Gute Stimmung auf dem Hof der Sonne.  
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Gute Stimmung auf dem Hof der Sonne.  

Bornheim

Bornheim: Die Sonne ist der Hinterhof der Großstadt

  • vonSabrina Butz
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Nach der Wiedereröffnung ist das Lokal in Bornheim gut besucht. Die Abläufe müssen sich noch einschleifen.

Im urigenHinterhof an der oberen Berger Straße stehen etwa 30 Bierbänke mit Corona-Abständen unter Lichterketten und großen Bäumen. Alle Bänke sind besetzt, die Menschen trinken Apfelwein und essen Grüne Soße, die Kellnerinnen rennen hin und her, das Personal trägt T-Shirts mit einem Sonnenlogo. Nach einer fast einjährigen Pause konnte die Bornheimer Apfelweinwirtschaft „Zur Sonne“ Anfang Juli wieder öffnen – am Samstagabend ist in dem traditionsreichen Lokal einiges los.

Nachdem die ehemalige Eigentümerfamilie aus Altersgründen nicht mehr weitermachen konnte, herrschte Sorge, dass es nach dem Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes keine Gastronomie mehr gäbe. Eine Online-Petition forderte 2018 mit mehr als 5400 Unterschriften den Erhalt der Apfelweinkneipe – erfolgreich. Der neue Geschäftsführer Marian Streit belässt eigentlich alles wie es ist, nur das Notwendigste sei renoviert worden.

Bisher habe er nur positive Rückmeldungen erhalten, so Streit. Es gebe allerdings noch ein paar Schwierigkeiten mit einem veralteten Stromanschluss. Und wegen den Corona-Regeln seien sowieso noch Einschränkungen nötig, die Karte habe eine kleinere Auswahl. Zudem würden keine Reservierungen angenommen, da die Bänke auch so immer voll seien. Sogar als die Öffnung am letzten Freitag noch gar nicht kommuniziert wurde, sei Laufkundschaft gekommen – „mehr Besuchszahlen gehen zur Zeit gar nicht“, sagt Streit.

Einer der schönsten Biergarten Frankfurts

Fast alle, die am Samstagabend da sind, betonen, der Hinterhof sei einer der schönsten Biergarten Frankfurts und sie seien froh über die Wiedereröffnung. Ferdinand Kuhlen lobt die Grüne Soße, seine Begleiterin Manuela Ferber die Atmosphäre unter den Lichterketten. Sie habe das Gefühl, „nicht mehr in der Großstadt zu sein“, schwärmt die 45-Jährige.

Neben den beiden genießen Jana Bock und ihr Begleiter Dennis die Stimmung im Hinterhof, für die das Lokal ja auch bekannt sei. Die beiden merken aber an, dass das Personal „arg gestresst“ gewirkt habe und die Bestellungen am Tisch nicht gleichzeitig kamen, manches sogar vergessen wurde. Auch die neusten Google-Bewertungen merken an, dass wohl zu wenig Personal im Einsatz war. Und ein Kunde wird vor Ort sehr wütend, weil an seinem Tisch gar nichts geklappt habe.

Als alles ein bisschen ruhiger wird, hat auch Benedetto Tamburrino Zeit für ein Gespräch. Der Betriebsleiter ist seit 30 Jahren Gastronom und hat vor dem Job in der „Sonne“ in großen Hotels gearbeitet: „Die ersten Monate sind immer die schwersten, mit jedem Tag, der zu Ende geht, sind wir schlauer“. Es sei teilweise sehr „turbulent“ gelaufen, auch, weil die Plätze seit der Eröffnung jeden Tag erhöht wurden und die Zahl am Samstag „schon sehr ambitioniert“ war.

Momentan sei das Lokal noch in einer „Findungsphase“, auch das Team stehe noch nicht fest und alle müssten sich zudem an die neuen digitalisierten Vorgänge gewöhnen. Für die „vielen neugierigen Gäste“ solle sich aber „zurück zu den Stärken bewegt werden, wie es vorher war“. Die „Sonne“ sei eine Institution und biete Qualität, so Tamburrino, „wir sind auf einem sehr guten Weg“.

Zur Sonne, Berger Straße 312, Bornheim. Telefon 069 / 45 93 96. Geöffnet Mittwoch bis Sonntag, 17 bis 23 Uhr. Montag, Dienstag Ruhetag.

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