Zu Fuß gehen tut gut. Immer geradeaus geht es nach Messel. 
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Zu Fuß gehen tut gut. Immer geradeaus geht es nach Messel.  

Wandern

Vom Bordstein zum Waldweg und zurück

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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In Frankfurt kreuzen sich nicht nur Fernstraßen, sondern auch viele Wanderwege. Wer genau hinschaut, entdeckt selbst im Zentrum geheimnisvolle Markierungen.  

Mit Frankfurt mag man ja andernorts vieles verbinden, vom Hochhaus bis zum Messetrubel, vom Flughafen bis zum Museumsufer – Natur und Wandern dürften aber die wenigsten Touristen am Main suchen. Dabei hätten die Stadt und ihr grünes Umland da doch ganz schön viel zu bieten. Wer hier lebt, weiß das.

In Zeiten, in denen Fernreisen nur schwer möglich sind, ist ein großer Freizeitwert durchaus ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Auch die Stadt Frankfurt lockt Touristen inzwischen mit Fachwerk und Grün auf den Internetseiten von „Frankfurt-Tourismus“ – wo bisher Bilder der Skyline prangten.

Ferien vor der eigenen Haustüre, das liegt coronabedingt im Trend. Und, ja, in Frankfurt ließe sich sogar ein Wanderurlaub verbringen. Wer genau hinschaut, entdeckt zwischen Museen und Wolkenkratzern fast überall Wegweiser und Wanderzeichen. „Es gibt wohl keine andere Stadt mit so vielen qualifizierten Wanderwegen“, sagt Thomas Feda, oberster Tourismusmanager der Stadt.

„Reiseveranstalter glauben mir das gar nicht, wenn ich berichte, dass man hier mit der U-Bahn ins Mittelgebirge fahren kann.“ Die Region habe eine hervorragende Infrastruktur. Touristen von weiter weg könnten, meint Feda, davon profitieren, dass die Hotels gerade nicht ausgelastet seien, und sternförmig von hier aus Tagestouren in den Rheingau, den Taunus, den Odenwald oder den Spessart machen. Oder sie könnten eben auch gleich in Frankfurt die Wanderstiefel schnüren.

Verlosung

Am meisten Spaß macht eine Wanderung in netter Gesellschaft. Deshalb verlosen wir heute fünf Rhein-Main-Cards des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) für Gruppen. Sie sind im gesamten Gebiet des RMV gültig und berechtigen zur Fahrt in Bussen und Bahnen. Unser Gewinntelefon ist heute bis 14 Uhr geschaltet. Viel Glück!

Gewinnhotline: 01378-800831* Rufen Sie bis zum 7. Juli, 14 Uhr, bei unserer Gewinnhotline an und nennen Sie das Stichwort „RMV“. Damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können, hinterlassen Sie bitte Ihren Vor- und Nachnamen, Ihre Anschrift und Telefonnummer.

* Der Anruf kostet 50 Cent aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk gegebenenfalls teurer. Anbieter Telemedien Interactive GmbH, Datenschutz unter: datenschutz.tmia.de

Die Gewinner werden per Zufall ermittelt und telefonisch benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung der Gewinne findet nicht statt. Mitarbeiter der Frankfurter Societäts-Medien GmbH sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Nun würde der „klassische“ Wanderer wohl eher selten in einer Großstadt auf Tour gehen, allerdings hat sich Wandern in den vergangenen Jahren zu einem „hippen Sport“ entwickelt, wie Feda beobachtet. Viermal ist der gebürtige Franke, der von Frankfurt schwärmt, allein schon den immerhin fast 70 Kilometer langen Grüngürtelweg gelaufen, gegen und im Uhrzeigersinn. Die Rundtour wurde immerhin 2014 von einem Fachmagazin zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ gewählt. Feda ist überzeugt: Am schönsten ist die bestens markierte Tour im Uhrzeigersinn, und beginnen sollte man an der Schwanheimer Düne. Sehr gut gefallen hat ihm auch der Safariweg vom Frankfurter Zoo zum Kronberger Opelzoo, „aber das ist schon eine ganze Ecke“.

Nun sind der Grüngürtelweg oder der am Goethehaus im Großen Hirschgraben beginnende Hölderlinpfad inzwischen vermutlich keine Geheimtipps mehr, aber es sind bei weitem nicht die einzigen Touren. So kreuzt der Europäische Fernwanderweg E1 die Frankfurter Innenstadt – wer am Museum Angewandte Kunst am Mainufer losläuft, könnte bis ans Nordkap wandern oder ans sizilianische Capo Passero.

Der Elisabethpfad beginnt an der Deutschordenskirche in Sachsenhausen und führt auf den Spuren der Heiligen über Marburg bis nach Eisenach, die 185 Kilometer lange Bonifatius-Route von Mainz nach Fulda streift das Stadtgebiet zwischen Kalbach und Nieder-Erlenbach.

Landschaftlich besonders schön und nur wenig begangen ist der Main-Stromberg-Weg, der ganz unspektakulär an der S-Bahn-Station Lokalbahnhof beginnt und gut 170 Kilometer weit bis ins schwäbische Dörfchen Sternenfels bei Pforzheim führt, stets gut gekennzeichnet mit einem roten Quadrat. Wer das erste Stück auf dem Main-Stromberg-Weg durch den Stadtwald, am Rande Neu-Isenburgs und durch Dreieich bis nach Messel läuft, staunt über die Wegeführung durch historische Dorfzentren und Streuobstwiesen, an Pferdekoppeln, Bächen und alten Baumriesen vorbei. Müde Wanderer finden alle paar Kilometer Bahnhöfe mit guten Verbindungen zurück – aber das gilt ja für alle Wege im Rhein-Main-Gebiet.

Und immer wieder gibt es auch ganz neue Wege: Im kommenden Jahr soll Frankfurt Gastgeberin für den 3. Ökumenischen Kirchentag werden – und zu diesem Anlass ist ein neuer ungewöhnlicher Wander- und Pilgerweg in Arbeit. Er soll, und das ist etwas ganz Besonderes, weitgehend barrierefrei sein und am Main entlang über 14,8 Kilometer von der Leonhardskirche in der Innenstadt bis zur Justinuskirche in Höchst führen. Entwickelt wird er von der Projektstelle Inklusion im Bistum Limburg. Damit wolle man die Attraktivität des Pilgerns für alle Menschen fördern, heißt es bei der Projektgruppe.

Nicht planlos unterwegs: Frankfurts Tourismusmanager Thomas Feda weiß, wo es langgeht.  

Wer heute auf Tour geht, nutzt oft gar keine klassischen Wanderbücher oder Wegweiser mehr, sondern verlässt sich auf sein Smartphone. Apps wie „Outdooractive“, „Kommot“ oder „Bergfex“ bieten Karten und Tourenvorschläge, aber es kann sich auch lohnen, eine Freizeitkarte zu besorgen, die der Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main, Tel. 06145/9363620, oder das Frankfurter Umweltamt herausgeben. Selbst auf diesen detaillierten Karten sind aber längst nicht alle Touren enthalten. Lohnen kann es sich auch, mal Tourist zu spielen, auch wenn man dauerhaft im Rhein-Main-Gebiet lebt. Denn eigentlich ist die Rhein-Main-Card für Reisende gedacht, doch nutzen kann jeder dieses zweitägige Touristikangebot. Die Einzelkarten zu 29 Euro und die Gruppenkarten für bis zu fünf Personen für 46 Euro beinhalten ein RMV-Ticket für die gesamte Region zwischen Marburg und Mainz, zwischen Darmstadt und Fulda. Außerdem gibt es viele Ermäßigungen, etwa bei Schifffahrten – was sich natürlich ebenfalls schön mit einer Wanderung kombinieren lässt.

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