+
Das Uhrtürmchen kehrt auf der Berger Straße zurück. Foto: Holger Menzel

Frankfurt-Bornheim

Bornheimer Wahrzeichen glänzt wieder

Uhrtürmchen kehrt nach 29 Tagen aus der Werkstatt zurück. Restaurierung hat 39 000 Euro gekostet.

Schön, dass du wieder da bist. Wir haben dich sehr vermisst“, steht auf dem Schild, das Margit Martin-Marx in die Luft hält. Damit begrüßt sie das Uhrtürmchen, das gestern nach 29 Tagen Abwesenheit an seinen angestammten Platz in der Fußgängerzone Berger Straße zurückgekehrt ist. Nach der Restaurierung blitzt und funkelt es wie neu. „Das ist aber wirklich mal schön geworden“, lobt Jann S. Wienekamp, Vorsitzender des Bürgervereins und Förderkreis Historisches Bornheim.

Er kommt genau rechtzeitig. Um 8.47 Uhr ist es geschafft: Die Mitarbeiter von Götz M. Bormuth befestigen die letzten Schrauben, der Hut des Denkmals sitzt auf dem Rumpf – fertig. Etwas mehr als anderthalb Stunden hat die Montage mit Hilfe eines Krans gedauert. Bormuth, in dessen Werkstatt in Groß-Umstadt das Wahrzeichen restauriert worden ist, spricht von Routine. Ursprünglich sollte das Wahrzeichen am 7. Februar an seinem Platz zurück sein. Weil die neue Farbe aber länger trocknete als gedacht, konnte der Termin nicht gehalten werden.

Viele Bornheimer haben sich Sorgen gemacht, wo „ihr Uhrtürmchen“ abgeblieben ist, sagt Meggi List, die im Café Wacker arbeitet. „Viele Kunden sind reingekommen und haben gefragt, was los ist“, erzählt sie, „Ich habe viele Leute gesehen, die auf die Uhr schauen wollten und dann ihr Handy aus der Hosentasche ziehen mussten“, berichtet Shokun Ok-Ten, der in Sichtweite des Türmchens wohnt.

Die Fachleute empfehlen halbjährige Reinigungsintervalle. Foto: Holger Menzel

Die Zeit auf den vier Uhren des Denkmals können Passanten jetzt besser ablesen. Denn auch die Zifferblätter sind gereinigt und das matte Plexiglas erneuert worden. Allerdings müssen Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die zentral gesteuerte Uhr erst noch anschließen und stellen – im Moment zeigen die Zeiger alle unterschiedliche Uhrzeiten.

Die Restaurierung an sich verlief laut Bormuth problemlos. Nach dem Sandstrahlen wurde geschweißt, einige Teile herausgeschnitten und ersetzt. Danach wurden die blanken Teile grundiert und lackiert. Das war’s.

39 000 Euro hat die Stadt nach Angaben von Jana Kremin, Sprecherin des Kulturamtes, investiert. Darin enthalten sind auch die Kosten für den Steinsockel und die Erneuerung der darauf montierten Holzsitzbänke.

Weil das Uhrtürmchen, das seit 1873 das Straßenbild in Bornheim prägt, zuletzt mit Schmierereien und Aufklebern bedeckt war, rückten im April 2019 Mitarbeiter der Objektreinigung der FES an. Danach begutachteten Experten das Denkmal und stellen fest, dass Rost am alten Bauwerk nagt. Ihr Urteil: Es muss instandgesetzt werden.

Martin-Marx, die als Kümmerin im Auftrag des Gewerbevereins an drei Tagen die Woche in der Berger Straße unterwegs ist, will künftig ein Auge auf das Uhrtürmchen haben. „Je schneller Aufkleber entfernt werden, desto besser gehen sie ab“, sagt Bormuth. Er schlägt halbjährliche Reinigungsintervalle vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare