Zweimal pro Woche trifft sich der Verein „Spielekultur Frankfurt“ in einer Bornheimer Bar.
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Zweimal pro Woche trifft sich der Verein „Spielekultur Frankfurt“ in einer Bornheimer Bar.

Bornheim

Bornheim: Alle dürfen mitspielen

Wer Brettspiele mag, ist beim Verein „Spielkultur Frankfurt“ in guter Gesellschaft. Zwei Mal die Woche treffen sich die Mitglieder in der Bornheimer Bar 1337 in der Burgstraße. Immer wieder kommen neue, coole Leute dazu.

Ein Wurf, zack, die Karte gezogen, die Figur verrückt – und das Spiel ist beendet. Freude auf der einen Seite des Tischs, auf der anderen Seite Stirnfalten. Handschlag. So läuft es ab, wenn sich viele Männer und einige Frauen an zwei Abenden in der Woche zum Spieleabend treffen.

Organisiert wird das vom Verein Spielkultur Frankfurt, gegründet 2018 von den Bechtloff-Brüdern Nils (27), Henning (34) und Markus (36). Ersterer ist Vorsitzender und sonst Student, sein Bruder Henning erfüllt im Verein die Aufgabe des Zeugwarts, neben seinem Job als Immobilienberater; Markus ist angehender Lehrer und Sprecher des Vereins.

„Es gibt noch andere Spielgruppen in der Stadt, aber wir sind der erste Verein“, sagt Nils Bechtloff. Mit einem Blick auf den großen, hohen Stapel Brettspiele des Vereins wird folgendes klar: Hier ist für jeden etwas dabei. Von Konzentrations- über Geschicklichkeits- bis hin zu Abenteuer- und Kennerspielen.

Jeden Dienstag und Donnerstag treffen sich die Spieler um 18 Uhr in der Bar 1337 in der Burgstraße 82 in Bornheim. „Jede Woche kommen neue Leute zu den Spieleabenden“, erzählt Henning Bechtloff. „Wenn man dann eine Weile zusammen gespielt hat, kennt man sich.“

Die Stimmung ist locker. Das liegt neben der gemütlichen und einladend wirkenden Bar an den Teilnehmern – das findet auch Andre Holger (26), der meistens sogar zweimal die Woche zu den Treffen kommt. „Die Leute hier sind einfach cool drauf.“ Dem stimmt Konstantinos Zafiriadis (31) zu. „Ja, die Leute hier sind anders, und das meine ich positiv.“

Vorbeikommen und mitspielen kann jeder. Mitglied im Verein zu werden ist keine Voraussetzung. „Wobei das keine Nachteile hat“, erklärt Nils Bechtloff. Sein Bruder ergänzt: Mitglied zu sein kostet zwei Euro im Monat, man bekommt Rabatt in einem Spiele-Laden in der Nähe der Zeil.

Michael Schiller (36) nimmt sich neben seiner Arbeitswoche öfter mal die Zeit, vorbeizukommen. „Das ist ein schöner Ausgleich zum Beruf“, findet er. „Und die Leute hier sind so unterschiedlich. Vom Nerd bis zum Familienvater, hier ist alles dabei.“ Einfach mal nicht über die Arbeit nachdenken, sich in entspannter Atmosphäre fallenlassen, das ist ein Reiz. Es gibt, so Temo Gogodze (34), vor allem zwei Gründe, die fürs Mitspielen sprechen. Erstens: Man ist Mitglied einer wirklich netten Gesellschaft. Zweitens: Man lernt viele Spiele kennen, vor allem auch neuere. Für die Zukunft haben die Bechtloffs weitere Ziele: Mit noch mehr Leuten in Kontakt kommen, die öffentliche Wahrnehmung zum Thema „Spiele spielen“ stärken.

Ein großes Ziel: die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen. Der Antrag dazu wurde zu Beginn abgelehnt. Dabei, die Brüder sind sich da einig, tun sie mit ihrem Verein sehr viel für das Gemeinwohl. „Wir bringen Leute zusammen, auch aus verschiedenen Ländern, haben außerdem eine Kooperation mit einem Jugendzentrum“, erklärt Nils Bechtloff. „Und wir helfen als Sponsor beim Stoffel-Fest im Günthersburgpark.“ Ein richtiger Frankfurter Verein eben. Apropos Leute aus verschiedenen Ländern: Mangelnde Sprachkenntnisse sind nie ein Problem. „Wir spielen in den Sprachen, die gerade da sind“, sagt Henning Bechtloff dazu. „Hier ist jeder herzlich willkommen.“

Mehr Informationenzum Verein gibt es im Internet unter www.spielkultur-frankfurt.de.

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