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Seit Mitte Februar saniert die Stadt den Gehweg zwischen Ernst-May-Platz und Kettelerallee.  

Bornheim

Bornheim: Kritik an Arbeiten in der Wittelsbacherallee

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Bornheimer sorgen sich um Baumbestand. Die Stadt versichert, dass Wurzeln nicht beschädigt werden.

Die Bäume an der oberen Wittelsbacherallee sind massiv gefährdet. Da ist sich die Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, ganz sicher. Seit Mitte Februar wird auf dem Abschnitt zwischen Ernst-May-Platz und Ketteleralllee gearbeitet. Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) saniert den breiten Gehweg von Grund auf. Bis Mai sollen die Arbeiten, die rund 230 000 Euro kosten, abgeschlossen sein. Doch wie die Bauarbeiter vorgehen, damit ist die Bornheimerin nicht einverstanden.

Schwere Baumaschinen verdichteten den Boden zwischen den Bäumen, hat sie beobachtet. „Der ist jetzt hart wie Beton, die Wurzeln werden zerquetscht!“ Nach dem letzten Regen hätten dort Pfützen gestanden, „ein klares Zeichen, dass dort kein Wasser mehr versickert“. Auch würden die Bordrandsteine so tief eingegraben, dass sie voraussichtlich das Wurzelwerk schädigten. Und in dem Erdaushub habe sie mehrere Wurzelstücke entdeckt. „Hier werden alle Regeln des Baumschutzes verletzt!“

Auch aus dem Grünflächenamt, das die Bornheimerin angeschrieben hat, gibt es Kritik. Mehrfach habe der zuständige Baumkontrolleur bei der Baufirma auf die Einhaltung der Vorschriften hingewiesen, ist dem Antwortschreiben zu entnehmen, „bisher leider ohne Erfolg“. Dabei gebe es klare Normen, etwa dass der Mindestabstand für Bauarbeiten 2,5 Meter zum Baumstamm betragen müsse. Im Wurzelbereich dürften zudem weder Baumaterial noch Baufahrzeuge abgestellt werden. Doch genau das hat die Anwohnerin beobachtet und dokumentiert.

Wohlergehen von Bäumen  im Blick

Seit fünf Jahren schon habe sie das Wohlergehen von Bäumen in der Stadt im Blick, sagt die Bornheimerin. „Ein so schlimmes Feld wie hier habe ich noch nicht gesehen.“ Besonders gestört hat sie, dass das Amt bei der Sanierung den maroden Asphalt zwischen den Baumreihen durch Pflastersteine habe austauschen wollen, „anstatt dass man dort in Zeiten des Klimawandels weniger versiegelt“.

Davon sei man aber inzwischen abgerückt, sagt die Leiterin des ASE Michaela Kraft. Das Amt habe auf die Hinweise reagiert und „die Planung während der Bauausführung noch einmal angepasst“. Der mittlere Bereich zwischen Straße und Häusern werde nicht mehr gepflastert, sondern durch Rasenflächen ersetzt. Dadurch werde die Grünfläche um ein Fünffaches vergrößert, „das ist positiv für die Bäume und wertet die Gestaltung nochmals auf“.

Zudem seien die Flächen vor den Häusern nicht etwa versiegelt, wie es für den Laien vielleicht aussehe, erklärt die Amtsleiterin. Dort gebe es bereits eine Deckschicht aus Felsenkies, die erhalten bleiben soll und wasserdurchlässig sei. Künftig könnten noch Bänke aufgestellt werden. Schäden seien durch die Bauarbeiten keine entstanden, versichert Kraft. „Die Baumwurzeln werden auf keinen Fall verletzt.“ Auch die Bordrandsteine, die in die Erde gesetzt werden, seien von diesen ausreichend entfernt.

Denkmalamt hat keine Bedenken

Dass der Gehweg saniert wird, geht auf eine Anregung des Ortsbeirats 4 aus dem Jahr 2018 zurück. Damals hatte sich das Gremium auch dafür ausgesprochen, den Martin-Weber-Platz an der Wittelsbacherallee vor der Kirche Heilig Kreuz umzugestalten. Dem Willen der Stadtteilpolitiker zufolge soll das Areal begrünt werden. Doch ob das möglich ist, muss erst noch mit dem Denkmalamt abgestimmt werden. Zwar sind weder der Platz vor der Kirche noch die Fläche an der Wittelsbacherallee denkmalgeschützt. Doch seien sie beide umgeben von „schützenswerter Substanz“, sagt Heike Kaiser vom Denkmalamt: Die Siedlung Bornheimer Hang steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Das Gotteshaus ist ein Einzelkulturdenkmal. Bei Veränderungen sei eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung nötig.

Das Denkmalamt habe keine Bedenken bezüglich des Bauvorhabens gehabt, teilt Michaela Kraft vom Amt für Straßenbau und Erschließung mit.

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