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So soll das Innere des Bornheimer Familienbades voraussichtlich 2022 einmal aussehen. Das Schiebefenster soll sich auf eine Länge bis 15 Metern zum Bornheimer Hang hin öffnen lassen.

Bornheim

Bornheimer Familienbad ohne Außenbecken

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Die SPD im Bornheimer Ortsbeirat ist enttäuscht von den Plänen für den Panoramabad-Nachfolger. Der Neubau neben der Eissporthalle soll ohne Außenanlage oder Schiebedach errichtet werden.  

Die Arbeiten am neuen Familienbad am Bornheimer Hang werden voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr beginnen. Dann soll der Bau, der das in die Jahre gekommene Panoramabad in der Inheidener Straße ersetzen soll, ohne Außengelände oder Cabriodach bis 2022 errichtet werden. Frank Junker, Geschäftsführer der Bäderbau GmbH und ABG Holding, die das Projekt umsetzt, wird die Pläne in der Sitzung des Ortsbeirats 4 am Dienstag vorstellen.

Trotz Wünsche aus dem Stadtteil sei nichts mehr geändert worden, sagt Junker. Demnach soll die Glasfront des Familienbads zum Bornheimer Hang hin über eine Länge von 15 Metern geöffnet werden können. Für ein Außenbecken fehle der Platz. Auf das sogenannte Cabriodach werde aus Kostengründen verzichtet – knapp eine Million Euro könnte so eingespart werden. Zudem werde das Dach für eine Photovoltaikanlage benötigt, um die Energie des Bades selbst zu erwirtschaften. Der Bauantrag für das rund 40 Millionen Euro teure Bad, das neben Eissporthalle entstehen soll, sei eingereicht, sagt Junker. Darin sei auch ein Schallschutzkonzept enthalten. So sollen im Inneren des Neubaus schallschluckende Elemente verbaut werden, damit die Geräusche etwa spielender Kinder weniger stark reflektiert werden. Die Bäume entlang der Straße Am Bornheimer Hang sollen nicht gefällt werden. Werde es bei geöffneten Fenstern dennoch zu laut, müssten diese wieder geschlossen werden, so Junker. Es sei jedoch nicht mit mehr Lärm zu rechnen als bei dem ursprünglich geplanten Schiebedach.

Die SPD im Ortsbeirat 4 ist enttäuscht von den Plänen. Die Fenster zum Hang hin zu öffnen, sei „kein Mehrwert“, sagt SPD-Chef Darius Shafiei. Seine Fraktion hatte sich für ein Außenbecken ausgesprochen, das Cabriodach wegen Platzmangel als Kompromiss zähneknirschend akzeptiert. Dass jetzt darauf verzichtet werde, sei absurd. Das Gebäude solle das neue Frankfurter Familienbad werden, sei dann aber das einzige Hallenbad Frankfurts ohne Außenbereich, bemängelt Shafiei. Eine Mehrheit im Ortsbeirat hat sich daher im April einem SPD-Antrag folgend dafür ausgesprochen, dass auch das neue Bad ein Außenbecken erhält. Laut Shafiei sei dies möglich, da das Areal nicht mehr vom Eishockey-Klub Löwen Frankfurt benötigt werde. Der Verein hat sich für eine neue Multifunktionsarena am Flughafen ausgesprochen.

Die Kleingärtner am Bornheimer Hang sehen dem geplanten Familienbad mit Unbehagen entgegen. Es sei für Jahre mit Baustellenlärm zu rechnen, sagt Vereinsvorsitzender Oliver Lang. „Das wird für viele eine starke Beeinträchtigung.“ Sein Verein Buchhang wolle die Stadt auffordern, den betroffenen Mitgliedern für die Bauzeit die Pacht zu erlassen. Da die Gärtner das Bad nicht verhindern können, fordern sie als Ausgleich, dass der Verein einen Brauwasseranschluss an das Schwimmbad erhält. Stadt und Land hätten das begrüßt, so Lang.

Der Ortsbeirat 4 tagt am Dienstag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr, im Saalbau Bornheim, Arnsburger Straße 24.

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