Willden Sperrmüll melden und Briefe an die Verwaltung schreiben gehören zu den Aufgaben des Zentren-Kümmerers.

Einzelhandel

Berger Straße in Frankfurt soll attraktiver werden

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Die Wirtschaftsförderung und der Gewerbeverein Bornheim Mitte wollen die Einkaufsmeile aufwerten. 

Die Berger Straße soll attraktiver werden. Der Gewerbeverein Bornheim Mitte und das Wirtschaftsdezernat möchten dafür einen sogenannten Zentren-Kümmerer einsetzen, der sich für den Einzelhandel auf der Einkaufsmeile einsetzt. Für zunächst zwei Jahre unterstützt die Stadt das Pilotprojekt. Sie möchte schauen, wie der Einsatz zu einer Stärkung der lokalen Wirtschaft beitragen kann.

Der Zentren-Kümmerer soll langfristig zur Belebung und guten Entwicklung des Gewerbes an und um die Berger Straße sorgen, sagt Marlene Haas vom gemeinnützigen Unternehmen „Lust auf besser leben“, das das Projekt beantragt hat. „Der Einzelhandel prägt die Straße und ist wichtig, um dort Nahversorgung und Lebensqualität zu sichern.“ Die Idee sei, dass der Kümmerer die Arbeit des ehrenamtlichen Gewerbevereins „ergänzt und entlastet“.

Konkret soll die Person etwa für mehr Sauberkeit sorgen, beispielsweise die FES auf Dreckecken oder wilden Sperrmüll hinweisen, „das ist für Händler ein wichtiger Faktor“. Zum Einsatz kommen soll der Kümmerer auch bei Terminen mit dem Ordnungsamt. Etwa wenn es um die Weihnachtsbeleuchtung für die Berger Straße geht, um Feste oder Stadtteilsonntage.

Der Kümmerer soll aber nicht nur praktisch tätig sein. Vorgesehen ist, dass er sich an den Projekten wie „Plastikfrei“ oder „der Vernetzung mit bestehenden innovativen oder nachhaltigen Ideen beteiligt“, die bereits auf der Berger Straße laufen, sagt Haas. Sie gehe davon aus, dass die Aktionen dadurch ausgebaut werden können und sich weitere Vorschläge zur Aufwertung entwickeln werden.

Voraussichtlich ab März/April soll der Zentren-Kümmerer mit seiner Arbeit beginnen. Angedacht sei keine Vollzeitstelle, auch wenn nicht klar sei, wie groß der Aufwand wirklich werde. Haas rechnet mit einem Arbeitsvolumen von 15 Stunden pro Woche. Noch sei der Job nicht vergeben. Erste Bewerbungsgespräch habe es bereits gegeben.

Frankfurt: Ein Kümmerer für die Berger Straße gesucht

Gesucht werde jemand, „der einen Bezug zur Berger Straße hat, der mit ihr verbunden und vertraut ist“, sagt Haas. „Und der sich gerne kümmert.“ Er müsse die Sprache der Gewerbetreibenden genauso sprechen wie einen Brief an die Verwaltung schreiben können.

Das Wirtschaftsdezernat sieht in dem Projekt eine große Chance, dem Einzelhandel unter die Arme zu greifen, sagt Referentin Monika Selke-Krüger. Sie versteht den Zentren-Kümmerer als ein „weiteres Werkzeug“, um die Berger Straße aufzuwerten. Wie schon „Plastikfrei“ und „Cup2gether“, ein Projekt für ein Bechermehrwegsystem, unterstütze die Stadt das Vorhaben.

Selke-Krüger geht davon aus, dass über den Kümmerer auf der Berger Straße auch andere Stadtteile profitieren können. Obwohl das Projekt nicht eins zu eins auf andere Quartiere übertragen werden könne, könnten Gewerbevereine nach Ablauf der zwei Jahren schauen, wie die Bornheimer Erfahrungen auf ihre Situation übertragen werden kann, „als eine Art Blaupause“.

Seitdem der Saturn Ende 2013 und vorübergehend auch der Woolworth geschlossen hatten, seien die Kundenzahlen auf der Berger Straße rückläufig gewesen, so Selke-Krüger. Mehrere Läden machten infolge dessen zu. Ortsbeirat 4, Gewerbeverein und die Marktbetriebe hätten sich damals mit der Wirtschaftsförderung zusammengesetzt, wie einem Niedergang entgegengewirkt werden kann. „Wir haben geschaut, was die Berger auszeichnet, und wie man ihr Profil schärfen kann. Da ist von allen Beteiligten viel Herzblut reingeflossen.“

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