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Josef Kipka und Ilona Minashvili (rechts) sind das neue Kerbepaar. Ihnen stehen Ralf Moritz und Corinna Köhler als Bernemer Bürgermeisterpaar und Ortsdiener Dieter Bender zur Seite.

Jetzt kann das Traditionsfest kommen

Bernemer Kerb startet mit einer Premiere

Sie führen Bernem durch die Kerb: Mit Josef Kipka (60) und Ilona Minashvili (26) stellt zum ersten Mal die Gaststätte Turmstübchen das Kerbepaar für die Bernemer Kerb. 

Bornheim - Rund drei Kilometer lang ist die Strecke des Festzugs der Bernemer Kerb. Und sollten am 11. August die Temperaturen wieder kräftig ansteigen, dann ist gute Kondition von Vorteil, um zum Johanniskirchplatz zu gelangen. Doch davon hat Josef Kipka genug: "Denn hauptberuflich bin ich Postbote und jeden Tag zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Stadtteil unterwegs", verrät er.

Ein internationales Kerbepaar aus einem Bornheimer Wirtshaus dürfte es in dieser Form bei der Bernemer Kerb noch nicht gegeben haben: Doch dieses Jahr werden zum ersten Mal eine gebürtige Georgierin und ein gebürtiger Pole das lustige Dorf zusammen mit dem Bürgermeisterpaar vom 9. bis 14. August vertreten. "Ich habe in Frankfurt ein Germanistikstudium begonnen und landete bei der Suche nach einem Job im Turmstübchen", berichtet Ilona Minashvili, die aus Tiflis kommt.

Der Mann am Tresen

Dort führt Kipka, der aus der Nähe von Oppeln (Schlesien) kommt, die Geschäfte, steht bei Bedarf am Tresen und bewirtschaftet auch während der Kerb noch den ein oder anderen Stand an der "Zwiwwelkersch".

Zunächst habe es bei der Wahl des Kerbepaars personelle Engpässe gegeben, sagt Kassierer Christian wie Henrich: "Wir hatten schon zwei Pärchen ausgeguckt, doch beide haben uns abgesagt oder auf das nächste Jahr vertröstet." Schließlich kam der Vorstand auf die Idee, sich einfach in einer seiner Stammkneipe umzuhören - schließlich habe man mit dem dortigen Wirt eh allerhand Organisatorisches zu besprechen.

Nachdem Kipka über seine Verpflichtungen instruiert wurde und ein Wochenende nachdenken konnte, sagte er schließlich zu und hatte auch gleich noch seine Bardame Ilona als bessere Hälfte mit im Schlepptau. Die Georgierin kam vor zweieinhalb Jahren nach Frankfurt und arbeitete zunächst als Au-pair-Mädchen. Weder in Georgien noch in Polen kenne man volkstümliche Kirchweihfeste, die sich mit der Bernemer Kerb vergleichen ließen, berichten die beiden. Entsprechend gespannt seien sie auf die Bornheimer Tradition mit Festumzug,, Gickelschmiss und Straßenfest am Bernemer Mittwoch.

Starke Unterstützung

Zur Seite steht ihnen das Bürgermeisterpaar, das von zwei Altgedienten gestellt: Der Servicetechniker Ralf Moritz pflegt als Bürgermeister eine langjährige Familientradition, da bereits sein Großvater viele Jahre lang Vorsitzender im Bernemer Kerwe Verein war. Und Corinna Köhler, die als Sachbearbeiterin in der Bauabteilung einer Rundfunkabteilung beschäftigt ist, hat als Spätberufene inzwischen ihren Platz an der Seite von Ralf Moritz gefunden.

"Wir stellen das Bürgermeisterpaar zum fünften Mal, doch gefühlt bin ich bei dieser Kerb schon zum 412. Mal mit dabei", betont Köhler ihre Verbundenheit. Und erinnert mit einem schmunzelnden Seitenblick Moritz an sein ursprüngliches Vorhaben, sich zu jeder Kerb eine neue Bürgermeisterin zu suchen. "Ja, das habe ich mal gesagt, aber so viele Frauen stehen dann doch nicht bereit", meint dieser.

Zug mit rund 60 Zugnummern

Eingekleidet sind die beiden Paare auch schon: Kipka trägt eine feierliche Bauerntracht, Ilona ein etwas luftigeres Dirndl. Köhler schreitet im Biedermeierkleid mit Reifrock einher, Moritz in rotem Frack, Zylinder und grauer, auf seine schlankere Figur zugeschnittene Anzugshose. "Denn in den vergangenen Jahren habe ich von weit über 100 Kilo auf 77 Kilo abgenommen", sagt er stolz.

Mit von der Partie ist freilich auch Ortsdiener Dieter Bender, der die Kerb am Freitag, 9. August mit den beiden Paaren einläutet, bevor am Samstag der Zug mit rund 60 Zugnummern um 17 Uhr startet- darunter auch viele Majestäten aus den benachbarten Stadtteilen.

Gernot Gottwals

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