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Blick auf die geplante Fassade an der Ringelstraße.  

Bornheim

Bornheimer Lückenschluss ab März

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Ein Unternehmen baut 67 Wohnungen auf dem ehemaligen Gaumer-Grundstück an der Berger Straße. Das verwahrloste Areal ist im Stadtteil als „Bornheimer Schandfleck“ bekannt.

Nach jahrelangem Stillstand sollen im kommenden März die Bauarbeiten auf der Brache zwischen Berger und Ringelstraße beginnen. Voraussichtlich bis Ende 2022 könnte auf dem 3800 Quadratmeter großen Areal ein Mix aus Wohnen und Gewerbe entstehen.

Vor 18 Jahren erlangte das Gelände, das lange Zeit dem inzwischen verstorbenen Investor Heinrich Gaumer gehörte, unrühmliche Bekanntheit. Damals war ein marodes, altes Fachwerkhaus an der Berger Straße eingestürzt. Eine Fassade fiel auf den Bürgersteig und hatte Passanten mit Kleinkindern im Kinderwagen verletzt. Inzwischen gehört das Grundstück zu der FBW-Gruppe aus Dreieich. Sie möchte die Baulücken an der Berger und an der Ringelstraße mit einem Neubau aus drei Baukörpern schließen, sagt Projektentwicklerin Svenja-Christin Pullmann.

Derzeit liefen die letzten Abstimmungen mit den Nachbarn wegen der Arbeiten an den Grundstücksgrenzen. Im März könnten dann die Baustellenvorbereitungen beginnen. Nach Aussage des Sprechers des Planungsdezernats Mark Gellert hat die FBW bereits im Mai den Baubeginn angezeigt. Der Bauantrag wurde Ende 2018 von der Bauaufsicht genehmigt.

Insgesamt 67 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen sind geplant, die alle vermietet werden sollen. Auf mehr als einem Drittel der Wohnfläche werde es geförderten Wohnungsbau geben – nach dem ersten und dem zweiten Förderweg der Stadt. Im Erdgeschoss an der Berger ist ein Supermarkt vorgesehen, an der Ringelstraße ein Kindergarten. Das Außengelände soll im Innenhof entstehen. Ein Träger für die Einrichtung sei noch nicht gefunden, sagt Pullmann.

So könnten die Neubauten zwischen Berger Straße (vorne) und Ringelstraße aussehen.

Geplant ist auch ein öffentlicher Weg zwischen beiden Straßen. In einer Tiefgarage soll es Platz für 101 Autos geben. Die Zufahrt entsteht an der Ringelstraße. Ursprünglich sah der Bebauungsplan auf dem Gelände neben einer Wohnbebauung eine Quartiersgarage mit 230 Stellplätzen vor. Die Stadt hat darauf jedoch verzichtet und im Gegenzug geförderten Wohnungsbau und eine Kindertagesstätte gefordert. Vor allem der Gewerbeverein Bornheim Mitte hatte das bedauert. Eine Mehrheit im Bornheimer Ortsbeirat 4 hatte sich noch 2018 dafür ausgesprochen, mehr Stellflächen zu schaffen.

Doch auch bei der derzeitigen Planung werden sich viele Bornheimern freuen, wenn die ersten Bagger anrollen. Das verwahrloste Areal ist im Stadtteil als „Bornheimer Schandfleck“ bekannt. Wer derzeit den Blick über den hölzernen Bauzaun wirft, sieht nur eine von flachen Brombeeren überwucherte Fläche – obwohl das Gelände vor etwa einem Jahr gesäubert und gerodet worden ist.

„Es wäre erfreulich, wenn da endlich etwas passieren würde“, sagt Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne), der vergeblich versucht hatte, das Unternehmen in eine Sitzung des Ortsbeirats einzuladen, um das Projekt öffentlich vorzustellen.

Nach dem Baustart für das sogenannte Gaumer-Grundstück hatte sich auch die Fraktion Die Frankfurter im Römer erkundigt. Sie regte an, im Rahmen der karnevalistischen Jahreszeit einen „speziellen närrischen Orden für die Frankfurter Immobilien- und Baubranche zu schaffen“. Die erste Auszeichnung könne dann an die FBW-Gruppe aus Dreieich verliehen werden.

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