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Aufkleber und Plakate sind ab. Dafür sind jetzt Schmierereien und Roststellen sichtbar.

Bornheim

Dusche fürs Bornheimer Uhrtürmchen

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Das Wahrzeichen des Lustigen Dorfs ist nun sauberer – aber immer noch sanierungsbedürftig.

Das Bornheimer Uhrtürmchen wurde am Montagmorgen geputzt. Die FES hat das unter Denkmalschutz stehende Wahrzeichen mit einem Hochdruckreiniger abgestrahlt. Doch wirklich sauber sieht der aus dem Jahr 1873 stammende Zeitmesser auf der Berger Straße nicht aus. Er muss dringend saniert werden, sind sich alle einig.

Etliche Aufkleber, ein Plakat, Klebestreifen und Schmierereien verschandelten das Uhrtürmchen, das die Stadt zuletzt Anfang 2018 gereinigt hatte. Viele Bornheimer hatten sich über die Verschmutzung beschwert. „Wir sind froh, dass sich die Bürger gemeldet haben“, sagte Jana Kremin vom Kulturdezernat. „Wir sind auf solche Hinweise angewiesen.“ Mehrere hätten sogar angeboten, die Reinigung selbst zu übernehmen. Doch da es sich um ein Kulturdenkmal handele, sei das nicht möglich. „Das braucht Fachleute.“

Diese waren am Montagmorgen zugegen. Die FES hatte ein Team Objektreiniger geschickt, die sich in der Regel auch um die auf der Zeil klebenden Kaugummis und Taubenkot kümmern. Mit einem Hochdruckstrahler rückten sie dem Uhrtürmchen mit „wenig Druck, dafür viel Hitze“ zu Leibe, sagte der Leiter der Objektreiniger Klaus Heinrich. Da das Wahrzeichen mehr als 100 Jahre alt ist, kamen keine Chemikalien zum Einsatz.

Dementsprechend konnte auch keine der Schmierereien entfernt werden. An mehreren Ecken wurden dafür Roststellen sichtbar. „Das sieht jetzt noch schlimmer aus als vorher“, räumte Heinrich abschließend ein. Der Vorsitzende des Gewerbevereins Bornheim Mitte, Franz Steul, freute sich, dass zumindest die Aufkleber und Plakate ab sind. Doch jetzt müsse die Stadt auch die Schäden beheben.

Wann es zu einer Sanierung kommt, ist offen. Das Kulturdezernat werde das Uhrtürmchen in Augenschein nehmen und die Kosten berechnen, sagte Jana Kremin. Jährlich stehe für alle Kulturdenkmäler, wozu auch 110 Brunnen gehörten, aber nur 30 000 Euro zur Verfügung. Dennoch ist Kremin zuversichtlich: „Vielleicht findet sich ja eine schnelle Lösung.“

Paul Ditze vom Gewerbeverein hat der Stadt nach eignen Angaben angeboten, die Schäden selbst zu beheben. Da er das Uhrtürmchen in der Vergangenheit schon mehrfach mit einem Schaber vor unschönen Aufklebern befreit habe, habe er noch alle nötigen Materialien. Künftig wird es zumindest schneller zu einer Reinigung kommen. Ab Donnerstag ist auf der Berger und den Seitenstraßen ein sogenannter Kümmerer unterwegs, der sich auch um die Sauberkeit rund um die Einkaufsstraße kümmern soll (die FR berichtete).

Ein Vorschlag, wie das wilde Plakatieren unterbunden werden kann, kommt von der Frauen-Union. Die Vorsitzende Sylvia Hornung schlägt vor, Kästen, Masten und Schilder mit einer Schutzschicht zu überziehen, die ein weiteres Ankleben verhindere. Ähnliches gebe es bereits in großen europäischen Städten. Wichtig sei es, auch ein Problembewusstsein gegen weitere Klebereien zu schaffen. Denn wildes Plakatieren sei eine Ordnungswidrigkeit.

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