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Altglas.

Bornheim

Altglas unter die Erde

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Der Ortsbeirat 4 setzt sich für unterirdische Altglas-Container in der Gronauer Straße ein. Die unterirdischen Behälter haben viele Vorteile. Sie sind größer, leiser und ziehen nicht so viel Sperrmüll an.

Die Glascontainer in der Gronauer Straße sollen unter der Erde verschwinden. Der Ortsbeirat 4 hat sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich dafür ausgesprochen, prüfen zu lassen, ob die beiden Behälter durch einen sogenannten Unterflurglascontainer ersetzt werden können. Das Stadtteilgremium möchte dadurch vor allem den Lärm reduzieren, der beim Einwerfen von Altglas entsteht.

Die Container an der Ecke zur Straße Alt-Bornheim sorgten immer wieder für Beschwerden der Anwohner, sagte Antragsteller Darius Shafiei (SPD). Die Gronauer Straße sei eng bebaut, dort werde der Schall „deutlich von den Häuserwänden reflektiert“. Da durch die Gastronomie auf der Berger Straße eine große Menge Altglas anfalle, stünden an dieser Stelle inzwischen zwei Container. Rund um die Behälter gebe es ausreichend Platz, diese unter die Erde zu verlegen. Auch sei es nicht teuer, so Shafiei, der die Kosten mit rund 30 000 Euro bezifferte.

Die Stadt finanziert die Unterflurbehälter über das Sonderprogramm Schöneres Frankfurt. Dieses könne es allerdings nicht leisten, alle Container in Frankfurt unter die Erde zu bekommen, sagt der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, auf Anfrage. Der Aufwand sei groß, da es kaum Flächen gebe, unter denen keine Telefon-, Gas-, Strom-, Fernwärme oder etwa Wasserleitungen lägen. Und die Stadt habe kein vollständiges Kataster der Trassen. „Das lohnt sich nur, wenn ein Platz ohnehin angegangen wird.“ Für die Gronauer Straße müsse eher ein neuer Standort gesucht werden.

Viele Vorteile

Zehn dieser unterirdischen Container gibt es in Frankfurt bereits. Mehrere seien in Neubaugebieten wie am Riedberg entstanden. Inzwischen berücksichtige die Kommune die unterirdische Variante automatisch, wenn ein Platz angegangen wird, sagt Gellert. So geschehen etwa am Buchrainplatz in Oberrad oder am Martin-Luther-Platz im Nordend.

Die unterirdischen Behälter bieten mehrere Vorteile, sagt der Pressesprecher der FES, Michael Werner. Sie sind dreimal so groß wie die bisherigen und müssen dementsprechend seltener geleert werden. Da der Einwurf von Flaschen über einen Schacht erfolge, entstehe weniger Lärm. Zudem werden rings um die Unterflurcontainer kein wilder Sperrmüll abgestellt, was sonst sehr häufig vorkomme.

Dafür sei das Leeren aufwendiger, sagt Werner. Die Müllfahrzeuge müssten mit einem Adapter umgerüstet werden. „Das kann nicht auf einer normalen Tour erledigt werden.“ Die Entsorgungsfirma Remondis, die in Frankfurt derzeit das Glas sammelt, hat sich vertraglich festgelegt, maximal 20 unterirdische Container zu leeren.

Bis Ende kommenden Jahres wolle die FES nicht nur Glasmüll unter die Erde bringen. Das Entsorgungsunternehmen plant laut Werner Unterflursysteme für Haus- und Verpackungsmüll, Bioabfälle und Altpapier. In Darmstadt, Berlin und Hamburg werde das bereits umgesetzt. „Das ist ein gutes Angebot für neue Wohnprojekte.“

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