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Spätestens Ende des Jahres wird Buchhändlerin Angelika Schleindl mit ihren Büchern umziehen. Foto: Rainer Rüffer
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Spätestens Ende des Jahres wird Buchhändlerin Angelika Schleindl mit ihren Büchern umziehen.

Bornheim

Bornheim: Buchhandlung Schutt ist gerettet

  • VonSabine Schramek
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Das Traditionsgeschäft Heinz Schutt am Bornheimer Uhrtürmchen zieht in ein neues Domizil. Spätestens Ende des Jahres will Buchhändlerin Angelika Schleindl in der Arnsburger Straße 68 verkaufen.

Die Zukunft der Buchhandlung Heinz Schutt und des Antiquariats im Hinterhof am Bornheimer Uhrtürmchen sind gerettet. Nachdem die Inhaberin Angelika Schleindl lange Zeit befürchtete, das bekannte Geschäfte in der Arnsburger Straße schließen zu müssen, scheint sie jetzt eine Lösung gefunden zu haben. Noch in diesem Jahr will sie wenige Häuser weiter einen Neustart wagen.

Ende der 90er Jahre hat Schleindl die Läden übernommen, die einst eine Leihbücherei waren und seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Buchhandlung sind. In den vergangenen zwei Jahren hat sie gekämpft. Der Eigentümer wollte die Miete verdoppeln und sie räumen lassen. Viele Tage vor Gericht hat die Buchhändlerin durchgestanden, bis es zum Vergleich gekommen sei. „Spätestens Ende des Jahres ist Schluss hier, trotzdem ist die Buchhandlung mit dem Umzug nach nebenan gerettet“, sagt sie.

Schleindl ist nur fünf Häuser weiter in der Arnsburger 68 fündig geworden– in einem Neubau. „Das Gute ist, dass auch hier eine kleine Terrasse ist. Und dass wir im Winter nicht mehr frieren müssen“, sagt sie. Der neue Laden hat eine Fläche von 128 Quadratmetern, die Decke ist 3,15 Meter hoch. Riesige Fenster werden für noch mehr Licht als bisher sorgen, Fußbodenheizung und Klimaanlage für bessere Raumtemperaturen. „Nicht alles, was neu ist, muss schlecht sein“, sagt sie optimistisch.

Autorenlesungen, wie es sie bisher im kleinen Antiquariat im Hinterhof gibt, sollen in der neuen Buchhandlung ebenfalls möglich sein. Der Raum sei großzügig geschnitten, in die Decke werde Schallschutz eingebaut. „Damit sich niemand beschwert, wenn die Lesungen etwas lauter ausfallen“, so Schleindl. Auch das alte Flair will sie hinüberretten. „Die Regale kommen mit, auch wenn sie für die jetzige Buchhandlung gemacht wurden.“ Statt Enge wird es Weite geben, die Gemütlichkeit werde bleiben, ist sie überzeugt.

Die antiquarischen Werke der alten und neuen Frankfurter Schule will sie mitnehmen. „Alles wird keinen Platz haben.“ Dafür gebe es dann ein Fachwerkhäuschen an der Mosel. „Dort können Autoren ihre Romane vollenden. Für mich bleibt das Antiquariat auch dort reine Liebhaberei. Dennoch sollen Literaturfreunde weiterhin die Möglichkeit haben, abzutauchen und im ,Exil‘ zu schreiben.“

Trotz aller Zuversicht ist sie wehmütig. „Es bleibt traurig, dass die lange Buchtradition hier endet. Dass die Bornheimer die Buchhandlung lieben, haben sie sofort gezeigt, als die Kündigung kam. Mehr als 2000 Unterschriften als Petition haben sie gesammelt. Da ist eine richtige Welle entstanden und ich habe mich selten in meinem Beruf mehr bestätigt gesehen als in dieser Zeit.“

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