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Erst im August 2021 heißt es wieder „Baum hoch“, wenn die Kerbeburschen den traditionellen Kerbebaum vor der Johanniskirche aufstellen. Foto: Michael Schick

Bornheim

Bernemer Kerb mal anders

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Trotz Corona wird am ersten Augustwochenende im Lustigen Dorf gefeiert. Wirte, Einzelhändler und Bornheimer laden dann in ihre Höfe, Lokale und Geschäfte ein.

Die 413. Bernemer Kerb ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt. So steht es zumindest auf der Homepage der Bernemer Kerwe Gesellschaft, die das Fest organisiert. Erst 2021 werde wieder gefeiert. Doch so ganz will der Verein das offenbar nicht hinnehmen. Eine offizielle Veranstaltung werde die Gesellschaft nicht organisieren, sagt jetzt Schriftführer Dominik Müller. Dennoch werde es eine 413. Ausgabe des Kirchweihfests geben. „Zwar nicht wie gewohnt, aber sie findet statt.“

Die traditionelle große Party am ersten Wochenende im August auf dem Johanniskirchplatz und auch das Straßenfest zum Bernemer Mittwoch fielen leider der Corona-Krise zum Opfer. Die Kerwe Gesellschaft hätte nicht garantieren können, dass nur eine begrenzte Zahl an Besuchern kommt, sagt Müller. „Dafür ist die Kerb viel zu beliebt.“ Der Verein möchte sich dennoch nicht unterkriegen lassen. „Wir wollen unsere Tradition wahren“ – und erinnert an seine Ursprünge .

Früher sei im ganzen Dorf gefeiert worden. Die Kerwe Gesellschaft hat deshalb die Aktion „Kerb bei dir zu Hause“ ins Leben gerufen. Zahlreiche Wirte und Einzelhändlern hätten bereits zugesagt, sagt Müller. Sie bieten in der Zeit der Kerb verschiedene Speisen wie „Kerbegulasch“ und Muscheln sowie Getränke wie „Kerbeschnaps“ zu Spezialpreisen an.

Kerbeschmuck Weitere Infos zur Kerb und einer Liste aller beteiligten Geschäfte und Lokale unter www.bernemerkerb.de. Birkenbäumchen können unter E-Mail kontakt@bernemer-kerb.de, per Telefon 13 02 41 72 für 5 Euro bestellt werden. Ein Päckchen mit rot/weißen Bändchen, den Farben des Vereins, gibt’s für 2,50. Die Lieferung erfolgt am 6. August frei Haus. bos Auf der Liste stehen dabei keineswegs nur Lokale und Geschäfte an der Berger Straße. In der Heidestraße 41 etwa gibt die Skyline Big Band des Frankfurter Musikvereins am 8. August ein Hofkonzert. Ein Geschäft am Sandweg verkauft „Aktionsartikel rund um die Kerb“, die TG Bornheim verlangt keine Aufnahmegebühr für neue Mitglieder. Und die Johanniskirche lädt für Sonntag, 9. August, zum Kerbegottesdienst ein.

Aufgerufen habe die Kerwe Gesellschaft auch alle Bornheimer, mit ihrer Hausgemeinschaft eine Hofkerb zu feiern, sagt Dominik Müller. Dort habe jeder eigenständig auf die Einhaltung der Corona-Regeln zu achten. Viele Bernemer hätten schon zugesagt, sich zu beteiligen. „Wir haben bereits unglaublich viele Bestellungen von Birkenbäumchen“, sagt der Schriftführer. Mit diesen schmücken die Bewohner des lustigen Dorfs traditionell ihre Häuser zur Kerb – der Kerbeverein verkauft sie.

Abstriche beim Brauchtum wird es dennoch geben. „Baum hoch!“, heißt es erst 2021, wenn der Kerbebaum aufgestellt wird. Das Kerbepaar bleibt bis zum kommenden Jahr im Amt. Und die Kerbelisbeth, das Maskottchen der Kerb, wird gar nicht erst in Bornheim zu sehen sein.

„Sie hat Urlaub“, sagt Müller und lacht. Schließlich ist die Lisbeth nur eine Puppe, die normalerweise zum Abschluss der Kerb symbolisch verbrannt wird. Doch in Corona-Zeiten ist nichts normal. Lisbeth ist verreist, „und vielleicht gibt es das ein oder andere Foto von ihrer Reise?“, macht der Schriftführer Andeutungen. Wer wolle, könne die in den sozialen Medien anschauen, die der Verein nutzt.

Auf den Umzug zur Bernemer Kerb müssen die Bornheimer in diesem Jahr verzichten. Foto: Rolf Oeser

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