bembel Blues Buben“, mussten absagen. Dafür sucht der Verein noch eine musikalische Alternative.

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