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Der Journalist Jochen Schneider hat ein Buch über den Frankfurter Stadtteil Bornheim geschrieben.

Literatur

Bornheim: Bernem leben und erleben

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Es gibt immer etwas Neues in Bornheim zu entdecken. Davon ist der Autor und Journalist Jochen Schneider überzeugt. Seine Beobachtungen hat er jetzt in einem Buch zusammengefasst. 

Wussten Sie, dass an der Arnsburger Straße seit 20 Jahren Chinesisch unterrichtet wird? Oder, dass an der Bornheimer Landwehr die Jüdische Gemeinde ein Alten- und Pflegeheim mit der Synagoge Ateret-Zwi unterhält? Oder, dass auf dem Gelände der FES an der Weidenbornstraße einst der Luisenhof als mittelalterlicher Militärposten sowie der Familie Rothschild als ländliches Refugium diente? Wissenswertes zum Lustigen Dorf bietet ein neues Buch „Bornheim – leben und erleben“.

Autor Jochen Schneider kennt sich aus in Bornheim. Einerseits ist er dort aufgewachsen und hat viele Entwicklungen miterlebt. Aber auch durch sein Berufsleben hat er einen Einblick, der oft über den des normalen Bewohners hinausgeht: Seit 20 Jahren ist er als freiberuflicher Journalist mit Stift, Block und Kamera für das Bornheimer Wochenblatt unterwegs. „Es gibt nur wenige Orte, Vereine und Institutionen, denen ich noch keinen Besuch abgestattet habe.“

Die Idee für das Buch sei ihm gekommen, da ihn mehrere Bornheimer angesprochen hätten, dass schon länger kein aktuelles Werk mehr über den Stadtteil erschienen sei. 2011 habe es ein eher historisches Buch gegeben, „aber nichts aktuelles“. Also habe er sich an die Konzeption gemacht. „Ich wollte keinen Einkaufsführer schreiben“, sagt Schneider, „sondern ein Werk, was Einheimische genauso anspricht wie Zugezogene.“

Deshalb sind dort ebenso Klassiker wie die TG Bornheim, der Fahrradladen Böttgen oder die Metzgerei Spahn zu finden wie der weniger bekannte Kinderladen Cela mit lateinamerikanischen Wurzeln an der Bornheimer Landwehr und die Chinesische Sprachschule Huayin, die samstags in der Stauffenbergschule residiert.

Auf 88 Seiten hat sich Schneider mit Texten, Fotos und Luftaufnahmen seinem Stadtteil gewidmet. Ein historischer Abriss behandelt die Geschichte und Entstehung und zeigt, was heute noch übrig ist. Dafür hat er sich kompetente Hilfe bei Bernhard Ochs vom Bürgerverein und Förderkreis historisches Bornheim geholt. Geschäftsinhaber, Künstler und Vertreter von Vereinen kommen in kurzen Interviews zu Wort, wo sie sagen, was für sie das Liebenswerte am Viertel ist. Als Bernemer Zeil steht die Berger Straße natürlich im Focus. Banken, Geschäfte, Lokale, Cafés, Schulen und Kindergärten sind in seinem Werk zu finden, das nach Rubriken gegliedert ist.

Dabei handele es sich nur um eine Auswahl: „Ich erhebe selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.“ Bezahlt habe niemand dafür, um in seinem Buch zu landen, sagt Schneider. Er habe alles eigenständig finanziert. Auch auf Anzeigen hat er verzichtet. Er hofft, dass er seine Produktionskosten einspielt und einen Gewinn erzielt.

Autor Schneider macht nicht an der Grenze des Stadtteils Halt. Beliebte Ausflugsziele wie der Ostpark, das Stoffel-Festival im Günthersburgpark und den Wasserpark hat er auch aufgenommen. Und vielleicht wird er künftig auch einmal eine eigene Ausgabe über die angrenzenden Stadtteile schreiben. Für das Nordend habe er bereits eine Anfrage erhalten. Zunächst wolle er aber schauen, die das Buch zu Bornheim ankommt. 

Das Buch„Bornheim – leben und erleben“ ist für 11,99 Euro im Buchhandel sowie in mehreren Geschäften auf der Berger Straße erhältlich.

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