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Wer ein glückliches Händchen hat, konnte am Stand des Gewerbevereins Bornheim Mitte Preise gewinnen.
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Wer ein glückliches Händchen hat, konnte am Stand des Gewerbevereins Bornheim Mitte Preise gewinnen.

Bornheim

Bornheim: Im Laden um die Ecke einkaufen

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Der Gewerbeverein Bornheim Mitte wirbt für das Shoppen vor Ort. Vor allem jüngere Menschen sollen mit der Kampagne überzeugt werden, weniger im Internet zu kaufen.

Der Gewerbeverein Bornheim-Mitte hat auf dem Wochenmarkt am Mittwoch einen Pavillon aufgebaut, um für lokales Einkaufen zu werben. Er bietet etwa ein Würfelspiel an, bei dem Beutel mit Produkten lokaler Läden gewonnen werden können. Knapp ein Drittel der 68 Mitglieder des Vereins, zu denen neben Spielzeug-, Tee- und Lederwarenladen auch Handwerksbetriebe und Unternehmen der Gesundheitsbranche zählen, haben Preise gestiftet.

„Ich kaufe nur in Bornheim ein“, sagt eine ältere Frau, mit Stoffbeutel in der Hand und Rucksack auf dem Rücken, als sie von Apothekerin und Gewerbevereinsmitglied Barbara End angesprochen und zum Würfeln animiert wird. End sagt: „Das ist eine ganz, ganz wichtige Aktion zur Stärkung des Einzelhandels“, der viel Service biete. Und durch den müssten „junge Internetkäufer“ überzeugt werden, die Läden um die Ecke zu nutzen.

„Die Bornheimer gehen ja nur lokal einkaufen, das müsstet ihr woanders machen“, hätten schon Leute zu ihr gesagt, berichtet Margit Martin-Marx vom Gewerbeverein. Sie hat die Aktion im Rahmen der Kampagne „Ehrenwort: Ich wurde in Bornheim gekauft“ initiiert und versteht sie als „Aufforderung“, Weihnachtsgeschenke im Quartier zu erwerben. „Wer aufmerksam ist, sieht aber wie viele Paketdienste hier unterwegs sind“, sagt die Bornheimerin.

Beratung und Service, Anschauen und Anfassen und „mit allen Sinnen einen Eindruck verschaffen“, das funktioniere nicht beim Kauf im Internet, von unnötigen Verpackungen und Online-Retouren ganz abgesehen. „Viele Geschäfte kennen auch die Bedürfnisse ihrer Kunden und haben eine lange Bindung zu ihnen“, sagt die 61-Jährige und fragt rhetorisch, „wo der Flair der Berger Straße wäre“, wenn es den Einzelhandel nicht gebe.

Anfassen geht nur im Laden

Kerstin und Nils Oefelein sind aus Sachsenhausen zum Brunch nach Bornheim gekommen. Die beiden 30-Jährigen schlendern über den Wochenmarkt. Lebensmittel würde das Paar möglichst lokal vor der Haustür kaufen, Geschenke dagegen häufig online bestellen. „Wir versuchen schon immer den Einzelhandel zu unterstützen, aber die Öffnungszeiten kollidieren mit unseren Arbeitszeiten“, sagt Kerstin Oefelein. Er müsse pendeln und komme erst um 20 Uhr nach Hause, sagt ihr Mann. An Wochenenden würden sie sich die Zeit nehmen und in die Kleinmarkthalle gehen, um dort einzukaufen, fügt er hinzu.

Irina, die ihren Nachnamen für sich behalten will, sagt, sie kaufe immer in Bornheimer Geschäften ein. „Damit sie eine Chance zum Überleben haben“, so die 41-Jährige. Außerdem sei der Einkauf vor Ort „viel persönlicher“. Ein 72-Jähriger, der am Uhrtürmchen wohnt, sagt: „Lokale Geschäfte sind mir lieber, als in der Stadt rumzudüsen“. Alles, was er benötige, erreiche er fußläufig. Anfassen, An- und Ausprobieren ginge auch nur im Geschäft.

Durch die Covid-19-Pandemie seien die meisten Läden bislang ganz gut durchgekommen, aber nur durch „wahnsinnigen Arbeitseinsatz“ und hohe Flexibilität, berichtet Margit Martin-Marx. „Es wurden Liefer-Services aus dem Boden gestampft, Produkte mit Videos beworben und Click&Collect zur Abholung angeboten“. Trotzdem rechnet sie mit vereinzelten Geschäftsaufgaben nach dem Winter.

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