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Große Fenster soll es zum Bornheimer Hang hin geben.

Bornheim

Bornheim: Kritik an Plänen zum Familienbad

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Bürger sind wenig begeistert von der Präsentation des neuen Schwimmbades in Frankfurt-Bornheim, das das Panoramabad ersetzen soll.

Im kommenden Frühjahr könnte mit den Arbeiten am neuen Familienbad begonnen werden. Direkt am Festplatz am Bornheimer Hang soll der mehrgeschossige Bau entstehen und das in die Jahre gekommene Panoramabad an der Inheidener Straße ersetzen. Das 40 Millionen Euro-Projekt wurde in der Sitzung des Ortsbeirats 4 am Dienstagabend vorgestellt. Bei vielen Bürgern kam es nicht gut an. Einwände gab es auch von Stadtteilpolitikern.

Frank Junker, Geschäftsführer der Bäderbau GmbH und der ABG Holding, hatte die Pläne präsentiert. Demnach soll das Schwimmbad innerhalb von zwei Jahren neben der Eissporthalle gebaut werden. Anders als ursprünglich vorgesehen, werde es aus baulichen Gründen keinen gemeinsamen Kassenbereich geben. Der Kosten und der Energieeffizienz wegen hat die Gesellschaft auch auf ein Cabrio-Dach verzichtet. Auf dem Gebäude soll dafür eine Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Durch diese könnten jährlich viele Tonnen CO2 und etwa 17.000 Euro für Strom eingespart werden. Ein „Freibadfeeling“ soll laut Junker durch Schiebefenster über eine Länge von 60 Metern zum Hang hin erreicht werden.

Frankfurt-Bornheim: Erlebnisbad mit Rutsche und Kinderbereich geplant

Im Inneren ist ein sogenanntes Erlebnisbad mit Rutsche und Kinderbereich vorgesehen, sagt der ABG-Chef. Zudem werde es einen Nichtschwimmer- und ein 25 Meter langes Sportbecken geben, dessen Tiefe über eine Hubanlage verändert werden kann. Der Erlebnis- und der Sportbereich könnten separat genutzt werden. Dadurch müsse der Neubau nicht wie derzeit im Panoramabad an einem Tag die Woche für die TG Bornheim gesperrt werden.

Der Saunabereich auf dem Dach werde größer als der bisherige an der Inheidener Straße. Die dazugehörige Außenfläche biete mehr Platz, die Zahl der Spinde soll auf 150 fast verdoppelt werden. Die Bäume entlang der Straße Am Bornheimer Hang bleiben stehen, versicherte Geschäftsführer Junker. Für Bäume auf dem Baugrund, die gefällt werden müssen, sollen am westlichen Rand des Festplatzes neue gepflanzt werden. Dort sind auch die Parkplätze für das Bad vorgesehen.

Zwischenrufe während der Präsentation in Frankfurt-Bornheim

Vielen Besucher der Ortsbeiratssitzung äußerten sich ablehnend zu der Vorstellung. Immer wieder gab es während der Präsentation Zwischenrufe und höhnisches Gelächter. Der vorgesehene Neubau sei ein „Armutszeugnis für die Stadt“, schimpfte etwa eine Bürgerin: „Das sieht aus wie eine Reha für Senioren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das was Tolles wird.“ Dass das Sportbecken nur 25 Meter lang werde, monierte ein Bürger. „Das hätte man viel größer machen können“. Kritisiert wurde auch, dass sich der Verkehr am Bornheimer Hang durch die Bad-Besucher weiter verschlimmern werde.

Die Stadt habe vor allem die Kosten und die Ökologie im Blick gehabt, sagte der Stadtbezirksvorsteher Ulrich Labonté. Bei dem Bau am Bornheimer Hang sei aber versäumt worden, „kreative Lösungen“ umzusetzen. „Das hätte viele Bürger überzeugt.“ Das sieht auch die SPD im Ortsbeirat so. Darius Shafiei monierte, dass auf das Cabrio-Dach verzichtet werde, was er als Alleinstellungsmerkmal begrüßt hätte. Dadurch Kosten von einer Million Euro einzusparen sei im Verhältnis zum Gesamtvolumen gering. Die Photovoltaikanlage hätte verkleinert werden können. Pearl Hahn (Linke) bemängelte, dass nur der Sockel und nicht die gesamte Fassade des Familienbads begrünt werden soll.

Oliver Lang vom Kleingartenverein Buchhang forderte, dass vom Bad aus eine Brauchwasserleitung zum Verein gelegt wird. Dieses werde jedoch im Neubau selbst verwendet, sagte der Geschäftsführer der Bäderbetriebe, Frank Müller. Einerseits für die Toiletten, anderseits für die Bewässerung der Pflanzen. Geprüft werde, ob ein Teil des auch für die Eisproduktion der Eissporthalle verwendet werden kann.

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