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Bornheim Mitte wird barrierefrei

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Von: Dennis Pfeifer-Goldmann

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Im Minutentakt verkehren in Bornheim Mitte Busse und Bahnen.
Im Minutentakt verkehren in Bornheim Mitte Busse und Bahnen. © Holger Menzel

Tagtäglich steigen tausende Menschen an der Haltestelle Bornheim Mitte in Bahnen und Busse ein, aus oder um. Die VGF stellt nun im Ortsbeirat Pläne vor, wie der wichtige Umsteigepunkt barrierefrei umgebaut werden soll.

Nicht nur im Untergrund herrscht an der Station Bornheim Mitte Trubel, wenn die U4 in der Hauptverkehrszeit alle fünf Minuten abfährt und ankommt. Auf Straßenniveau ist kaum weniger los. Im Minutentakt rollen die Straßenbahnen der Linie 12 sowie die Busse der Linien M34 ins Gallus, 38 nach Seckbach und zum Panoramabad, M43 nach Bergen-Enkheim, die 103 nach Offenbach. Tausende Menschen steigen täglich in Bahnen und Busse ein, aus oder um.

„Das ist für eine Menge Leute ein wichtiger Umsteigepunkt“, erinnert Hannes Heiler von der Frankfurter Behinderten-Arbeitsgemeinschaft FBAG. Die Situation sei aber „eine Katastrophe“. Die Trams halten auf der Straße, Fahrgäste müssen eine große Stufe überwinden. Die Lage an den Bushaltestellen sei nicht besser, sagt Heiler. Allein wegen der großen Fahrgastzahl sei der barrierefreie Umbau mehr als überfällig.

Nun will die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die Pläne für den barrierefreien Ausbau der Straßenbahn- und Bushaltestelle Bornheim Mitte in der Sitzung des Ortsbeirats 4 (Ostend, Bornheim) am Dienstag vorstellen. „Das Thema beschäftigt den Ortsbeirat schon seit 15 Jahren“, seufzt Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne). Den Planern bereitet die Haltestelle in der Saalburgstraße Kopfzerbrechen, da die Straße recht schmal ist. Neben den barrierefreien Haltestellen müssen Radwege dazu, der Autoverkehr fließen und die Feuerwehr sich aufstellen können, um per Drehleitern trotz Oberleitung die Häuser zu erreichen.

„Nebeneinander lässt sich das nicht anordnen“, erklärt Steib. Deshalb müssen die Haltestellen erneut versetzt angeordnet werden. Er habe zwar schon „Zeichnungen gesehen“, ist aber selbst gespannt darauf, wo etwa die Taxiwarteplätze hinkommen und wohin die Warteplätze für die Linienbusse.

Letztere sind seit einem Jahrzehnt immer wieder ein Ärgernis: Anwohnerinnen und Anwohner beschweren sich darüber, dass Busse immer wieder mit laufendem Motor warten. Sie schlagen vor, dass die Buslinien M34 mit ihren Gelenkbussen und M43 bis zur U7-Haltestelle Eissporthalle verlängert werden, dort enden und die Busse auf dem Festplatz pausieren. Die Stadt lehnt dies ab, weil die verlängerten Fahrten zu viel Geld kosteten.

Die Stadt steht unter Druck: Seit Jahresbeginn muss der Nahverkehr laut EU-Vorgaben barrierefrei sein. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kündigte 2020 an, dass am Haltepunkt Bornheim Mitte eine Fahrspur hochgelegt werden könnte, so dass diese zugleich als Bahnsteig für eine auf der zweiten Spur haltende Straßenbahn genutzt werden kann.

Ortsvorsteher Steib weiß nur, dass die Straßenbahnstrecke wegen der versetzt positionierten Haltestellen verschwenkt werden müsse. „Dafür wäre wohl ein Planfeststellungsbeschluss nötig“, fürchtet er, also ein langwieriges Genehmigungsverfahren.

Die Zeit drängt: „Die Stadt hat das Ziel vorgegeben, 2024/25 zu bauen“, erinnert der Ortsvorsteher. Anschließend soll das Straßenbahnkonzept umgesetzt werden. Dann soll nach dem Wunsch des Ortsbeirats eine zweite Straßenbahnlinie durch die Saalburgstraße rollen: die 15 von Niederrad, Sachsenhausen, Hanauer Landstraße und Eissporthalle kommend mit Ziel Burgstraße. Auch die Wendestelle im Prüfling muss dafür neu hergerichtet werden.

Der Ortsbeirat 4 tagt am Dienstag, 6. September, von 19.30 Uhr an, Saalbau Bornheim, Arnsburger Straße 24.

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