Gedränge an den Ständen mit Spielzeug und Kleidung für Kinder und Babys. Foto: Renate Hoyer
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Gedränge an den Ständen mit Spielzeug und Kleidung für Kinder und Babys. 

Frankfurt-Bornheim

Bornheimer Flohmarkt trotzt der Panikmache

  • vonSabrina Butz
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Der Kindersachen-Handel des Abenteuerspielplatzes im Bürgerhaus ist so gut besucht wie eh und je. Ans Corona-Virus erinnern lediglich die Flaschen mit Desinfektionsmittel.

Viele Eltern schieben Kinderwagen durch die engen Gänge, einige Kinder zeigen stolz ihre neu ergatterten Kuscheltiere, ein kleines Mädchen schläft friedlich mit einer neuen DVD in den Händen: Der „Kindersachen“-Flohmarkt des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald, der am Samstag schon zum 15. Mal im Saalbau Bornheim stattgefunden hat, ist sehr gut besucht – trotz der Gefahr, sich das Sars-CoV-2-Virus einfangen zu können, also Corona.

In der warmen Halle wird gehandelt und gefeilscht, viele Spielsachen, Kleider, Kuscheltiere, Bücher oder Schuhe finden neue Eigentümer. Außerdem können sich Kinder nach Wunsch schminken lassen, auch für Verpflegung ist gesorgt. Am Essensstand steht Yannika Lietz, die 23-Jährige ist im Vorstand des Abenteuerspielplatzes: „Wir haben uns in der Planung schon Gedanken gemacht wegen Corona, aber an den Besucherzahlen hat man nichts gemerkt“. Lietz findet gut, dass der Flohmarkt trotzdem stattfindet und nicht, wie der Kleiderbasar des Kinderschutzbundes, abgesagt wurde: „Es soll keine Panikmache geben.“

Sie erzählt, dass 16 Menschen ihre Stände abgesagt hätten, vielleicht sei das wegen Corona gewesen – dennoch waren so viele Leute da, dass die Wiener Würstchen zu schnell ausverkauft waren. Rainer Falk vom Abenteuerspielplatz Günthersburg stimmt seiner Kollegin zu: „Warum sollten wir den Flohmarkt absagen? In Frankfurt ist ja noch nichts.“ An diesem Samstag seien es 162 Verkaufsstände, Falk schätzt die Zahl von Besucherinnen und Besucher auf etwa 500. In einer großen Flasche am Essensstand steht Desinfektionsmittel – genau wie an einigen Verkaufsständen.

Die zehnjährige Paula und ihre Mutter Kirstin aus Dreieich erzählen an ihrem fast leergefegten Verkaufstisch, dass sie wegen des Virus nicht damit gerechnet hätten, so viel zu verkaufen. Auch Paulas Oma wollte eigentlich mitkommen, sei aber lieber Zuhause geblieben – und die beiden haben ihr Desinfektionsmittel griffbereit. Vor dem Flohmarkt sei ihnen schon „ein bisschen mulmig“ gewesen, vor allem wegen des Geldes, das hin- und her wandere, aber nun überwiege die Freude.

Außerdem sei es Paulas erster Flohmarkt und sie findet es schön, dass „andere Leute mit meinen alten Sachen noch viel Spaß haben“. Das Aussortieren sei gar nicht schwer gewesen. Und einen Schnapp hat sie auch gemacht: Stolz präsentiert sie ein kleines Geschenk für ihren Bruder, das sie auf dem Flohmarkt gefunden hat.

Nächsten Samstag, 14. März, findet der Flohmarkt noch einmal statt – und im Sommer auch in größerer Variante im Günthersburgpark, wo, wie Lietz erzählt, leider viele Menschen ihren Müll liegen ließen. Aber die Nachfrage nach Flohmärkten, vor allem für Kindersachen, sei sehr hoch, sagt Falk. Denn einerseits sei der Recycling-Effekt den Menschen wichtig und andererseits sei es für empfindliche Babyhaut sowieso besser, Kleidung zu tragen, die schon mehrmals gewaschen wurde. Zudem wüchsen Kinder so schnell, dass neue Kleidung einfach auch sehr teuer sei, so der Leiter des Abenteuerspielplatzes.

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