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Ende der Bornheimer Brache

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Von: Boris Schlepper

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Die Flachdächer über dem Supermarkt sollen begrünt werden.
Die Flachdächer über dem Supermarkt sollen begrünt werden. © Monika Müller

Richtfest für das Wohn- und Geschäftshaus auf dem Areal zwischen Berger und Ringelstraße. Im kommenden Spätsommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein

Noch sind die Fassaden eingerüstet, fehlen Fenster und dreht sich der Kran. Doch bis zum kommenden Spätsommer sollen die Arbeiten auf dem Areal zwischen Berger und Ringelstraße unterhalb des Bornheimer Fünffingerplätzchens abgeschlossen werden. Am estrigen Donnerstag hatte der Bauherr, die Ozean Horizont Immobilien Projektentwicklungs GmbH, zum Richt- und Nachbarschaftsfest eingeladen.

Auf dem rund 3800 Quadratmeter großen Grundstück, das jahrzehntelang brach lag, sollen insgesamt 70 Wohnungen, ein Supermarkt zur Berger Straße hin sowie eine Kindertagesstätte an der Ringelstraße entstehen. Jeweils 14 Mietwohnungen werden nach dem ersten und zweiten Förderweg der Stadt gebaut. Die meisten der restlichen Wohnungen werden verkauft, sagte Vasco Kienle von Ozean Horizont. Einzelne könnten jedoch auch im Bestand bleiben und vermietet werden. Der Vertrieb starte in den kommenden Wochen. Quadratmeterpreise nannte Kienle nicht.

Unter dem Gebäude bietet eine Tiefgarage mehr als 100 Autos Platz. Diese stünden jedoch nur den künftigen Bewohnern:innen und Mitarbeiter:innen des Supermarktes und der Kita zur Verfügung, sagte OH-Projektleiter Klaus Fockenberg. Kundenparkplätze werde es keine geben.

Das Fuldaer Handelsunternehmen Tegut, das den knapp 1500 Quadratmeter großen Markt betreiben wird, gehe davon aus, dass die Kundinnen und Kunden vor allem aus dem Quartier kommen, sagte Martina Becker, Tegut-Leiterin Expansion Mitte. Etwa 20 000 Artikel sollen ihnen angeboten werden, knapp ein Viertel davon in Bioqualität.

Bornheimer Schandfleck

Die Kindertagesstätte wird von der Erasmus Frankfurt GmbH übernommen. Geplant sei eine Kindergartengruppe für 20 Mädchen und Jungen, sagt Mitarbeiterin Katrin Kühn. 21 Kinder finden zudem im Hort Platz, die hauptsächlich von der Kirchner-Schule kommen werden. Die Einrichtung wird mehrsprachig sein und nach der Immersionsmethode arbeiten, so Kühn, „wir haben deutsch, spanisch und englisch sprechende Fachkräfte“.

Dass die Bebauung fast abgeschlossen ist, freut den Vorsteher des Bornheimer Ortsbeirats 4, Hermann Steib (Grüne). Jahrzehntelang habe die Fläche brach gelegen. In Bornheim wurde sie von vielen nur „Schandfleck“ genannt. Schon in den 80er-Jahren habe man diskutiert, dort ein Parkhaus zu errichten, so Steib. Eine Mehrheit des Stadtteilgremiums und der Gewerbeverein Bornheim Mitte hatten sich auch später dafür ausgesprochen, dort öffentliche Stellplätze zu schaffen. Die Stadt hatte darauf schließlich verzichtet, um die Kita und den geförderten Wohnungsbau fordern zu können. Bis vor wenigen Jahren habe auf dem Areal noch ein Schuppen für die Pferdebahnen gestanden, erinnert sich Steib, die einst Fahrgäste über die Berger Straße transportierten.

Vor 20 Jahren erlangte das Grundstück, das lange Zeit dem inzwischen verstorbenen Investor Heinrich Gaumer gehörte, unrühmliche Bekanntheit. Damals war dort ein marodes Fachwerkhaus an der Berger Straße eingestürzt. Eine Fassade fiel auf den Bürgersteig und verletzte Passanten mit Kleinkindern im Kinderwagen. Zwischenzeitlich gehörte das Gelände einem Investor aus Dreieich, der auch die Pläne für die Baulücke entwickelt hat. Seit Ende 2019 ist das Areal im Besitz der Ozean Horizont aus Herrenberg in Baden-Württemberg.

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