Bornheim

Abriss genehmigt

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In der Kleinen Spillingsgasse im Frankfurter Stadtteil Bornheim verschwindet nur ein Anbau.

Dass in der Kleinen Spillingsgasse ein Haus abgerissen wird, sorgt für Aufregung im Stadtteil. Stehen doch zahlreiche Gebäude im Ortskern von Bornheim unter Denkmalschutz – auch das Grundstück mit der Hausnummer 3 ist in der Liste der Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen zu finden. Doch laut Planungsdezernat haben die städtische und die hessische Denkmalbehörden den Abbruch genehmigt, für den die Gasse seit Anfang der Woche gesperrt ist.

Abgebrochen werden derzeit nur ein „maroder Nachkriegsbau und eine Garage“, sagt Dezernatssprecher Mark Gellert. Das Gebäude sei „relativ unspektakulär“ und habe „keinen Denkmalwert“. Das historische Wohnhaus an der Straße dagegen bleibe „als wertgebendes Denkmal erhalten“, so Gellert. Auf der Internetseite des Landesdenkmalamts wird es als „barockes Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts mit verputzter Fassade und massivem Erdgeschoss“ beschrieben.

Der Bauherr plane auf dem Grundstück, auf dem sich mehrere Baukörper befinden, einen Neubau mit gleichem Raumvolumen, so Gellert. Ein Bauantrag sei derzeit in Bearbeitung. Nach diesem soll das Gebäude als zweigeschossiger Anbau zur Erweiterung der Wohnfläche wieder aufgebaut werden. Zusätzlich soll eine Garage entstehen.

Bernhard Ochs von der Römer-Fraktion Die Frankfurter ist dennoch beunruhigt und möchte eine offizielle Anfrage an den Magistrat stellen. In den 70er Jahren seien etliche historische Häuser in Bornheim verschwunden, obwohl sie unter Denkmalschutz standen, sagt Ochs. Auch das Häuschen des Museumslädchens des Bürgervereins und Förderkreises historisches Bornheim, den er leitet, sei fast der Abrissbirne zum Opfer gefallen, „obwohl es unter Denkmalschutz steht“.

Völlig entspannt ist dagegen der Vorsitzende der Bernemer Kerwe-Gesellschaft Ralf Moritz. Zwar ist laut Straßenverkehrsamt eine Sperrung der Kleinen Spillingsgasse bis zum 11. November genehmigt. Theoretisch könnte sie also auch noch während der Bernemer Kerb am zweiten Augustwochenende dicht sein. Doch davon geht Moritz nicht aus. Schließlich sei die Kerb schon seit langem angemeldet. Und zumindest während des Festes müsse die Straße auf jeden Fall offen sein. „Sie wird als Fluchtweg und Zugang für die Feuerwehr und Rettungswagen auf dem Festplatz an der Johanniskirche benötigt.“

Auch ziehe der Festzug über die schmale Straße in die Eulengasse, so Moritz. Im vergangenen Jahr habe für die Bernemer Kerb ein vierstöckiges Gerüst demontiert werden müssen, damit die Wagen des Festzugs passieren konnten. Da sei es „eine Kleinigkeit“, die Kleine Spillingsgasse zu räumen.

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