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Jutta Huebener mit Schutz.

Engagement

Corona-Virus: Frauen aus Frankfurt nähen Mundschutzmasken

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Jutta Huebener und Uli Becker aus Frankfurt hatten die Idee zum „Frankfurter Mundschutz“.

Seit Sonntag rattert die Nähmaschine in der Wohnung in Bornheim. Während Becker Stoffe bügelt und zuschneidet, näht Huebener daraus Mundschutzmasken, eine nach der anderen. Mehr als 100 Stück hat das Paar bisher geschneidert, „es geht immer schneller“, sagt Huebener. Verteilt werden sie an alle, die Bedarf haben.

Die Idee kam Becker nach einem Telefonat mit Verwandten in Miami. Dort habe ein Krankenhaus die Bevölkerung um Unterstützung gebeten, da es an Atemschutzmasken fehle. „Wir fanden die Idee super“, sagt Huebener, „das wollten wir auch machen.“ Schließlich sind in Zeiten des Coronavirus auch in Frankfurt Mundschutzmasken Mangelware.

Gegen Spende erhältlich

Nach einer kurzen Recherche im Internet fanden die beiden Musiker eine Nähanleitung auf der Homepage der Stadt Essen. Als Notfallhilfe hat die Kommune verschiedene Organisationen mit Schnittmustern und Stoff versorgt. Die Anleitung kann kostenfrei heruntergeladen werden. Becker und Huebener haben Nachbarn und Bekannte bereits mit Masken versorgt, einer Kassierin im Supermarkt überreichten sie gleich drei Stück. Zahlreiche Gärtner, Imker und Freunde des Paares, das sich im Neuen Frankfurter Garten des Vereins „Biene, Baum, Gut“ am Danziger Platz engagiert, haben sich inzwischen angeschlossen. „Überall wird jetzt fleißig genäht“, sagt Huebener und lacht.

Eine Bornheimer Firma unterstützt das Projekt und stellt zur Produktion Stoffe zur Verfügung. „Und es wäre super, wenn sich noch weitere beteiligen könnten“, sagt die Vereinsvorsitzende Cher Haurova – um Frankfurt flächendeckend zu versorgen. „Wir alle können zur Eindämmung des Virus einen Beitrag leisten, indem wir Mund-Nasen-Schutz tragen.“

Schick und einzigartig.

Die Masken sollen vor allem den Freiwilligen, die gerade unermüdlich ältere Bürger mit dem Nötigsten versorgen, helfen, das Risiko zu minimieren, das Virus einzuschleppen. Aber auch alle anderen können gegen eine Spende den „Frankfurter Mundschutz“ erhalten.

Im Garten am Ostbahnhof können die Masken nach Absprache abgeholt werden. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, erfolgt die Ausgabe ausschließlich nach schriftlicher Voranmeldung unter der E-Mail-Adresse info@bienen-baum-gut.de. Jeder Interessent bekomme einen Abholtermin mitgeteilt, sagt Haurova. Vor Ort müsse ein ausreichender Sicherheitsabstand von zwei Metern zum Nächsten eingehalten werden. „Der Anweisungen der Ehrenamtlichen des Neuen Frankfurter Gartens ist Folge zu leisten“, sagt die Vorsitzende. „Bei Missachtung der Regel wären wir gezwungen, die Aktion sofort abzubrechen.“

Spenden für den Frankfurter Mundschutz an den Verein Biene, Baum, Gut, IBAN DE45 5019 0000 6101 1392 70, Verwendungszweck: „Mundschutz“.

Von Boris Schlepper

In Zeiten von Corona haben Frankfurter Gastronomen in wenigen Tagen neue Geschäftsmodelle entwickelt – von Lieferservice bis Webshop.

Außerdem geht es im Leitartikel darum, ob eine Mundschutzpflicht wegen Corona sinnvoll ist oder nicht. 

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